Herbert von Thaden

Miniatur „Sperrholzsessel“

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Der amerikanische Armeepilot, Ingenieur und Designer Herbert von Thaden entwarf 1947 einen Sessel aus gebogenen Sperrholzelementen. Ein Jahr zuvor gründete er  gemeinsam mit Donald Lewes Jordan das Unternehmen Thaden Jordan Furniture Corp. in Roanoke, Virginia. Hier wurde der Sessel in kleinen Stückzahlen produziert. Die Sitzhöhe lässt sich über die im Rücken befindlichen Steck- Drehverschlüsse verändern.  Wegen der leichten und nicht unbedingt alltagstauglichen Konstruktion kam es nie zu einer Serienfertigung.
Bei meinen Recherchen zum Sperrholzsessel stieß ich auf den von Ron Arad entworfenen Three Skin Chair. Ron Arad schuf eine moderne Version des von Herbert von Thaden entworfenen Stuhls.  Für Arad Liebhaber bestimmt ein Hochgenuss.
Die Miniatur des Sperrholzsessels wurde vom Vitra Design Museum für die Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 49 geführt.

Maße der Miniatur: 83 x 128 mm, 182 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Sperrholzelemente meiner Miniatur sind aus drei Lagen verleimtem und gebogenem Birkenfurnier hergestellt. Verbunden sind die Elemente mit miniaturisierten Steck- Drehverschlüssen, wie sie im Flugzeug-, Boots- und Fahrzeugbau zur Befestigung von Planen und Stoffdächern verwendet werden. Die Stellflächen werden durch eingeleimte massive Rundhölzer gegen Beschädigungen geschützt. Die im hinteren Rundholz integrierten Messingbänder sind mit der Sperrholzstütze unter dem Sitz beweglich verbunden und ermöglich eine problemlose Sitzhöheneinstellung. Natürlich nur beim großen Original!
Alle Holzteile sind leicht gebeizt und seidenmatt lackiert. Die Steck- Drehverschlüsse sind aus schwarzem Kunststoff hergestellt und mit Schlitzschrauben durch die Holzflächen befestigt.

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Gebrüder Thonet

Miniatur „Thonet Nr.25“

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Ein Thonet Stuhl Nr. 25 aus der Sammlung des Vitra Design Museums war Vorbild für die Miniatur meiner Sammlung. Da ich kaum Hinweise zum Entwurfsjahr, der Modellbezeichnung und dem Produktionsbeginn dieses Stuhles besaß , nahm ich gerne die angebotene Hilfe des Thonet-Kenners Wolfgang Thillmann an und zitiere hier seine ausführlichen Informationen:

„Es ist also der „Teppichklopfer“. Der Stuhl wurde in dem Katalog von 1879 erstmals angeboten, man kann aber davon ausgehen, dass er schon ein oder zwei Jahre früher produziert wurde. Das Problem ist, dass wir aus der Zeit von 1873 bis 1879 keine Unterlagen haben, was die Produktpalette betrifft; also: 1879 erstmals im Katalog. Gleichzeitig gab es auch einen sogenannten Halbfauteuil. Halbfauteuils hatten im Gegensatz zu den großen Fauteuils immer nur einfache Armlehnen, die an der Seite des Sitzrahmens befestigt waren, während die Armlehnen der großen geschneckt waren und auf dem Rahmen aufsaßen. Von der Nr. 25 gab es nie einen großen Fauteuil, aus welchen Gründen auch immer.

Es wurde ein ähnliches Modell wie die Nr. 25 hergestellt: im zeitlichen Umfeld entstand die Nr. 26, bei der die drei – ich nenne sie jetzt mal „Haarnadeln“ im Rücken sich nicht kreuzen, sondern nebeneinander liegen.“

Ich danke Herrn Thillmann besonders herzlich für seine Hilfe und die ausführlichen Informationen zu diesem Stuhl.  Den Lesern meines Blogs, die sich auch für die großen Thonet Originale interessieren, empfehle ich die Website von Herrn Thillmann.

Hier sind nun die Informationen zur Miniatur:

Maße der Miniatur: 69 x 82 mm, 155 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur wurde in den Werkstätten des Vitra Design Museums angefertigt und ist ein Einzelstück, da sie nicht in die Miniature Collection des Museums aufgenommen wurde.
Hergestellt ist die Miniatur aus Buchen-Bugholz mit sehr fein gedrechselten Kapitellen an den Vorderbeinen und drei ineinander verlaufenden Schlaufen in der Rückenlehne. Die in den eckigen Sitzrahmen eingearbeitete Sitzplatte ist aus Sperrholz. Alle Holzteile sind leicht angebeizt und seidenmatt lackiert.

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Marcel Breuer

Miniaturen „Cesca“ Modell B 32 und B 64

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Den Freischwinger B 32 und B 64 – auch „Cesca“ genannt – entwarf Marcel Breuer 1928. Seit 1929 werden beide Modelle von Gebrüder Thonet in Frankenberg/Eder hergestellt. Die Miniatur des Freischwingers Modell B 64  mit Armlehnen, wurde vom Vitra Design Museum in den Jahren von 1996 bis 2009 produziert.
Die Miniatur des Freischwingers Modell B 32 ohne Armlehnen gab es in dieser Version nicht. Ich habe die Miniatur vor zwei Jahren mit abgesägten Armlehnen gekauft und diese wunderschöne, aber doch sehr verunstaltete Miniatur in Eigenarbeit in den heutigen Zustand versetzt. Die Gestellenden sind jetzt wie beim großen Original im Bereich der Rückenlehne gerade nach oben geführt.  Hier ist eine Abbildung der Miniatur, so wie ich sie erworben habe, also noch in unrestauriertem Zustand.

Maße der Miniatur mit Armlehnen:    91 x 87 mm, 135 mm hoch.
Maße der Miniatur ohne Armlehnen: 74 x 87 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniaturen: 1:6

Die Bugholzrahmen und Armauflagen sind schwarz decklackiert. Die Rahmen für Sitz- und Rückenpolster sind mit Rohrgeflecht bespannt, die Gestelle beider Miniaturen sind aus gebogenem Eisendraht angefertigt und verchromt.

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Das Rohrgeflecht – auch Wiener Geflecht genannt –   wird aus gespaltenem Binsengras auf einem extra angefertigten Miniaturwebstuhl geflochten. Die Breite der einzelnen Gräser und die Sorgfalt mit der das Geflecht angefertigt wird, garantiert eine originalgetreue Nachbildung im Maßstab 1:6.

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Philipp Mainzer

Miniatur “ ST04 Backenzahn“

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1996 entwarf  Philipp Mainzer den als Hocker und Beistelltisch einsetzbaren ST04 Backenzahn. Der deutsche Architekt und Designer ist Mitbegründer des Möbelunternehmens e15. Die Holzwerkstoffe von e15 sind massive europäische Hölzer. ST04 Backenzahn wird aus dem Kernholz von Eiche und Nußbaum hergestellt. Vier gleiche Elemente, zusammengefügt mit einer leichten Schattenfuge, bilden diesen zeitlosen Entwurf. Die Miniatur des ST04 Backenzahn habe ich als Einzelstück für meine eigene Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 45 x 45 mm, 78 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur habe ich in Eiche hergestellt und die Oberfläche des Holzes geölt. Vor dem Zusammenbau der vier Elemente habe ich die Sitzmulde in das Kopfholz hineingeschliffen. Der so entstandene Backenzahn-Hocker ist ein besonders schönes Stück in meiner Miniaturensammlung.

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Michael Thonet

Miniaturen „Bopparder Stuhl“

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Michael Thonet entwarf in den Jahren von 1836 bis 1840 verschiedene Modelle des Bopparder Stuhls. Das fertige Stuhlgestell besteht aus zwei Seitenteilen, die durch vier Querstreben und einen Sitzrahmen miteinander verbunden sind. Der Sitzrahmen des Stuhles wurde entweder ausgepolstert, mit Korbgefelecht bespannt oder mit einem ungepolsterten Holzsitz versehen.

In meiner Sammlung befinden sich zwei Miniaturen des Bopparder Stuhls. Die Miniatur mit  Holzsitz wurde vom Vitra Design Museum für die  Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 02 geführt. Die Miniatur mit der Sitzfläche aus Rohrgeflecht ist eine Einzelanfertigung und wurde nicht in die Vitra Miniatures Collection aufgenommen.

Maße der Miniatur: 69 x 85 mm, 142 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniaturen aus meiner Sammlung sind aus Buchenholz hergestellt, mahagonifarbig gebeizt und mit einer Schellackpolitur versehen. Die Seitenteile und Querstreben unter dem Sitz bestehen aus mehreren Lagen Furnierstreifen und sind formgebogen. Die Querstreben im Bereich der Rückenlehne sind aus Massivholz herausgeschnitten, die Sitzfläche einer Miniatur ist aus Holz und ungepolstert, die der zweiten Miniatur ist mit einem Rohrgeflecht bespannt.

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Jasper Morrison

Miniatur „SIM“  (schwarz ohne Werbeaufdruck)

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Wie ich bereits in meinem Beitrag vom 22. April 2012 berichtet habe, wurde die Miniatur des schwarzen SIM im Jahr 2007 in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren hergestellt. Es handelte sich hier um einen Auftrag des Hamburger Vitra Händlers punct.object, der die Miniaturen bis auf wenige Exemplare  im Kundenauftrag auf der Außenseite der Rückenlehne bedrucken ließ. Die Rückenlehne trägt das Logo der „Freunde der Kunsthalle e.V.“ Meine hier abgebildete Miniatur stammt aus diesem geringen und unbedruckten Bestand von punct.object und ist eine kleine Seltenheit.

Maße der Miniatur: 83 x 85 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Artikelnummer: 20 2555 EA

Rücken und Sitz dieser stapelbaren Miniatur sind aus schwarzem Kunststoff hergestellt. Das verchromte Kufenuntergestell aus Eisendraht ist mit schwarzen Kunststoffgleitern ausgestattet. Zur Miniatur gehört ein Holzkistchen mit aufgedruckter Artikelnummer, eine Broschüre wurde nicht gedruckt.

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Zum Entwurf des Stuhles zitiere ich die Anmerkungen aus den Vitra Verkaufsunterlagen: „Mit SIM gelang Jasper Morrison die perfekte Formulierung eines Stuhltyps, den David Rowlands berühmter 40/4 Stuhl in den sechziger Jahren begründet hatte.“ Über die in meiner Sammlung befindende Miniatur des 40/4 berichte ich in einem meiner nächsten Beiträge.

Børge Mogensen

Miniatur „Hunting Chair“

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Für die im Jahr 1950 stattfindende Herbstausstellung der Kopenhagener Tischlerinnung mit dem Thema „The Hunting Lodge“ entwarf der dänische Designer Børge Mogensen diesen außergewöhnlichen Stuhl. Der Hunting Chair wurde von 1950 bis 1960 von Erhard Rasmussen produziert und später dann von Fredericia Furniture A/S in Fredericia/Dänemark wo er auch heute noch angeboten wird.
Diese Miniatur aus meiner Sammlung wurde von Avi Benmelech hergestellt. Avi Benmelech aus Rishon Le-zion/Israel baut professionell Architekturmodelle und Möbelminiaturen, die Miniaturen jedoch vorwiegend im Maßstab 1:12.

Maße der Miniatur: 116 x 143 mm, 112 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Seitenteile und Armlehnen der Miniatur sind aus Schichtholz in Buche hergestellt, die in die Seitenteile eingelassenen runden Querverbindungen bestehen aus massivem Buchenholz. Die Sitz- und Rückenfläche aus braunem Leder ist formgeschnitten. Die an den Seiten auslaufenden Gurte verspannen beide Flächen an der Unter- bzw. Rückseite der Bezüge.

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Jørgen Møller

Miniatur „Taburet M“

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Den Hocker „Taburet M“ entwarf der dänische Designer Jørgen Møller im Jahr 2000 für den Möbelhersteller Askman Furniture in Vallensbaek Strand/Dänemark. Der minimalistische Entwurf des stapelbaren Hockers war Vorbild für diese wunderschönen Miniaturen.

Maße der Miniatur: 90 x 50 mm, 74 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Meine Miniaturen sind wie das große Original aus mehreren Schichten Furnierholz formgebogen und sehr sauber und perfekt verarbeitet. Die Furnieroberflächen in Kirschbaum beziehungsweise in Ahorn sind naturbelassen und seidenmatt lackiert.

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Frédéric Sofia

Miniatur „Luxembourg“

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Der Gartenstuhl Luxembourg wurde ursprünglich 1923 von den Werkstätten der Stadt Paris für die Gärten des Jardin du Luxembourg hergestellt. 80 Jahre später, im Jahr 2004, überarbeitete der französische Designer Frédéric Sofia den Entwurf und schuf eine Serie moderner Gartenmöbel. Das neu gestaltete Gartenmöbelprogramm Luxembourg wird heute vom französischen Metallmöbelhersteller Fermob hergestellt und nach wie vor in den Pariser Parks und Gärten eingesetzt. Formob produziert die Miniatur dieses Stapelstuhles und vertreibt sie in einem entsprechend verkleinerten Faksimile der Originalverpackung.

Maße der Miniatur: 87 x 88 mm, 143 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur ist aus gebogenem Eisendraht hergestellt , die verformten Metallleisten für Sitz und Rücken sind mit dem Gestell verschweißt. Alle Oberflächen sind schwarz lackiert. Wie beim großen Original befindet sich unter dem Sitz eine Stapelbrücke. Auf der Stapelbrücke und in der Biegung der hinteren Stuhlbeine sind gegen Beschädigungen beim Stapeln Kunststoffelemente eingelassen.

Wunderschön ist die Verpackung aus bedrucktem Wellkarton mit den Maßen 100 x 95 x 149 mm. Auch gehört eine kleine Broschüre mit kurzen Informationen zur Miniatur.

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Studio 65

Miniatur „Capitello“

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Das skulpturale Sitzobekt Capitello wurde 1971 von der italienischen Designer- und Architektengruppe Studio 65 entworfen. Obwohl Capitello einer steinernen ionischen Säule nachempfunden ist, bietet der Sessel aus Polyurethanschaum ein weiches Sitzen. Dieses Bild  zeigt einen vom italienischen Möbelhersteller Gufram hergestellten Sessel Capitello im Maßstab 1:1.

Die Miniatur des Capitello wurde für die Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 80 geführt.

Maße der Miniatur: 190 x 185 mm 122 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur aus meiner Sammlung ist aus einem  Zweikomponenten-Kunststoff hergestellt und im Gegensatz zum großen Original hart. Die Oberfläche ist im Farbton Hellelfenbein (RAL 1015) seidenmatt beschichtet.

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