Barber & Osgerby

Miniatur Tip Ton
Edward Barber und Jay Osgerby
Entwurf: 2011
Miniaturen im Maßstab 1:6
Maße: 85 x 93 mm, 130 mm hoch
ABS-Kunststoff
Produktion der Miniatur: 2021 bis heute

Der Allzweckstuhl Tip Ton ist ein Entwurf der britischen Designer Edward Barber und Jay Osgerby aus dem Jahr 2011 und stellt einen völlig neuen Stuhltyp dar. Seine auffälligste Eigenschaft ist seine Kippfunktion die durch den um neun Grad geneigten Winkel im vorderen Teil der Kufen ermöglicht wird. Die nach vorne geneigte Sitzposition, die bislang Bürodrehstühlen vorbehalten war, ermöglicht eine verbesserte Körperhaltung und somit ein gesundheitsförderndes Sitzen.

Ursprünglich wurde der aus recyclebarem, spritzgegossenem Polypropylen entworfene Stuhl für einen Schulneubau im englischen Tipton, einem Ort in Mittelengland entwickelt. Wegen seiner langen Entwicklungszeit fand der leichte und robuste Stapelstuhl dort jedoch keine Verwendung mehr. Inzwischen hat sich Tip Ton als Allzweckstuhl in vielen andren Bereichen etabliert.

Die Miniaturen des Tip Ton werden als 3er Set und als Einzelstück hergestellt. Das 3er Set gibt es in weiss, basic dark und industriegrün. Die Einzelminiatur ist gletscherblau und wird statt in dem üblichen Holzkistchen in einer bedruckten Faltschachtel aus Karton angeboten.

Konstantin Grcic

Miniatur Aka
Konstantin Grcic
Entwurf: 2022
Miniatur im Maßstab 1:6
Maße der Miniatur: 78 x 95 mm, 123 mm hoch
Ahornfurnier schichtverleimt und verformt
Produktion der Miniatur: 2023

2022 entwarf Konstantin Grcic das Sitzmöbel Aka. Der Entwurf ist ein formales Spiel dreier korrespondierender Formholzteile, den man als Hocker, Stuhl oder Skulptur sehen kann. Die Einzelkomponenten des erwachsenen Aka sind aus mehrschichtig verformtem Buchenholz hergestellt und werden nach der erfolgten Montage farbig gebeizt und lackiert oder wie die hier gezeigte Miniatur naturbelassen.

Diese wunderschöne Miniatur ist wieder eine Anfertigung von Bernd Henkel und wie immer sehr präzise gearbeitet und dem Original bis ins kleinste Detail nachempfunden. Die Miniatur nimmt in meiner Sammlung einen ganz besonderen Platz ein, da sie (bisher) eine Einzelanfertigung und ein großartiges Geschenk von Bernd Henkel ist.

Jerszy Seymour

Miniatur „Workshop Chair“

Der deutsch-kanadische Industriedesigner Jerszy Seymour entwarf den aus schlichtem Fichtenholz und Kunststoff bestehenden Workshop Chair im Jahr 2009. Während des von ihm im Jahr 2010 initiierten Amateur Workshop im Museum MUDAM in Luxemburg stellte Jerszy Seymour unter anderem diesen von ihm entworfenen Stuhl vor. Er lies die Teilnehmer des Workshops mit einfachen Holzlatten und dem beim Workshop Chair verwendeten Kunststoff Polycaprolacton experimentieren und so eigene Entwürfe schaffen.

Polycaprolacton ist ein thermisch verformbarer Kunststoff, der nach dem Erhärten eine stabile Elastizität aufweist, so daß die Verbindungen beim Workshop Chair normalen Belastungen standhalten.

Jerszy Seymour schuf diesen Stuhl aus nur wenigen glatt gehobelten Kanthölzern aus Kiefer/Fichte, einer Sperrholzplatte für den Sitz und der benötigten Menge Polycaprolacton Kunststoff. Die Miniatur aus meiner Sammlung fertigte Bernd Henkel an, der sich bei den verwendeten Materialien streng an das Original hielt.

Maße der Miniatur: 82 x 83 mm, 127 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Als ich die Miniatur von Bernd Henkel erhielt, war ich total begeistert. Wenn ich meine Fotos ohne das größenvergleichende Beiwerk wie meinem Zeichenstift oder der transluzente Verpackung gemacht hätte, könnte man annehmen, es handelt sich um den Originalstuhl. Bernd Henkel hat die Miniatur einfach perfekt gearbeitet und auch die Materialien wie beim Original verwendet. Er schrieb mir dazu: „Für den Amateur Workshop Stuhl habe ich einen wachs-ähnlichen Kunststoff verarbeitet, der einen sehr niedrigen Schmelzpunkt hat. Die Farbe kann man beliebig einstellen. Das ist ein ähnliches Material, das auch bei dem Original verwendet wurde (Polycaprolactone Wax). Trotzdem war es recht schwierig die richtige Konsistenz zu erhalten, damit das Material sparsam aufgetragen und realistisch modelliert werden kann. Aber es ist doch recht gut gelungen.“

Die Miniatur ist nicht nur recht gut gelungen, sie ist einfach perfekt!!

Konstantin Grcic

Miniatur „Chair_One“

Konstantin Grcic entwarf den Chair_One im Jahr 2002 für den italienischen Möbelhersteller Magis, der ihn seit 2004 produziert.

Chair_One ist ein Stuhl aus zwei sehr unterschiedlichen und für einen Stuhl sehr ungewöhnlichen Materialien. Das Oberteil aus farbig beschichtetem Aluminiumdruckguss gleicht dem Aufbau eines Fußballs und bildet mit Polyedern in sehr unterschiedlichen Größen die dreidimensionale und sehr transparente Sitzschale des Stuhls. Getragen wird die Sitzschale von einem runden, konisch zulaufenden, imprägnierten Betonfuß.

Die Miniatur wurde von K. M. Bardo in einer Kleinstauflage für Freunde hergestellt.

Maße der Miniatur: 92 x 98 mm, 133 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

K. M. Bardo stellte die Miniatur im 3D-Drucker her und beschichtete das Oberteil farbig. Den Sockel bemalte er sehr kunstvoll, so daß die Oberfläche der Betonstruktur vom großen Original nicht zu unterscheiden ist.

Die folgenden mir zur Verfügung gestellten Fotos dokumentieren einige Produktionsschritte des im 3D-Druck hergestellten Chair_One.

Maarten Baas

Miniatur „Clay Chair“

Der niederländische Designer Maarten Baas entwarf die Clay-Möbel-Serie im Jahr 2006. Regale, Tische, Stühle und Ventilatoren werden aus synthetischem Tonverbundstoff hergestellt, in dem Ton auf einfache Metallskelette von Hand aufgetragen und modelliert wird. Nach dem Aushärten werden die so entstandenen Unikate farbig lackiert.

Der Clay Chair wird von Maarten Baas auch als Miniatur angefertigt.

Maße der Miniatur: 76 x 84 mm, 121 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur in meiner Sammlung ist genau wie das große Original aus Ton hergestellt und gelb lackiert. Die gelbe Miniatur ist auf 100 Exemplare limitiert und wird in einem kleinen Holzkistchen geliefert.

Nejc Prah

Miniatur „Molecule Chair“

Der Molecule Chair ist ein Entwurf des slowenischen Grafikdesigners Nejc Prah. Nejc Prah lebt und arbeitet in Ljubljana und entwarf dort in seinem Studio den Molecule Chair. Der Stuhl besteht aus 36 handgedrechselten Holzkugeln mit einem Durchmesser von ca. 115 mm. Durch eine verdeckte Stahlkonstruktion werden alle Kugeln zusammen gehalten und geben dem Stuhl die gewünschte Stabilität. Die Kugeln sind hellgrau lackiert und nach dem Austrocknen von Hand poliert.

Eine Miniatur des Malecule Chairs enstand in meiner Miniaturenwerkstatt und ist eine schöne Ergänzung meiner Sammlung.

Maße der Miniatur: 74 x 74 mm, 128 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Aus 36 Holzkugeln mit einem Durchmesser von 18 mm habe ich die Miniatur angefertigt. Die Kugeln die ich im Handel hierfür kaufen konnte, haben eine durchgängige Bohrung von 4 mm. In die an den Eckpunkten befindlichen Kugeln habe ich weitere erforderliche Löcher gebohrt und andere, die nicht erforderlich waren, zugespachtelt. So konnte ich genau wie beim großen Original eine Metallkonstruktion aus 4 mm starken Gewindestangen zur Stabilisierung einbauen. Die Vertiefungen des Gewindes gaben dem Leim eine sehr gute Verbindung und der Miniatur im gesamten eine sehr hohe Festigkeit. Vor dem Verbinden aller Kugeln habe ich sie zwei Mal lackiert und mit sehr feinem Schleifpapier leicht nachgearbeitet.

 

Studio Soft Baroque

Miniatur „New Surface Strategies Chair“

Das Londoner Designstudio Soft Baroque wurde 2013 von Sasa Stucin und Nicholas Gardner gegründet. Die Designer stellten 2015 während der Design Week in Mailand Ihre gerade entwickelte Möbelserie „New Surface Strategies“ vor. Die aus schlichtem Kiefernholz konstruierten Möbel erinnern an die Selbstbauprogramme von Gerrit Rietveld und Enzo Mari, bieten aber wegen Ihrer speziellen Beschichtung viele Möglichkeiten einer mit technischen Hilfsmitteln visuellen Veränderung

Eine Besonderheit ist die Oberflächenbeschichtung des Holzes. Nach Auftrag eines Klebers werden die Flächen mit chromblau eingefärbten kurzen Fasern beschichtet, die sich durch elektrische Aufladung im rechten Winkel zur Oberfläche permanent aufrichten. Die so entstandene  Beflockung suggeriert nicht nur eine weiche Oberfläche, sondern ermöglicht es auch, mit Hilfe digitaler Techniken, den Stuhl gestalterisch zu verändern. Mittels Bluescreen-Technik werden digitale Bilder auf die blaue Oberfläche projiziert und verändern Farbe und Dekor, unabhängig von dem physisch vorhandenen Material. Zwei Fotos, digital von meinem Sohn Marko bearbeitet, zeigen die Möglichkeiten dieser schlichten aber technisch sehr anspruchsvollen Möbelentwürfe.

Die Miniatur des New Surface Strategies Chairs habe ich für meine eigene Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 65 x 67 mm, 125 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Für die Miniatur habe ich aus Kiefernholzlatten lange Leisten geschnitten und im Dickenhobel auf das Maß 19 x 3,3 mm gehobelt. Nach gründlichem Schleifen der Oberfläche habe ich diese blau lackiert und anschließend auf die benötigten Längen geschnitten. Die Schnittkanten sind wie beim großen Original sichtbar und nicht lackiert. Entgegen dem „erwachsenen Stuhl“  habe ich die Leisten nicht durch Schrauben miteinander verbunden, sondern sauber miteinander verleimt.


Bildbearbeitung (2) Marko Dowald

 

Hermann August Weizenegger

Miniatur „X-Chair“


X-Chair lichtgrau, limitierte Edition, 1/25 

Hermann August Weizenegger, deutscher Industriedesigner und Professor für Industriedesign an der Fachhochschule Potsdam entwarf 2020 den Kunststoffstuhl ›X-Chair‹. Vorgestellt wird der X-Chair im Berliner Kunstgewerbemuseum im Rahmen der Ausstellung „Atmoism – Gestaltete Atmosphären“. Neben dem von der  jungen Möbelmarke OUT – Objekte unserer Tage vertriebenen schwarzen Stuhl werden in der Ausstellung die in einer limitierten Auflage hergestellten Stühle in rot und lichtgrau gezeigt.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 27.06.2021.

Zum Entwurf schreibt Weizenegger folgendes:

„Brutal wie ein aus der Zeit gefallenes Bauwerk fordert der X-Chair den Betrachter heraus. Ein radikaler Entwurf für die Kollektion von OUT. Angekommen im Hier und Jetzt setzt der X-Chair neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit; gänzlich aus recyceltem Material, fair produziert und lückenlos in den Produktionszyklus rückführbar. Im Moment der Berührung sanft, bricht der X-Chair in mattem schwarz das Licht. Ein Monument, das sowohl als Statement im Wohnbereich funktioniert als auch draußen Wind und Wetter trotzt. Berlin brutal mit Gegenwartsbezug – für eine selbstbestimmte Generation.“

Auf meinen Wunsch hin, hat Hermann August Weizenegger vom X-Chair eine limitierte Edition im Maßstab 1:6 produziert.

Maße der Miniatur: 65 x 100 mm, 140 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur ist im SLS Verfahren (Selective Laser Sintering) aus schwarzem Polyamid hergestellt. Das Rohmaterial des SLS Verfahrens ist Polyamid in Pulverform, welches in einer Druckkammer schichtweise hauchdünn und gleichmäßig verteilt wird und durch einen Laserstrahl verschmolzen und gehärtet wird. Die Oberfläche der so gedruckten Miniatur weist eine fein-raue Struktur auf.

Neben dem Serienobjekt aus Kunststoff entwarf Hermann August Weizenegger zusätzlich eine auf 6 Exemplare limitierte Edition aus Edelstahl für die Kunst- und Sammlerwelt. Die folgenden Bilder zeigen einige Produktionsschritte des X-Chair N° 1, der für die Maurer Design Collection in Zürich vom hessischen Metallbauunternehmen Arnold angefertigt wurde. Arnold fertigt seit 1924 Metallkunstwerke internationaler Künstler mit Präzision auf dem höchsten Niveau.

Für die Herstellung des X-Chairs wurden vier Millimeter starke Edelstahlplatten gefräst, gefaltet, geschliffen und poliert. Die folgenden Bilder zeigen einige Produktionsschritte bei Arnold.

Zur Maurer Design Collection geht es  hier. Es lohnt sich, einen Blick in die Sammlung zu werfen, die zusätzlich in dem von Hans Ulrich Maurer verfassten Online-Buch „Stand Art“ dokumentiert ist.


Fotos: (4) Christian Nochat

Die blank polierte Oberfläche des X-Chairs verbirgt nichts aus seinem Umfeld (s. Bild oben) und stellt den Fotografen vor eine besondere Aufgabe. Um die Spiegelungen in den Griff zu bekommen, hat sich das Fotostudio in eine Landschaft aus geschickt positionierten Hintergrundkartons verwandelt und wie man es auf den Fotos sieht, zu einem fantastischen Ergebnis geführt.

 

 


Fotos: (6) Bernd Hiepe

Josh Shiau

Miniatur “ Single Cord Lounge“

Der Lounge Sessel Single Cord Lounge ist ein Entwurf des in San Francisco lebenden Produktdesigners Josh Shiau. Das Gestell des  sehr transparenten und minimalistisch anmutenden Sessels besteht aus massivem Eschenholz und ist mit einer ca. 30 Meter langen Schnur bespannt. Shiau hat den Verlauf der Schnur so gewählt, daß sie sich beim Sitzvorgang flexibel verhält und unterschiedliche, stabilisierende Spannungen erzeugt. So kommt der Sessel ohne jegliche Polsterung oder Polsterkissen aus und bietet ein bequemes Sitzen. Die Kufen des Sessels sind mit langen Gleitern aus Kork belegt.

Eine Miniatur des Sessels habe ich für meine eigene Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 98 x 142 mm, 133 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die seitlichen Gestellteile der Miniatur habe ich aus massiven Eschenleisten angefertigt und nach Ermittlung der unterschiedlichen Winkel durch einer Schlitz- und Zapfenverbindung fest miteinander verleimt. Nach Bohren der jeweils zwölf Schnurdurchführungen in die Verbindungsstreben der Sitzvorderkante und der Rückenlehne habe ich diese mit den beiden unteren Streben mit Dübeln so stabil verleimt, daß das Gestell die Zugkräfte der Schnur ohne Verwindungen aufnimmt. Nach reichlichem Schleifen hat das Gestell eine Lackierung mit seidenmattem Klarlack erhalten.

Zum Bespannen des Sessels habe ich knapp fünf Meter Kordel benötigt. Ich habe lange nach einer Kordel gesucht, die der runden, geflochtenen Schnur des großen Originalsessels entsprach. Schließlich habe ich in einem Gardinenfachgeschäft eine 1 mm starke Raffrollokordel gefunden, die sich sehr gut verarbeiten lies und schließlich zu einem guten Ergebnis führte.

Tom Dixon

Miniatur „Fan Stool“

Der britische Designer Tom Dixon entwarf im Jahr 2013 die Möbelserie Fan, eine moderne Variante der klassischen Windsor Entwürfe. Zur Produktfamilie gehört auch dieser Hocker, dessen kreisförmige Basis aus 22 kegelförmigen, aber im oberen Bereich beidseitig abgeflachten Holzstäben besteht. Eingelassen in einen Fußring und einen kleineren, unter der Sitzplatte befindlichen Ring, bilden die Holzstzäbe eine Basis und eine stabile Auflage für den mit schwarzem Leder bezogenen Sitz.

Die Miniatur des Hockers habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: Ø 63 mm, 75 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Holzteile der Miniatur habe ich aus Buchenholz hergestellt, schwarz gebeizt und mit Klarlack seidenmatt lackiert. Der runde Sitz ist leicht gepolstert und mit schwarzem Leder bezogen. Eine kleine Besonderheit der Miniatur sind die 22 Holzstäbe. Die Holzstäbe habe ich einzeln und freihändig an meiner Schleifmaschine zurechtgeschliffen und durch die kleinen Unregelmäßigkeiten ist jede Leiste ein Unikat:-)

Die folgenden Bilder zeigen verschiedene Arbeitsschritte meiner Anfertigung.