Archiv für die Kategorie ‘6. Sammlerfreunde’

Jerszy Seymour

Sonntag, 24. Juli 2022

Miniatur „Workshop Chair“

Der deutsch-kanadische Industriedesigner Jerszy Seymour entwarf den aus schlichtem Fichtenholz und Kunststoff bestehenden Workshop Chair im Jahr 2009. Während des von ihm im Jahr 2010 initiierten Amateur Workshop im Museum MUDAM in Luxemburg stellte Jerszy Seymour unter anderem diesen von ihm entworfenen Stuhl vor. Er lies die Teilnehmer des Workshops mit einfachen Holzlatten und dem beim Workshop Chair verwendeten Kunststoff Polycaprolacton experimentieren und so eigene Entwürfe schaffen.

Polycaprolacton ist ein thermisch verformbarer Kunststoff, der nach dem Erhärten eine stabile Elastizität aufweist, so daß die Verbindungen beim Workshop Chair normalen Belastungen standhalten.

Jerszy Seymour schuf diesen Stuhl aus nur wenigen glatt gehobelten Kanthölzern aus Kiefer/Fichte, einer Sperrholzplatte für den Sitz und der benötigten Menge Polycaprolacton Kunststoff. Die Miniatur aus meiner Sammlung fertigte Bernd Henkel an, der sich bei den verwendeten Materialien streng an das Original hielt.

Maße der Miniatur: 82 x 83 mm, 127 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Als ich die Miniatur von Bernd Henkel erhielt, war ich total begeistert. Wenn ich meine Fotos ohne das größenvergleichende Beiwerk wie meinem Zeichenstift oder der transluzente Verpackung gemacht hätte, könnte man annehmen, es handelt sich um den Originalstuhl. Bernd Henkel hat die Miniatur einfach perfekt gearbeitet und auch die Materialien wie beim Original verwendet. Er schrieb mir dazu: „Für den Amateur Workshop Stuhl habe ich einen wachs-ähnlichen Kunststoff verarbeitet, der einen sehr niedrigen Schmelzpunkt hat. Die Farbe kann man beliebig einstellen. Das ist ein ähnliches Material, das auch bei dem Original verwendet wurde (Polycaprolactone Wax). Trotzdem war es recht schwierig die richtige Konsistenz zu erhalten, damit das Material sparsam aufgetragen und realistisch modelliert werden kann. Aber es ist doch recht gut gelungen.“

Die Miniatur ist nicht nur recht gut gelungen, sie ist einfach perfekt!!

Klaus Herdas neuer Internetauftritt

Donnerstag, 14. April 2022

Viele Leser meines Blog kennen Klaus Herda schon lange durch seine schönen Beiträge, die ich immer gerne veröffentlicht habe. Nun hat Klaus Herda seine eigene Homepage, auf der er gekaufte und selbst hergestellte Stuhlminiaturen zeigt. Nicht nur seine Miniaturstuhlsammlung zeigt er auf eindrucksvolle Weise, auch die Informationen über sich und sein Hobby, seine Anfertigungen und die eigenen Entwürfe sind spannend zu lesen. Eine Besonderheit sind die Erzählungen zum Thema „Stühle“, die von seiner Frau Martina geschrieben werden und jeweils als „Literarischer Ausklang“ in seinen Fotobildbänden den Abschluss bilden.

Hier

geht es zur sehenswerten Homepage von Klaus Herda. Es lohnt sich, die Seite regelmäßig zu besuchen, da nach und nach alle Miniaturen aus seiner inzwischen auf über 700 Exemplare angewachsenen Sammlung gezeigt werden.

Sammlerfreunde

Sonntag, 23. Mai 2021

Bernd Henkel

Im März diesen Jahres schrieb mir Bernd Henkel und berichtete über seine Miniaturensammlung und die von ihm selbst angefertigten Miniaturen des Concrete Chairs. Nach Anfertigung von zwei kleinen Serien, zu der auch eine Miniatur mit einem blank geschliffenen Gestell gehört, ist die Anfertigung einer weiteren Miniatur eines bekannten Designers in Vorbereitung. Lassen wir uns überraschen, welche Miniatur da wieder in handwerklicher Perfektion entsteht.

Mit dem folgenden sehr ausführlichen Bericht über sich und seine Sammlung schickte mir Bernd Henkel sehr schöne Fotos, die ich gerne veröffentliche.

„Mein Interesse an Stuhldesign begann bereits im Jahr 1989, als ich die Meisterschule für Schreiner in Waldshut-Tiengen besuchte und wir das gerade neu eröffnete Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein besuchten.

In den Jahren danach hat sich das Museum immer weiter entwickelt und ab 1992 sind die ersten Miniaturen produziert worden. Meine eigene kleine Miniatur-Sammlung hat Jahre später mit einem Panton-Chair begonnen und ist in den letzten 10 Jahren auf ca. 25 Stücke gewachsen.

Neben meinem Beruf beschäftige ich mich intensiv mit der bildenden Kunst und war mit meinen eigenen Kunstwerken in den letzten 20 Jahren bei einigen regionalen Ausstellungen und Kunstprojekten beteiligt. Nachdem in der „Corona-Zeit“ 2020/21 das kulturelle Leben kaum noch stattfinden konnte, habe ich beschlossen, diese freie Zeit mit der Herstellung einer selbst gefertigten Stuhl-Miniatur zu nutzen.

Ich habe mich für den „Concrete Chair“ des Schweizer Architekten und Designers Stefan Zwicky aus dem Jahr 1980 entschieden. Diese ironische Verfremdung von Le Corbusiers LC2 hat mich schon länger fasziniert. Mich reizt es auch sehr, neue Fertigungstechniken auszuprobieren, wie z.B. bei diesem Modell das präzise Biegen der verschieden starken Eisendrähte, das Hartlöten mit Silberlot, die chemisch aufgebrachte Rostpatina und das Formengießen von Betonteilen.

Nach mehreren Rückschlägen und neuen Erfahrungen ist eine kleine Serie des Concrete Chairs entstanden. Inzwischen habe ich noch eine zweite kleine Serie begonnen und von diesem Modell sind nun zwei Varianten entstanden, die authentische originale Version mit Rost-Patina (Outdoor-Version) und eine Version mit einem blank geschliffenen Stahlgestell. Vermutlich werde ich mich demnächst an eine weitere Miniatur mit neuen Herausforderungen wagen.“

Das folgende Foto zeigt zwei Miniaturen des Concrete Chairs. Das Gestell der rechten Miniatur hat Bernd Henkel sehr aufwendig blank geschliffen und mit Klarlack beschichtet.

Das erste Foto oben zeigt Bernd Henkel an seinem Schreibtisch, den er anlässlich seiner Meisterprüfung 1990 entwarf und anfertigte. Zur Genehmigung der Entwürfe mussten Zeichnungen und eine Miniatur des Meisterstücks eingereicht werden. Das folgende Foto zeigt die Miniatur im Maßstab 1:5 und einen damals mehr zum Spaß entworfenen und gebauten Miniaturstuhl.

Klaus Herda in der TV-Sendung „Wir in Bayern“

Sonntag, 02. Mai 2021

Klaus Herda hatte vergangenen Dienstag seinen TV-Auftritt in der Sendung „Wir in Bayern“ des Bayerischen Fernsehens.  Im Film ist der zweiteilige Beitrag von Minute 10:05 bis 17:50 und 51:53 bis 59:12 zu sehen. Die beiden folgenen Bilder regen bestimmt an, den Beitrag anzusehen.

Stefan Zwicky

Sonntag, 25. April 2021

Miniatur „Concrete Chair“

Der „Concrete Chair“ ist ein Entwurf des Schweizer Architekten und Designers Stefan Zwicky aus dem Jahr 1980. Vermutlich inspiriert durch Le Corbusiers Stahlbetonbauten entwarf er diesen brutalistisch anmutenden Sessel und verwendete statt edler Lederpolster und verchromter Stahlrohre langsam rostenden Baustahl und „Kissen“ aus gegossenem Beton. Zwicky gab dem Sessel aus Beton den humorvollen aber auch ironischen Titel „Grand confort, Sans confort, Dommage à Corbu“. Der Sessel entstand ursprünglich für die 1981 im Kunstmuseum Bern stattfinde Ausstellung „vor dem Abbruch“ und wurde im laufe der Jahre limitiert auf 40 Exemplare in Einzelanfertigung hergestellt.

Die Miniatur des Concrete Chairs wird von Bernd Henkel in limitierter Auflage hergestellt.

Maße der Miniatur: 128 x 115 mm, 110 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Bernd Henkel ist Schreinermeister und als Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd e.V. künstlerisch in vielen Bereichen tätig und deshalb nicht unbedingt nur mit dem Material Holz vertraut. Die Schalung für die „Betonkissen“ der Miniatur besteht aus vielen kleinen Holzleisten, sodaß die Holzmaserung wie beim großen Original in der Fläche mehrteilige Schalbretter erkennen lässt. Das Gestell aus 4 mm starkem Moniereisen, dünnem Eisendraht und abgekantetem Eisenblech ist eine kleine Meisterleistung. Diese für Bernd Henkel neuen Techniken wie Hartlöten mit Silberlot, das präzise Biegen der verschieden starken Eisendrähte und vor allem auch die chemisch aufgebrachte Rostpatina machen die Miniatur zu einem schönen kleinen Kunstwerk.

Eigentlich wollte sich Bernd Henkel nach den ersten vier hergestellten Miniaturen auf die Anfertigung eines anderen Stuhlentwurfs konzentrieren. Der Wunsch mehrerer Sammler, eine Miniatur des Concrete Chairs zu erwerben, veranlasste ihn jedoch, eine zweite Kleinserie aufzulegen.

Die folgenden Fotos zeigen Produktionsschritte der zweiten Serie.

Sammlerfreunde

Sonntag, 17. Januar 2021

Gerard Dago

Schon seit vielen Jahren kenne ich Gerard Dago aus Lleida in Spanien. Sehr oft haben wir Informationen ausgetauscht und konnten uns wenn es um die eigene Anfertigung von Miniaturen ging, gegenseitig sehr helfen.

Nun bat mich Gerard über ihn und seine Sammlung zu berichten und gerne komme ich seiner Bitte nach. Da unsere Übersetzungen vom Spanischen oder Katalanischen ins Deutsche und umgekehrt immer etwas „holprig“ sind, bat ich Martina Herda, die Frau meines Sammlerfreundes Klaus Herda, um Hilfe. Martina Herda ist Gymnasiallehrerin für Französisch und Italienisch sowie für deutsche Literatur. Ihre Übersetzungen, für die ich Martina Herda herzlich danke, helfen sehr, in diesem Beitrag verständlich zu berichten.

Mein Name ist Gerard Dago und ich unterrichte Tischlerei, Zimmerei und Innendekoration an einer Berufsschule. Meine Leidenschaft für Stühle habe ich vor einigen Jahren entdeckt, als ich die erste Vitra Miniatur des Panton chair erhalten habe. Kurz nachdem ich in Lleida die Ausstellung von 100 Stühlen zur Vermittlung der Geschichte des Designs gesehen hatte, die Vitra in verschiedenen Regionen gezeigt hat, erkannte ich dort die Schönheit und die Vielfalt der Materialien, der Techniken und des Designs, die ein Möbelstück wie der Stuhl erreichen kann. Also habe ich angefangen, einige Miniaturen aus Holz genauer zu betrachten und selbst herzustellen. Bis heute habe ich mehr als 150 Miniaturen gesammelt. Viele davon habe ich selbst geschaffen; andere stammen aus der Vitra-Sammlung oder von anderen Herstellern.

Sammlerfreunde

Donnerstag, 03. Dezember 2020

Sam Putnam

Vor einigen Monaten schrieb mir Sam Putnam aus Großbritannien und berichtete von seiner kleinen Miniaturensammlung. Ich glaube, es waren so um die 15 Miniaturen, vorwiegend Entwürfe von Eames und Panton. Seitdem tauschen wir uns regelmäßig aus und Sam war spontan bereit, sich und seine inzwischen stolze Sammlung in meinem Blog zu präsentieren.

Sam schickte mir viele schöne Bilder, von denen ich hier gerne sein persönliches Bild veröffentliche.

Viele attraktive Bilder seiner Sammlung veröffentliche ich in den nächsten Wochen. Über sich und seine Sammlung schrieb mir Sam:

„Vor fast einem Jahr habe ich die Vitra Miniatures Collection zufällig auf einem Online-Foto entdeckt. Nach einigen Recherchen kaufte ich meine ersten beiden Miniaturen, die schwarze DSW und die natürliche LCW von Charles und Ray Eames. Als die Miniaturen ankamen, wusste ich sofort, dass meine Sammlung weiter ausgebaut werden musste, sie waren absolut exquisit. Leider sind die Miniaturen sehr teuer.

Damit meine Sammlung wachsen kann, habe ich begonnen, einige meiner unerwünschten Gegenstände online zu verkaufen. Wenn sich meine Artikel verkaufen, kann ich meiner Sammlung bald einen weiteren Stuhl hinzufügen. Zum Glück kann ich auch einige Dinge meines Vaters verkaufen!

Fast ein Jahr später, und meine Sammlung umfasst jetzt 35 Miniaturen. Als 18-jähriger Designstudent bin ich sehr glücklich, die Kollektion zu besitzen, die ich heute habe. Meine Miniaturen werden für mich in Zukunft noch nützlicher, da ich hoffe, weiterhin Innenarchitektur studieren zu können. Ich schätze und bewundere jede Miniatur, die ich besitze. Meine bisherige Lieblingsminiatur muss jedoch der mit LCW-Rindsleder bezogene Stuhl von Charles und Ray Eames sein. Es ist ein atemberaubendes und einzigartiges Stück Designgeschichte. Ich habe so viel aus dem Sammeln der Miniaturen gelernt.

Als ich diesen Blog fand, war ich erstaunt über Dirks beeindruckende Sammlung und sein umfangreiches Wissen über die Miniaturen. Sehr bewundernswert ist auch seine Fähigkeit, einige Miniaturen selbst herzustellen. Ich möchte Dirk für seinen Super-Blog und die sehr nützlichen Informationen danken, die er mir zur Verfügung gestellt hat, und werde dies hoffentlich auch in Zukunft tun, wenn ich meine Sammlung erweitere.“

In seinem Begleitschreiben schickte mir Sam noch dieses Foto mit der Gipshand und schrieb dazu:

„Ich habe die Miniatur meines DKR-Stuhls auf eine Gipshand gelegt, die ich in der Universität gemacht habe, um mit dem Maßstab herumzuspielen“.

Sammlerfreunde

Sonntag, 31. Mai 2020

Ein (weiterer) Blick in die Miniaturen-Werkstatt von Sammlerfreund Klaus Herda

Designer sind einfallsreiche Menschen, die uns mit ihren außergewöhnlichen Ideen oft in Erstaunen versetzen. Abgesehen von ungewöhnlichen, gewagten oder überraschenden, auf jeden Fall aber bewundernswerten Einfällen gibt es immer wieder auch sehr humorvolle, lustige Entwürfe, deren „Erfindung“ dem Designer selbst sicher sehr viel Spaß gemacht hat, die aber auch dem Betrachter ein Lächeln oder Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Einige dieser witzigen Stühle hat Klaus Herda in seiner Werkstatt im Maßstab 1:6 nachgebaut:

 

Links: Ein Exemplar der Stühle „Him and Her“ von Fabio Novembre aus Keramiplast auf der Basis eines Panton chairs.

Rechts: Renaissance Stuhl von Christophe de la Fontaine aus Holz, Stoff und einem Deko-Eimerchen.

 

Links: Der „Osterei-Sessel“ (nach einem unbekannten Designer) aus Keramiplast mit gelbem Stoffkissen.

Rechts: „Valentine Gesture Chair“ („Auf dem Schoß sitzen“) von Yingjie Chen aus Holz und gebogenem weißen Acrylglas.

 

Links: „Höhenverstellbarer Balgenkamera-Stuhl mit Teak-Abstellbrett“ (Eigenentwurf von Klaus Herda) unter Verwendung einer alten Laufbodenkamera, Holz und Acrylglas.

Rechts: Der „Explicit Chair“ von Ronen Kadushin aus Holz und einer Barbie-Strumpfhose.

Einen witzigen Höhepunkt stellt sicher der „Banquette-“ oder „Stuffed Animal-“ Chair der brasilianischen Designer-Brüder Campana dar, dessen Metallgestell mit vielen NICI®-Schlüsselanhängern bestückt wurde; er ist zwar keine identische Kopie des großen Originals, wirkt aber als Miniatur mit seinen netten Plüschtierchen genauso lustig und putzig!

Text und Fotos: Klaus Herda

Sammlerfreunde

Sonntag, 08. März 2020

Sammlung Fridtjof Schucht


Foto: Fridtjof Schucht

Schon vor vielen Jahren lernte ich Dr. Fridtjof Schucht aus München durch unser gemeinsames Hobby kennen. Immer mal wieder haben wir uns geschrieben und bei einem der letzten Kontakte bat ich Fridtjof Schucht um ein Foto seiner Sammlung. Als mich das Bild per Email erreichte, war ich natürlich begeistert von der wunderschönen Sammlung und wie sie mit wenigen Mitteln sauber und übersichtlich zusammengestellt und dekoriert ist.

Fridtjof Schucht schrieb mir dazu: „…meine Lösung der Miniaturen-Präsentation; das Regal habe ich aus mehreren CD-Ständern selbst gebaut… In erster Linie eine preiswerte und platzsparende Lösung…“

Die vorgegebene Breite der einzelnen Regale bringt eine attraktive Ordnung und auch eine gewisse Ruhe in die Präsentation der Sammlung. Geschickt gelöst ist der Abstand zur Decke und zwischen den Regalelementen, so dass auch großformatige Miniaturen einen schönen Platz finden.


Ausschnitt aus dem obigen Foto

Gerald Summers

Sonntag, 21. April 2019

Miniatur „BPAC Bent Plywood Armchair“

Über den Entwurf des Bent Plywood Armchairs von Gerald Summers und die Anfertigung mehrerer dieser Miniaturen durch Halil Hinz habe ich bereits in meinem Beitrag vom 16. Dezember 2018 berichtete. Nun sind die Miniaturen fertig und von der limitierten Produktion in Birke natur, Birke schwarz und Birke weiß erhielt ich vor einigen Tagen die wunderschöne Miniatur in der naturbelassenen Ausführung für meine Sammlung. Die folgenden Bilder zeigen, wie schön die Miniatur geworden ist und mit welcher Sorgfalt und Genauigkeit Halil Hinz sie angefertigt hat.

Seit diesem Jahr stellt Halil Hinz die Holzkistchen für seine Miniaturen in einer einheitlichen Größe her, damit sie ordentlich gestapelt werden können. Für seine geplanten Long Chairs und Wooden Chairs (s. Bilder ganz unten) wird es ein zweites Format geben, welches aber modular zu der kleinen Ausführung passen wird.

Der Schiebedeckel, erfreulicherweise mit einer Griffleiste ausgestattet, zeigt ab sofort die Seitenansicht der im Kistchen befindlichen Miniatur und gibt Informationen über den Designer, die Modellbezeichnung, das Entwurfsjahr und den Maßstab. Die Artikelnummer, bei meiner Miniatur ist es die N022019-2/2, gibt Auskunft über die Ausführung „N“= Natur, das Herstellungsdatum „022019“ = Monat/Jahr und die limitierte Auflage. Meine Miniatur ist die zweite von zwei. Insgesamt hat Halil Hinz in den verschiedenen Farbtönen sechs Miniaturen hergestellt.

Das folgende Bild zeigt die sehr aufwendig hergestellte mehrteilige Form, in der Halil Hinz sieben Lagen Birkenfurnier verformt und miteinander verleimt hat. Da die Schnittkanten in Längsrichtung, die die Sesselbreite, die Armlehnen und Hinterbeine bilden, bereits beim Zuschneiden der sieben Furnierlagen genau übereinanderliegen müssen, ist auch die Innenbreite der Form so bemessen, daß es keine Verschiebungen in Querrichtung geben kann. Die nicht zu vermeidenden Verschiebungen der Furnierlagen in Längsrichtung werden „unter den Armen“, am Rücken und den Beinenden nach Aushärten des Leims entsprechend bearbeitet und in einer weiteren Form in der Länge gekürzt.


Foto: Halil Hinz

Und hier sind noch zwei Abbildungen der von Halil Hinz geplanten Neuanfertigungen:

Die Miniaturen des von Marcel Breuer entworfenen Long Chair und Short Chair, sind in einer limitierten Auflage von je sechs Exemplaren vorgesehen. Natürlich im Maßstab 1:6 und mit dem dazugehörigen Holzkistchen.

Auch diese Miniaturen werden wie die großen Originale in Birkensperrholz angefertigt und leicht gebeizt und klar lackiert.

 

Diesen Entwurf des australischen Designers Marc Newson, den Wooden Chair von 1992, hat Halil Hinz bereits als Prototyp im Maßstab 1:6 hergestellt.

Es ist eine enorme Heraus-forderung, diese Miniatur anzufertigen, da je zwölf der insgesamt 24 massiven Buchen-leisten in unterschiedlichen Radien einzeln gebogen werden. Auch die Schraubenverbindung zu den horizontal verlaufenden Querstreben und dem massiven Sockel setzt eine besondere Sorgfalt voraus.

Wenn Freunde meines Blogs Fragen zu den Miniaturen haben, schreiben Sie einfach an Halil Hinz. (joi738@aol.com) Gerne gibt er die gewünschten Informationen.