Hans Coray

Miniatur „Landi-Stuhl“ 

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Im Rahmen eines 1938 ausgeschriebenen Wettbewerbs der Schweizer Landesausstellung „Landi“ entwarf der Schweizer Hans Coray den stapelbaren Landi-Stuhl aus Aluminium. Corays Entwurf ging aus dem Wettbewerb als Sieger hervor und wurde 1939 erstmals produziert und auf dem Gelände der Landesausstellung eingesetzt. Danach wurde der leichte Aluminiumstuhl 63 Jahre weiter produziert. Im Jahr 2001 mußte die Produktion dann eingestellt werden. Von 2007  bis 2012 wurde der Landi-Stuhl erneut durch die schweizerische Westermann AG hergestellt.

Die polierte Miniatur meiner Sammlung (Abbildung oben, rechts) wurde 1997 vom Vitra Design Museum für die Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 44 geführt. Die Miniatur in der matt eloxierten Ausführung (Abbildung oben, links) wird vom Vitra Design Museum seit 2008 für die Vitra Miniatures Collection hergestellt und ist heute noch erhältlich.  

Maße der Miniaturen: 87 x 107 mm, 126 mm hoch.

Maßstab der Miniaturen: 1:6

Die Sitzschalen meiner Miniaturen weisen unterschiedliche Herstellungsverfahren auf.

Die polierte Miniatur – es wurden nur 10 Exemplare angefertigt- ist in Handarbeit hergestellt worden. Die Sitzschale und die Traversen unter dem Sitz sind handgedengelt, man erkennt das an kleinen Unebenheiten und gerade noch sichtbaren Werkzeugspuren. Auch die Aluminiumprofile der Seitengestell sind von Hand gebogen.

Die Elemente der eloxierten Miniatur werden seriell mit speziellen Werkzeugen und in Pressen hergestellt. Es sind keinerlei Unebenheiten festzustellen, da bei der Produktion der Miniaturen die gleichen Qualitätansprüche gelten wie beim großen Original. 

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Alvar Aalto

Miniatur „Beistelltisch Modell Paimio, Nr. 75/915“

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Alvar Aalto baute in den Jahren von 1929 bis 1933 ein Tuberkulose-Sanatorium nahe der finnischen Stadt Paimio. In dieser Zeit entwarf er für die Einrichtung des Sanatoriums Sitzmöbel und Tische aus schichtverleimtem und  gebogenem Birkenholz in Kombination mit verformten Sperrholzelementen.

Die Miniatur dieses Beistelltisches ist eine von wenigen Prototypen, die vor 1997 durch das Vitra Design Museum angefertigt wurden. Sie fand weder Aufnahme in die seit 1992 produzierte „Miniatures Collection“ noch in die Miniaturenausstellung „Designmaßstäbe – 100 klassische Sitzmöbel“. Deshalb ist die Miniatur meiner Sammlung eine bemerkenswerte Rarität.

Maße der Miniatur: 100 x 84 mm, 101 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Gestelle der Miniatur sind aus laminiertem Birkenholz hergestellt und farblos lackiert, die Tisch- und Zwischenplatte aus gebogenem Sperrholz sind schwarz gebeizt und seidenmatt lackiert.  

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XXXL Werbemodell

Miniatur „XXXL Werbemodell“

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Ein lieber Freund schenkte mir die Miniatur des roten Stuhls, einem Werbemodell des Möbelunternehmens XXXLutz.

Vorbild für diese Miniatur sind die „Riesenstühle“ , die an vielen Standorten des Möbelunternehmens als Werbeträger aufgestellt sind. Der rote Stuhl ist ein Firmenentwurf und wird in Größen zwischen 10 und 30 Metern Höhe aus Holz gebaut und rot lackiert. Der Gedanke war es, mit den riesigen roten Stühlen die meist unattraktiven „Werbetürme“ zu ersetzen.

Der erste rote Stuhl wurde anlässlich der Eröffnung des Möbelhauses in Nürnberg aufgestellt und der 30 Meter hohe und damit größte rote Stuhl, steht vor dem Möbelhaus im oberösterreichischen St. Florian. Mit seinen 30 Metern Höhe hat es dieser Stuhl ins Guinness Buch der Rekorde geschafft.

Das Fotos des roten Stuhls in St. Florian und die ausführlichen Informationen stellte mir das Unternehmen XXXLutz zur Verfügung. Mein besonderer Dank gilt Frau Mag. Kathrin Huber-Ömer, die mir mit der Beantwortung meiner Fragen sehr geholfen hat.

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Foto: XXXLutz KG, roter Stuhl in St. Florian, 30 Meter hoch.

Maße der Miniatur: 74 x 95 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: ca. 1 : 200 ( bezogen auf den St.Florian-Stuhl )

Die Miniatur ist ein Werbemodell und durchgängig aus Kunststoff hergestellt. Die Oberfläche ist allseitig rot lackiert. Auf die obere Innenfläche der Rückenlehne ist das XXXL-Logo im Siebdruckverfahren aufgedruckt.

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Gio Ponti

Miniatur “ Superleggera, No. 699″

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Der italienische Architekt Gio Ponti entwarf  1957 den Stuhl „Superleggera“ für den Sitzmöbelhersteller Cassina in Meda/Milano. Vorbild für Pontis Entwurf waren die seit dem 19. Jahrhundert in der ligurischen Hafenstadt Chiavari hergestellten filigranen und leichten „Chiavari-Stühle“. Die Gewichtsreduktion erreichte Ponti durch einen verringerten Querschnitt des Gestells und Verwendung eines aus spanischem Rohr geflochtenen Sitzes.

Die Miniatur des „Superleggera“ wurde vom Vitra Design Museum für die Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 55 geführt.

Maße der Miniatur: 68 x 75mm, 139 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Stuhlgestell meiner Miniatur ist aus schwarz gebeiztem Eschenholz angefertigt, der Sitz ist aus naturfarbigem Garn direkt auf den Sitzrahmen geflochten.
Wie das große Vorbild ist auch die Miniatur ein Leichtgewicht. Sie wiegt nur 8 Gramm. Konstruktiv ähnliche Miniaturen in meiner Sammlung wiegen zwischen 14 und 16 Gramm.

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Thomas Lee

Miniatur „Westport Chair“

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Als nächsten Eigenbau plane ich die Miniatur des Westport Chairs im Maßstab 1:6. Vorbild ist die in meiner Sammlung befindliche Miniatur im Maßstab 1:10, die nach einem Originalmodell aus der Sammlung des Vitra Design Museums angefertigt wurde. Diese Miniatur ist ein zuverlässiges Vorbild hinsichtlich der Maße und vor allem der unterschiedlichen Winkel der doch sehr komplizierten Stuhlkonstruktion.

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Um für meine spätere Anfertigung in Massivholz ein Höchstmaß an Passgenauigkeit zu erreichen, habe ich das hier abgebildete Modell aus Balsaholz gebaut. So hatte ich die Möglichkeit, an den einzelnen Bauteilen kleine Korrekturen vorzunehmen und bin mir nun sicher, daß die Miniatur perfekt wird.
Inzwischen habe ich das Modell wieder zerlegt und die Einzelteile sind nun präzise Schablonen für die Anfertigung der Miniatur.

Die Miniatur werde ich rot lackieren, so wie sie in dem Buch „The Adirondack Chair“ von Daniel Mack abgebildet ist.

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Shaker

Miniatur “ Shaker-Stuhl „

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Shaker-Stühle wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von Mitgliedern der Shaker Gemeinde, einer an der Nordküste der USA angesiedelten christlichen Glaubensgemeinschaft, entworfen und ursprünglich für den eigenen Bedarf hergestellt. Das Stuhlgestell bestand aus gedrechselten Beinen und Traversen, die Sprossen der Rückenlehne wurden aus gebogenem Holz angefertigt. Geflochtene Baumwollbänder bildeten die Sitzfläche.
Die Miniatur des Shaker-Stuhls wurde vom Vitra Design Museum für die Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 03 geführt.

Maße der Miniatur: 79 x 67 mm, 184 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell meiner Miniatur ist aus gedrechseltem Ahornholz angefertigt und wie beim großen Original sind die Sprossen der Rückenlehne gebogen. Die Kopfstücke (finals) der Hinterbeine sind formgedrechselt, alle Holzteile sind nußbaumfarbig gebeizt und lackiert. Die Sitzfläche der Miniatur ist aus roten und schwarzen Wollfäden geflochten.

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Gerrit T. Rietveld

Miniatur „Armlehnstuhl“

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Armlehnstuhl im Maßstab 1:1 

Den “Armlehnstuhl” von Gerrit Rietveld sah ich im August 2012 im Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Dort fand in der Zeit vom 17. Mai. bis 16. September 2012 die Ausstellung

Gerrit Rietveld · Die Revolution des Raums

statt. Der in der Ausstellung gezeigte Stuhl ist ein Exponat aus der Sammlung des Centraal Museums in Utrecht. Das Gestell des Stuhles ist aus Kiefernholz angefertigt und die Sitzfläche ist mit einem an den Ecken ausgeschnittenen Stück Leder belegt. Die Rückenlehne aus einem 20 cm breiten Lederstreifen ist an je drei Seiten der oberen Gestellenden mit Polsternägeln angebracht.

In der Sammlung des Centraal Museums in Utrecht gibt es eine weitere Version aus Eichenholz. Die Sitzauflage dieses Stuhls liegt nicht lose auf, sondern ist allseitig mit Polsternägeln befestigt. In Daniele Baronis Buch „Ursprung des modernen Möbels – das Werk Rietvelds“ ist dieser Stuhl veröffentlicht.

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Gerrit Rietveld entwarf den Armlehnstuhl – auch Lehnstuhl genannt – im Jahr 1908. Der Stuhl aus Holz und Leder in seiner schlichten und reduzierten Form gilt als erster und wichtiger Möbelentwurf Rietvelds. 55 Jahre später, im Jahr 1963, entwarf Gerrrit Rietveld einen ebenso auf das Wesentliche reduzierten Stuhl für den Umbau des Juweliergeschäftes Steltman in Den Haag. Der sogenannte „Steltman-Stuhl“ war Rietvelds letzter Möbelentwurf.

Maße der Miniatur: 91 x 68 mm, 142 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Vorbild für die von mir angefertigte Miniatur war der im Vitra Design Museum ausgestellte Stuhl in Kiefernholz. Hellbraun gebeizte Leisten aus Kiefernholz bilden das Stuhlgestell, die Sitzfläche und die Rückenlehnenbespannung sind in braunem Leder ausgeführt.

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Lella und Massimo Vignelli

Miniatur „Intervista“

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Die italienischen Architekten und Designer Lella und Massimo Vignelli entwarfen 1989 den Sessel Intervista für den Möbelhersteller Poltrona Frau SpA in Tolentino, Italien. Intervista gibt es als feststehenden Armchair und in zwei drehbaren Versionen, dem Swivel Armchair 360 und dem niedrigen Twist Armchair.
Die Miniatur des Sessels wird von Poltrona Frau hergestellt.

Maße der Miniatur: 145 x 134 mm, 164 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:5

Meine Miniatur ist mit rotem Leder aus der Poltrona Frau Lederkollektion SC bezogen. Der Sitz und die Außenschale des Sessels sind nahtlos gepolstert. Die Innenfläche der Schale ist dreiteilig gepolstert und wie die Verbindung der Innen- und Außenfläche handwerklich perfekt vernäht. Wie beim großen Original ist auf der Rückseite ein verkleinertes Poltrona Frau Logo eingeprägt.

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Marco Zanuso, Richard Sapper

Miniatur „Lambda“

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In den Jahren von 1959 bis 1964 entwarfen der italienische Architekt und Designer Marco Zanuso und der deutsche Designer Richard Sapper den Stuhl „Lambda“. Der Möbelhersteller Gavina SpA in Bologna beauftragte die Designer, einen Stuhl aus Kunststoff zu entwerfen. Nach vielen Entwürfen und Anfertigungen von Prototypen entwickelten Zanuso und Sapper schließlich einen Ganzmetallstuhl, der aus zehn gestanzten und geformten Blechen bestand. Wegen der aufwendigen und nicht zu automatisierenden Montage des Stuhls kam es nie zu einer Serienfertigung. Nur wenige Stühle wurden in Handarbeit hergestellt.
Die Miniatur des Lambda wurde vom Vitra Design Museum für die Miniaturenausstellung Designmaßstäbe hergestellt und wird im Ausstellungskatalog unter der Position 68 geführt.

Maße der Miniatur: 65 x 73 mm, 131 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur aus meiner Sammlung ist aus gestanzten und geformten Blechen hergestellt und rot lackiert. Die Oberteile der vier U-förmig geformten Stuhlbeine sind oben stark ausgekröpft und unter den Ausstanzungen der Sitzplatte befestigt.

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Marcel Breuer

Miniaturen B3 „Wassily Chair“

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Marcel Breuer entwarf 1925 den Clubsessel B3 aus gebogenem Stahlrohr. Die Gestellteile der ersten Version und die der im Folgejahr aufgelegten Kleinserie waren miteinander verschweißt. Bis 1928 folgten drei weitere Entwürfe, deren Gestellteile nach dem Biegen miteinander verschraubt wurden. Nach Aufnahme der Produktion durch den italienischen Möbelhersteller Gavina im Jahr 1962 erhielt der B3 die Zusatzbezeichnung „Wassily Chair“. Die Namensgebung war eine Hommage an Wassily Kandinsky. Heute wird der Wassily Chair unverändert von Knoll International hergestellt.
Die Miniaturen meiner Sammlung stellte der schwedischen Architekturmodellbauer Modell & Form AB in Göteborg und das Vitra Design Museum in Weil am Rhein her.

Maße der Vitra Miniatur: 130 x 133 mm, 130 mm hoch.
Maßstab der Miniatur: 1:6

Maße der Modell & Form Miniatur: 157 x 136 mm, 154 mm hoch.
Maßstab: 1:5

Das Gestell der Modell & Form Miniatur besteht aus Einzelteilen, wie sie in der Produktion von Knoll vorgesehen sind. Dem zweiteiligen, in der Mitte der Kufen geteilten Grundgestell, je einem Elemente für Sitz und Rücken sowie 2 Seitenstreben unter den Armlehnen. Der komplette Sessel besteht aus diesen sechs Rohrelementen sowie sieben Lederbespannungen für Sitz, Rücken und die Armlehnen.
Das Gestell der Vitra Miniatur besteht aus sieben Rohrelementen, da das Grundgestell vorne und hinten unter den Seitenstreben geteilt ist. Die Gestelle beider Miniaturen sind aus gebogenem und verchromtem Eisendraht angefertigt, die Bespannungen sind in schwarzem Leder ausgeführt.

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