Gerd Lange

Miniatur “ Stapelstuhl Mod. 2000, Programm Flex“

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Der deutsche Designer Gerd Lange entwarf 1974 das Stuhlprogramm Flex für Thonet in Frankenberg/Eder. Der erste Kunststoffstuhl mit Beinen aus massivem Buchenholz war stapel- und reihbar und konnte zusätzlich mit Armlehnen sowie einer Schreib- oder Leseplatte ausgestattet werden. Über 20 Jahre, von 1976 bis 1997, wurde dieser sehr erfolgreiche Entwurf von Thonet für unterschiedlichste Einsatzbereiche produziert.

Die Miniatur des Flex stellte das Vitra Design Museum 1997 für die Ausstellung „Designmaßstäbe“ her.

Maße der Miniatur: 82 x 81 mm, 131 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die runden Stuhlbeine aus massivem Buchenholz und die Zargen aus Formsperrholz sind ungebeizt und seidenmatt lackiert. Die Sitzschale der Miniatur ist aus  Zweikomponenten-Kunststoff gegossen und schwarz lackiert. Wie beim großen Original ist die Sitzfläche im vorderen Bereich an der Unterseite durch neun Rippen verstärkt.

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Hans J. Wegner

Miniatur „3-Benet Skalstol“

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Hans J. Wegner entwarf den 3-Benet Skalstol im Jahr 1963. Der Stuhl mit der breiten flügelartigen Sitzschale und den weich gebogenen Beinen wird noch heute vom dänischen Möbelhersteller  Carl Hansen & Søn unter der Bezeichnung CH07 hergestellt.

Seit 1994 produziert das Vitra Design Museum die Miniatur dieses Stuhles.

Maße der Miniatur: 146 x 140 mm, 122 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Sitzschale, die Rückenlehne und das komplette Fußgestell der Miniatur ist aus verformtem Schichtholz angefertigt. Die Oberfläche ist gespachtelt und orangefarbig decklackiert.

Vor kurzem konnte ich eine weitere Miniatur dieses Modells kaufen, deren Oberfläche im fast gleichen Farbton, aber offenporig lackiert ist. Es handelt sich um eine Anfertigung aus ganz früher Produktion.

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Miniatur mit Decklackierung

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Miniatur mit offenporiger Lackierung 

Steen Østergaard

Miniatur „Nielaus 290 und Cado 290“

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Der dänische Designer Steen Østergaard entwarf 1966 diesen Stapelstuhl, der unter der Bezeichnung Cado 290 zunächst von Poul Cadovius‘ Möbelunternehmen Cado hergestellt wurde. Seit 2012 produziert  Nielaus, ebenfalls ein dänischer Möbelhersteller, den Stuhl unter der Bezeichnung „Nielaus 290“. Hergestellt wird der Stuhl in sechs Farben und kann optional mit einem stoff- oder lederbezogenen Sitzpolster ausgestattet werden. Das verwendete Material Polyamid ist durchgefärbt und glasfaserverstärkt und erlaubt auch den Einsatz im Außenbereich.

Die Miniatur ist ebenfalls ein Produkt von Nielaus.

Maße der Miniatur: 85 x 85 mm, 132 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniaturen meiner Sammlung sind komplett aus Kunststoff hergestellt und genau wie die großen Originale stapelbar. Im Gegensatz zu den großen durchgefärbten Stühlen sind die Miniaturen lackiert.

Den Nielaus-Händlern werden die Miniaturen in den sechs lieferbaren Farben als Farbmuster für die Verkaufsberatung zur Verfügung gestellt.

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Bereits vor einigen Jahren konnte ich die gelbe Miniatur des Cado 290 für meine Sammlung kaufen. Diese Miniatur ist in einem kleineren Maßstab und aus durchgefärbtem Kunststoff angefertigt.

Maße der Miniatur: 80 x 76 mm, 116 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: ca. 1:7

Der Hersteller dieser Miniatur ist mir nicht bekannt. Auf der Außenseite der Rückenlehne ist der Schriftzug „Helly Nr.514“ eingeprägt.

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LCM

Miniatur „LCM“ von Charles und Ray Eames

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Diese Miniatur konnte ich „antiquarisch“ für meine Sammlung erwerben. Der Verkäufer hatte mir vor dem Kauf mitgeteilt, daß es an den Schrauben etwas Rost gibt und die Formholzteile von Sitz und Rücken stark verzogen sind. Durch die obigen Abbildungen hat er mir den sehr schlechten Zustand der Miniatur belegt.

Da mir diese rote Miniatur bisher nicht bekannt war und sie in dieser Ausführung auch nicht vom Vitra Design Museums angeboten wurde, habe ich trotz der erheblichen Mängel gekauft.

Um die Miniatur nun wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzten, habe ich sie zuerst komplett zerlegt. Das Gestell und die Schrauben waren kein Problem. Mit einem Chromputzmittel und einem zaghaften Biegen war es sehr schnell wieder in einem ausgezeichneten Zustand.

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Die stark verzogenen Holzteile habe ich auf ein kleines Holzbrettchen gespannt und durch Unterlagen aus Styropor in die ursprüngliche Form gebracht. Vorbild waren Sitz und Rücken meiner schwarzen Miniatur.

Mehrmals und über einen Zeitraum von mehreren Tage habe ich das Holz mit einem Fön stark aufgeheizt um es so dauerhaft wieder in Form zu bringen. Das Ergebnis ist zwar nicht hundertprozentig, aber ich bin sehr zufrieden und freue mich, wieder eine schöne und seltene Miniatur meiner Sammlung hinzufügen zu können.

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Das Bild unten zeigt die Miniatur nach der Bearbeitung und ich hoffe, daß die Holzteile in ihrer jetzigen Form stabil bleibt.

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Charles und Ray Eames

Miniaturen „LCM · Lounge Chair Metal“

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In den 1940er Jahren entwarfen Charles und Ray Eames Stühle, Tische, Kindermöbel und Raumteiler aus Formsperrholz. Die Sitzmöbel und Tische erhielten optional Untergestelle aus Stahl oder Holz. Der Wohnzimmerstuhl LCM ist ein Entwurf aus dem Jahr 1946.

Das Vitra Design Museum produziert eine Miniatur dieses Stuhles in schwarz gebeizter Ausführung.

Maße der Miniatur: 93 x 103 mm, 109 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur aus schwarz gebeiztem Sperrholz mit einem vernickelten Gestell aus Eisendraht wird vom Vitra Design Museum seit 1994 hergestellt. Wie beim großen Original sind das Sitz- und Rückenlehnenelement mit dem Metalluntergestell durch Gummipuffer -die sogenannten Shockmounts- verbunden.

Die rote Miniatur dieses Stuhles konnte ich kürzlich meiner Sammlung hinzufügen. Ich vermute, daß es sich bei dieser Miniatur um eine Einzelanfertigung handelt, da sie in diesem Farbton offiziell nie angeboten wurde. Die Abmessungen stimmen mit der schwarzen Miniatur überein.

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Le Corbusier, P. Jeanneret, C. Perriand

Miniatur  “Chaise longue à réglage continu”

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Die von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand im Jahr 1928 entworfene Liege wird unter anderem auch mit Fellbezug angeboten. Die Miniatur mit Fellbezug aus meiner Sammlung wurde in den 1990er Jahren als Einzelstück hergestellt und ging in dieser Ausführung nicht in Serienproduktion für die ‚Miniatures Collection‘ des Vitra Design Museums.

Maße der Miniatur: 94 x 271 mm, 117 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Zur Miniatur mit schwarzem Lederbezug gibt es nur geringe Unterschiede. Das Metalluntergestell ist 4 mm länger und die Gestellbeine am Kopfende sind 15 mm höher. Durch diese maßlichen Differenzen ändert sich das Gesamtmaß der Liege nicht, nur der Verstellbereich des Oberteils ist etwas kürzer.

Die Lager der Auflagerollen sind aufwendiger hergestellt. Sie sind nicht lackiert sondern aus blankem Metall angefertigt und gegenüber der schwarzen Liege voll sichtbar.

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Mies van der Rohe

Miniatur „Esszimmerstuhl“

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Den Esszimmerstuhl aus Palisander entwarf Ludwig Mies van der Rohe 1925/26  für die Neueinrichtung seines Appartements in Berlin. Besonderes Merkmal der in Einzelanfertigung hergestellten Stühle ist der vertikale Furnierverlauf auf den Stuhlzargen. Die leicht gepolsterten Sitz- und Rückenflächen waren mit pergamentfarbigem Leder bezogen.

In den folgenden Jahren setzte Mies van der Rohe diesen Stuhl auch in einigen seiner Projekte ein. Teilweise mit leicht gebogenen Rückenlehnen, in anderen Holzarten und unterschiedlichen Polsterauführungen.

Die Miniatur dieses Stuhles habe ich nach mir vorliegenden Abbildungen und Beschreibungen sowie den darin genannten Maßen selber hergestellt.

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Maße der Miniatur: 86 x 88 mm, 138 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das komplette Stuhlgestell und die Füllung der Rückenlehne ist in Ostindisch Palisander furniert. Die Sitz- und Rückenflächen sind leicht gepolstert und mit pergamentfarbigem Leder bespannt. Wie beim großen Original ist das Gestell der Miniatur vertikal furniert und mit Ausnahme der Verbindung zur Rückenlehne bündig verleimt.

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Franco Albini

Miniatur „Gala“

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Franco Albini, italienischer Architekt und Designer, entwarf 1950 den Sessel Gala. Der zweiteilige und stufenlos verstellbare Sessel aus Rattan und Bambusrohr wird heute noch vom italienischen Möbelhersteller Vittorio Bonacina hergestellt.

Das Vitra Design Museum bietet Gala seit 2006 als Miniatur an.

Maße der Miniatur: 145 x 180 mm, 160 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur des Sessels Gala ist wie das große Original zweiteilig und lässt sich genauso stufenlos verstellen. Das Geflecht aus Rattan und Bambus ist maßstäblich reduziert und deshalb eine aussergewöhnliche handwerkliche Leistung.

Zur Miniatur gehört ein bedrucktes Holzkistchen des Vitra Design Museums und eine kleine Informationsbroschüre.

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Barbie wird 55

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In diesem Beitrag stelle ich wieder ein sehr interessantes Fotoprojekt vor. Neben der berühmtesten Puppe der Welt spielen auch Miniaturen aus meiner Sammlung eine Rolle.

Barbie feierte im März 2014 ihren 55. Geburtstag. Der Münchener Fotograf Christophe Schneider fotografierte Miniaturen mit Barbies und Puppen anderer Hersteller für die in der Galerie lichtblick21 stattfindende Ausstellung

BARBIE WIRD 55 – EINE HOMMAGE?

Bei den zufällig übereinstimmenden Größenverhältnissen der Miniaturen und Barbies lag es nahe, Fotos in dieser Kombination anzufertigen. Sie erinnern – und das war auch so beabsichtigt – an die von Vitra in den 1980er und 1990er Jahren aufgelegte Fotoserie „Personalities“, in der Prominente aus Kunst und Kultur auf Vitra-Stühlen abgelichtet wurden.

Ich danke Christophe Schneider sehr herzlich, daß er mir seine Fotografien zur Verfügung gestellt hat und auch Angaben zu der jeweiligen Darstellung gegeben hat.

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Foto: Christophe Schneider

Barbie als Farah Fawcett-Major, bekannt aus ‚3 Engel für Charlie‘ aus den 70ern.
Miniatur La Chaise von Charles und Ray Eames.

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Foto: Christophe Schneider

‚Fly Girl‘ von Integrity Toys by Jason Wu.
Miniatur Marshmallow Sofa von George Nelson.

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Foto: Christophe Schneider

Ru Paul von Integrity Toys by Jason Wu.
Miniatur W.W. Stool von Philippe Starck.

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Foto: Christophe Schneider

Ken als Elvis.
Miniatur Bocca von Studio 65.

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Foto: Christophe Schneider

‚Mod Redux‘ Barbie
Miniatur Coconut Chair von George Nelson.

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Foto: Christophe Schneider

‚Blond Diamond‘ Barbie by The Blondes (Phillipe and David Blond)
Miniatur Heart Shaped Cone Chair von Verner Panton.

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Foto: Christophe Schneider

Barbie by Christian Louboutin (ist sehr bekannter französischer Schuhdesigner)
Miniatur Lounge Chair und Ottoman von Charles und Ray Eames.

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Foto: Christophe Schneider

Josephine Baker von Integrity Toys
Miniatur La Mamma von Gaetano Pesce.

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Ludwig Mies van der Rohe

Miniatur „Esszimmerstuhl“

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In der Literatur über die Möbelentwürfe Ludwig Mies van der Rohes konnte ich mich sehr ausführlich über den Esszimmerstuhl aus Palisander informieren. Mies van der Rohe entwarf den Stuhl in den Jahren 1925/26 für sein eigenes Appartement in Berlin.

Der Stuhl schien mir aufgrund der sehr einfach aussehenden Konstruktion gut geeignet, ihn als Miniatur anzufertigen.

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Für die Gestellteile und Rückenlehnenfüllung benötigte ich vier unterschiedliche Materialstärken. Mir zur Verfügung stehendes Palisander-Massivholz war von der Maserung so blumig, daß ich mich entschied, aus entsprechend vielen Schichten Buchefurnier und zwei Lagen Deckfurnieren in Ostindisch Palisander die Platten selber zu verpressen.

Die feine Maserung des Furniers kam dem Maßstab der Miniatur sehr entgegen.

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Nach dem Zuschnitt der Beine und Zargen habe ich die Schnittflächen furniert und anschließend die Längen festgelegt. Es stellte sich sehr schnell heraus, daß der Stuhlentwurf doch so einige Schwierigkeiten aufwies.

Außer der vorderen Zarge und der vorderen Stuhlbeine gab es keinen rechten Winkel.

Die Seitenzargen laufen in einem Winkel von 87° auf die nach unten schmaler werdende Rückenlehne auf und auch die Rückenlehnenzargen haben unterschiedliche Breiten und Winkel. Trotzdem ist mit Ausnahme der Verbindung Seitenzarge/Rückenlehne das Gestell komplett bündig verleimt und vermittelt wegen der  vertikalen Furnierrichtung den Eindruck, als sei es aus einem Stück Holz herausgeschnitten.

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Vor dem Lackieren des Gestells überzeugte mich schon eine kleine Lackprobe von dem Ergebnis meiner Arbeit.

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Für das Sitzpolster habe ich noch eine Bodenplatte angefertigt und diese ebenso wie den Rücken mit Polsterwatte belegt. Kleine Lederzuschnitte, von unten an den Rändern auf ein Minimum dünner geschliffen, bilden den Bezug von Sitz und Rücken.