Ludwig Mies van der Rohe

Miniatur „Esszimmerstuhl“

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In der Literatur über die Möbelentwürfe Ludwig Mies van der Rohes konnte ich mich sehr ausführlich über den Esszimmerstuhl aus Palisander informieren. Mies van der Rohe entwarf den Stuhl in den Jahren 1925/26 für sein eigenes Appartement in Berlin.

Der Stuhl schien mir aufgrund der sehr einfach aussehenden Konstruktion gut geeignet, ihn als Miniatur anzufertigen.

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Für die Gestellteile und Rückenlehnenfüllung benötigte ich vier unterschiedliche Materialstärken. Mir zur Verfügung stehendes Palisander-Massivholz war von der Maserung so blumig, daß ich mich entschied, aus entsprechend vielen Schichten Buchefurnier und zwei Lagen Deckfurnieren in Ostindisch Palisander die Platten selber zu verpressen.

Die feine Maserung des Furniers kam dem Maßstab der Miniatur sehr entgegen.

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Nach dem Zuschnitt der Beine und Zargen habe ich die Schnittflächen furniert und anschließend die Längen festgelegt. Es stellte sich sehr schnell heraus, daß der Stuhlentwurf doch so einige Schwierigkeiten aufwies.

Außer der vorderen Zarge und der vorderen Stuhlbeine gab es keinen rechten Winkel.

Die Seitenzargen laufen in einem Winkel von 87° auf die nach unten schmaler werdende Rückenlehne auf und auch die Rückenlehnenzargen haben unterschiedliche Breiten und Winkel. Trotzdem ist mit Ausnahme der Verbindung Seitenzarge/Rückenlehne das Gestell komplett bündig verleimt und vermittelt wegen der  vertikalen Furnierrichtung den Eindruck, als sei es aus einem Stück Holz herausgeschnitten.

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Vor dem Lackieren des Gestells überzeugte mich schon eine kleine Lackprobe von dem Ergebnis meiner Arbeit.

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Für das Sitzpolster habe ich noch eine Bodenplatte angefertigt und diese ebenso wie den Rücken mit Polsterwatte belegt. Kleine Lederzuschnitte, von unten an den Rändern auf ein Minimum dünner geschliffen, bilden den Bezug von Sitz und Rücken.

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