Gerrit T. Rietveld

16. Juli 2017

Miniatur „End Table“

Diesen kleinen Beistelltisch entwarf Gerrit Rietveld im Jahr 1923. Die leichte und offene Form des Tisches wird durch die Verwendung nur weniger Elemente in quadratischer, rechteckiger und runder Form zusätzlich unterstrichen. Zwei unterschiedlich große rechteckige Platten verbinden die quadratische Tischplatte und die runde Bodenplatte miteinander. Die Lackierung in Primär- und unbunten Farben entspricht den Gestaltungsprinzipien der niederländischen De Stijl  Bewegung, der Gerrit Rietveld angehörte.

Die Miniatur des End Tables ist eine Anfertigung des Sammlers und Tischlermeisters Halil Hinz. Nicht nur das Sammeln ist seine Leidenschaft, sondern auch das Anfertigen verschiedener Rietveld Entwürfe im Maßstab 1:6. Und das mit einer Präzision, die manche Sammlerherzen höher schlagen lassen. In seinem Blog MiniaturStuhlDesign zeigt er seine Anfertigungen und informiert sehr ausführlich über jede Miniatur.

Und nun zur Miniatur des End Tables:

Maße der Miniatur: 83 x 83 mm, 100 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Der End Table im Maßstab 1:6 ist eine sehr genau Nachbildung des großen Originals. Das „Tischbein“ der Miniatur besteht aus zwei unterschiedlich großen, 3 mm starken Birke-Multiplex-Platten, einem 2 mm starken quadratischen Tischblatt und einer 3 mm starken, runden Fußplatte. Auch diese Platten bestehen aus Birke-Multiplex. Die knapp 3 x 3 mm starke Stützleiste ist aus massivem Birkenholz angefertigt. Die Elemente sind schwarz, rot, weiß, blau und gelb lackiert und werden durch die Kantenlackierung in Kontrastfarben besonders hervorgehoben.

Eine Besonderheit ist die Verbindung der rechteckigen Platten zum Tischblatt und zur Fußplatte. Hier hat Halil Hinz die Verbindung mit Fingerzapfen vorgenommen, wie es bei einigen Originalen gemacht wurde. Die mehrfache Verzahnung in diesem kleinen Maßstab erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch die Einhaltung von Maßen im Zehntel-Millimeter-Bereich.

Auch das Holzkistchen, in dem die Miniatur aufbewahrt wird, ist mit viel Liebe hergestellt. Die Seiten sind mit dem Ober- und Unterboden sauber auf Gehrung verleimt und nehmen vorne den Schieber auf, mit dem das Kistchen verschlossen wird. Eine kleine Griffleiste am oberen Ende des Schiebers läuft sauber in den zurückspringenden Oberboden ein und ermöglicht ein leichtes Öffnen und Schließen.

Ein Aufdruck auf der Oberseite des Kistchens sorgt für ein schnelles Auffinden einer bestimmten Miniatur und gibt einen Hinweis auf die limitierte Auflage.

Rolf Sachs

02. Juli 2017

Miniatur „Original, 1993“

Das Sitzobjekt Original entwarf der Schweizer Designer Rolf Sachs im Jahr 1993. Der minimalistische Entwurf dieses Stuhls besteht aus sechs gleichgroßen, auf Gehrung miteinander verleimten Elementen aus MDF-Platten. Vier Elemente bilden das Unterteil in Form eines zweiseitig offenen Würfels und zwei Elemente das frei bewegliche L-förmige Oberteil. Eine Miniatur dieses von Rolf Sachs hergestellten Prototypen habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 71 x 71 mm, 142 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Zur Anfertigung der Miniatur habe ich 5 mm starke MDF-Platten auf das Maß von 71 x 71 mm zugeschnitten und jeweils zwei, bzw. eine Kante auf 45° abgeschrägt. Nach Verleimen der Gehrungen habe ich alle Oberflächen leicht angeschliffen und mit transparentem Klarlack lackiert.

Die beiden folgenden Bilder zeigen die Zuschnitte in einer Materialstärke von 8 mm. Wegen der nicht stimmenden Proportionen habe ich schließlich 5 mm Material verwendet, wie es auf dem oberen und den beiden letzten Bildern zu sehen ist.

 

 

Zwischen allen Stühlen

25. Juni 2017

Zwischen allen Stühlen – Kleine Geschichte der Sitzkultur

Heute wird die Ausstellung

Zwischen allen Stühlen – Kleine Geschichte der Sitzkultur

im Emschertal-Museum der Stadt Herne auf Schloss Strünkede eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 21. Januar 2018 und zeigt Sitzmöbel, vom Schemel bis zum Thron und vom Ohrensessel bis zum orientalischen Sitzkissen.

Unter den rund 100 gezeigten Objekten befinden sich auch einige Miniaturstühle aus meiner Sammlung, die ich dem Emschertal-Museum für die Dauer der Ausstellung überlassen habe.

Gerade zurückgekommen aus dem Emschertal-Museum im schönen Schloss Strünkede zeige ich hier nun einige Bilder der Ausstellung, die ich eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung aufnehmen konnte. Neben den vielen überaus interessanten Sitzmöbeln sind die Miniaturen in vier Vitrinen attraktiv angeordnet und ausgestellt. Es war nicht einfach zu fotografieren, da es keinen Hintergrund ohne auch nur einen einzigen Stuhl gab.

Nicht nur die interessante Ausstellung ist sehenswert, auch das Schloss mit seinem schönen Park lädt zum Verweilen ein.

Ton Haas

18. Juni 2017

Miniatur „Coral Chair“

Der niederländische Designer und Mitgründer der Möbelfabrik harechair in Rotterdam entwarf im Jahr 2009 den transparenten und  stapelbaren Coral Chair. Von dem leichten, aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellten Stuhl, lassen sich bis zwanzig Exemplare aufeinander stapeln. Die Miniatur wurde von harechair aufgelegt.

Maße der Miniatur: 80 x 85 mm, 138 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur ist genau wie das große Original durchgängig aus Kunststoff gegossen. In meiner Sammlung befindet sich je eine Miniatur in dunkelgrau und weiß sowie zwei Miniaturen in orange. Zur grauen Miniatur gehört eine bedruckte Faltschachtel aus leichtem Karton.

Josef Hoffmann

04. Juni 2017

Vitrinendekoration „Hoffmann Miniaturen“

Meine neueste Vitrinendekoration zeigt alle Miniaturen aus meiner Sammlung, deren Originale vom österreichischen Architekten Josef Hoffmann entworfen wurden. Die Miniaturen im Maßstab 1:6 sind Anfertigungen des Vitra Design Museums und der Galerie Ambiente in Wien. Die Miniatur des höhenverstellbaren Klavierhockers habe ich für meine Sammlung selber hergestellt.

Auch bei dieser Dekoration habe ich die Anordnung in chronologischer Folge vorgenommen und nenne unter den folgenden Bildern die wichtigsten Daten zu jeder Miniatur.

Ausführliche Informationen zu den Miniaturen und weitere Bilder finden sich in den Kategorien unter „6. Miniaturen/Designer“.

Satztische
Entwurf: 1903/04
Maßstab: 1:6
Maße der Miniaturen:
Tisch 1:   91 x 70 mm, 126 mm hoch, + 9 mm für die Griffchen.
Tisch 2:   76 x 60 mm, 119 mm hoch,
Tisch 3:   66 x 52 mm, 116 mm hoch,
Tisch 4:   54 x 43 mm, 113 mm hoch.
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Stuhl Dr. Salzer
Entwurf: 1903
Maßstab: 1:6
Maße: 82 x 85 mm, 216 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Quadratl Tisch
Entwurf: 1903/04
Maßstab: 1:6
Maße: 100 x 100mm, 130 mm hoch.
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Sitzmaschine  (links)
Entwurf: 1904/05
Maßstab: 1:6
Maße: 105 x 155 mm, 172 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Siebenkugelstuhl
Entwurf: 1905/06
Maßstab: 1:6
Maße: 73 x 75 mm, 182 mm hoch.
Hersteller: Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Sitzmaschine  (rechts)
Entwurf: 1904/05
Maßstab: 1:6
Maße: 108 x 158 mm, 172 mm hoch
Hersteller: Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Fledermaus Stühle und -Beistelltisch (hinten)
Entwurf: 1907
Maßstab: 1:6
Maße der Miniaturen:
Stuhl: 87 x 82 mm, 121mm hoch
Tisch: Ø 90 mm,  120 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Fledermaus Stuhl (vorne links)
Entwurf: 1907
Maßstab: 1:6
Maße: 92 x 79 mm, 120 mm hoch
Hersteller: Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Fledermaus Hocker
Entwurf: 1907
Maßstab: 1:6
Maße: 60 mm Ø, 75 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Klavierhocker
Entwurf: 1908
Maßstab: 1:6
Maße: Ø 70 mm, von 76 bis 93 mm höhenverstellbar.
Hersteller: eigene Einzelanfertigung

Noriko Hashida

21. Mai 2017

Miniatur „Pages 2 / Arm Chair“

  

  

Den Sessel Pages 2 entwarf die japanische Designerin Noriko Hashida im Jahr 2012. Das schlichte Holzgestell mit glatten Sperrholzplatten für Sitz und Rücken ist mit zehn Stoffbahnen in unterschiedlichen Farben gepolstert. Durch Umschlagen einzelner Stoffbahnen verändert man geringfügig die Sitzhöhe und Sitztiefe und kann so für unterschiedlich große Nutzer eine bequeme Sitzposition einstellen. Gleichzeitig ergeben sich verschiedene Farbkombinationen der Polsterung.

Bereits im Jahr 2005 entwarf Noriko Hashida Pages 0 und im Jahr 2011 Pages 1. Abbildungen dieser Stuhlentwürfe und auch anderer Entwürfe der Designerin finden sich hier.

Die Miniatur des Sessels habe ich für meine Sammlung selber angefertigt. Einige Arbeitsschritte zeigen die folgenden Bilder.

Maße der Miniatur: 108 x 120 mm, 120 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Da mir Detailmaße fehlen, gehe ich davon aus, daß die Platten für Sitz und Rücken beim Originalsessel etwa 10 mm stark sind. Für die miniaturisierten Sperrholzplatten habe ich deshalb drei Lagen 0,6 mm starkes Ahornfurnier kreuzweise verleimt und für das Gestell die Leisten aus massivem Ahornholz angefertigt.

In meiner Montagehilfe aus drei rechtwinklig miteinander verbundenenen MDF-Platten verleime ich Gestellelemente und ganze Gestelle. Kurze Zeit mit der Hand zusammengedrückt oder je nach Konstruktion mit einer Vorlage und Schraubzwingen verspannt, entstehen so feste Verbindungen im rechten Winkel. Hier befindet sich das vordere, noch unverleimte Gestell in der Montagehilfe.

  

Das Bild links zeigt die bereits verleimten vorderen und hinteren Gestellteile, die hier noch zur Aufnahme der Dübel gebohrt werden. Das rechte Bild zeigt das komplette Gestell, jedoch noch ohne Armlehnen und Sperrholzplatten für Sitz und Rücken.

Die Stoffe für die Polsterung habe ich aus Filztuch zugeschnitten, da das Tuch von beiden Seiten einsetzbar ist. Im unteren Bereich der Rückenlehne sind die Stoffbahnen mit doppelseitigem Klebeband fixiert (s. Bild unten) und anschließend zwischen den hinteren Traversen befestigt.

Vor Befestigung der Polsterung habe ich das Gestell seidenmatt lackiert und zusätzlich mit Metallgleitern versehen.

Jorge Pensi

07. Mai 2017

Miniatur „Armlehnstuhl Toledo Aire“

Der spanische Designer Jorge Pensi entwarf 1988 den Armlehnstuhl Toledo, einen stapelbaren Sessel aus Aluminiumguß und Aluminiumrohr für den Sitzmöbelhersteller Amat-3. Der ursprünglich für Außenbereiche entwickelte Sessel zeichnet sich besonders durch seine Leichtigkeit und Stapelbarkeit aus. Neben dem weltweiten Einsatz in Straßencafés, fand der Armlehnenstuhl Toledo auch Einzug in viele andere Bereiche wie z.B. Wohnung, Büro und Objekt.

Heute wird der Armlehnstuhl Toledo in der Ausführung Aluminium von Barcelona Dd, einem Unternehmen der spanischen Resol Gruppe hergestellt. Auch die konstruktiv überarbeitete Polypropylen-Ausführung wird als „Toledo Aire“ von Barcelona Dd produziert und in sechs Farben angeboten. Hier ist ein kleines Video über die Entwicklung und die Produktion des Toledo Aire zu sehen. Der glasfaserverstärkte Kunststoffsessel ist Vorbild für diese Miniatur.

Maße der Miniatur: 113 x 116 mm, 155 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:5

Die Miniatur ist  durchgängig aus Polypropylen gespritzt und im Farbton Sand ausgeführt. Wie beim großen Original sind die lamellenförmigen Öffnungen im Sitz und der Rückenlehne detailgetreu ausgeführt. Die gesamte Ausführung entspricht dem Vorbild.

Aus meinem Bücherschrank

07. Mai 2017

Looking for the Best • Design in Aluminium • Selected by Architonic

Dieses im Jahr 2007 von architonic (eine unabhängige Quelle von Produkten, Materialien und Konzepten für Architektur und Design) herausgegebene Flipbook informiert über mehr als 350 ausgewählte Möbel, Leuchten und andere Gebrauchs-gegenstände, die in Aluminium hergestellt sind. Jedes abgebildete Produkt ist über eine eigene Internetdomain auf www.architonic.com direkt auffindbar und mit weiter-führenden Informationen verlinkt.

Bereits im Jahr 2006 erschienen die Flipbooks „Armchairs, Lounge Chairs“ und „Skandinavian Design“, gefolgt von „Chairs“ und der Sonderausgabe „Wilkhahn 100 Years+“ im Jahr 2007.

Le Corbusier, P. Jeanneret, C. Perriand

23. April 2017

Miniatur  “Chaise longue à réglage continu”


Auszug aus der Preisliste des Vitra Design Museums von 1992

Die Miniatur der von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entworfenen Liege “Chaise longue à réglage continu” sollte ursprünglich zu den ersten vom Vitra Design Museum aufgelegten Miniaturen gehören. Dem Vorhaben,  Originale aus der Sammlung des Museums hochwertig zu miniaturisieren, konnte die Corbusier-Stiftung in Paris wohl gedanklich nicht so richtig folgen. Deshalb entschied man damals, für „Puppenhausmöbel“ keine Lizenz zu vergeben. Bevor jedoch die bereits angelaufene Produktion und der Vertrieb der Miniatur gestoppt werden konnte, gingen einige Exemplare an Sammler, die sich heute glücklich schätzen können, diese kleine Rarität zu besitzen. Zu diesen Sammlern gehört auch Michele Brown aus den USA, die mir die folgenden Bilder zur Verfügung stellte.

Michele Brown zeigt auch die Bilder Ihrer sehr umfangreichen  Sammlung im Internetportal Flickr.

Im Jahr 1996 erhielt das Vitra Design Museum die Lizenz zur Produktion der Miniatur in schwarzer Lederausführung. Sie wurde bis 2014 sehr erfolgreich produziert und vertrieben.

  


Alle Fotos: Michele Brown

Aus meinem Bücherschrank

23. April 2017

Le Corbusier
The Art of Architecture

„Le Corbusier war der wohl bedeutendste Architekt des Zwanzigsten Jahrhunderts.  Die Publikation »Le Corbusier – The Art of Architecture« gibt einen Überblick über sein Oeuvre, das nicht nur Architektur, Möbel- und Inneneinrichtungen, sondern auch Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Tapisserien und Publikationen umfasst. Ausführliche Essays von einigen der bekanntesten Le Corbusier-Experten widmen sich bestimmten Schwerpunkten in Le Corbusiers Schaffen, wie der Beziehung zwischen Skulptur und Architektur, seinen Interieurs, seiner Faszination für die Medien oder seiner lebenslangen Begeisterung für den Orient. Eine umfangreich illustrierte Biographie veranschaulicht die beeindruckende Vielfalt von Le Corbusiers Lebenswerk, das in einer Zeitspanne von mehr als 60 Jahren entstand. Auf dem neuesten Forschungsstand und mit einer reichhaltigen Auswahl von bisher unveröffentlichten Dokumenten gibt das Buch eine umfassende Einführung für den Laien, eröffnet aber auch für Kenner und Liebhaber neue Perspektiven auf das Werk des »Architect of the Century«.

Die Publikation enthält Beiträge von Stanislaus von Moos, Jean-Louis Cohen, Arthur Rüegg, Beatriz Colomina, Mateo Kries und anderen.“

Text: Vitra Design Museum