Noriko Hashida

21. Mai 2017

Miniatur „Pages 2 / Arm Chair“

  

  

Den Sessel Pages 2 entwarf die japanische Designerin Noriko Hashida im Jahr 2012. Das schlichte Holzgestell mit glatten Sperrholzplatten für Sitz und Rücken ist mit zehn Stoffbahnen in unterschiedlichen Farben gepolstert. Durch Umschlagen einzelner Stoffbahnen verändert man geringfügig die Sitzhöhe und Sitztiefe und kann so für unterschiedlich große Nutzer eine bequeme Sitzposition einstellen. Gleichzeitig ergeben sich verschiedene Farbkombinationen der Polsterung.

Bereits im Jahr 2005 entwarf Noriko Hashida Pages 0 und im Jahr 2011 Pages 1. Abbildungen dieser Stuhlentwürfe und auch anderer Entwürfe der Designerin finden sich hier.

Die Miniatur des Sessels habe ich für meine Sammlung selber angefertigt. Einige Arbeitsschritte zeigen die folgenden Bilder.

Maße der Miniatur: 108 x 120 mm, 120 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Da mir Detailmaße fehlen, gehe ich davon aus, daß die Platten für Sitz und Rücken beim Originalsessel etwa 10 mm stark sind. Für die miniaturisierten Sperrholzplatten habe ich deshalb drei Lagen 0,6 mm starkes Ahornfurnier kreuzweise verleimt und für das Gestell die Leisten aus massivem Ahornholz angefertigt.

In meiner Montagehilfe aus drei rechtwinklig miteinander verbundenenen MDF-Platten verleime ich Gestellelemente und ganze Gestelle. Kurze Zeit mit der Hand zusammengedrückt oder je nach Konstruktion mit einer Vorlage und Schraubzwingen verspannt, entstehen so feste Verbindungen im rechten Winkel. Hier befindet sich das vordere, noch unverleimte Gestell in der Montagehilfe.

  

Das Bild links zeigt die bereits verleimten vorderen und hinteren Gestellteile, die hier noch zur Aufnahme der Dübel gebohrt werden. Das rechte Bild zeigt das komplette Gestell, jedoch noch ohne Armlehnen und Sperrholzplatten für Sitz und Rücken.

Die Stoffe für die Polsterung habe ich aus Filztuch zugeschnitten, da das Tuch von beiden Seiten einsetzbar ist. Im unteren Bereich der Rückenlehne sind die Stoffbahnen mit doppelseitigem Klebeband fixiert (s. Bild unten) und anschließend zwischen den hinteren Traversen befestigt.

Vor Befestigung der Polsterung habe ich das Gestell seidenmatt lackiert und zusätzlich mit Metallgleitern versehen.

Jorge Pensi

07. Mai 2017

Miniatur „Armlehnstuhl Toledo Aire“

Der spanische Designer Jorge Pensi entwarf 1988 den Armlehnstuhl Toledo, einen stapelbaren Sessel aus Aluminiumguß und Aluminiumrohr für den Sitzmöbelhersteller Amat-3. Der ursprünglich für Außenbereiche entwickelte Sessel zeichnet sich besonders durch seine Leichtigkeit und Stapelbarkeit aus. Neben dem weltweiten Einsatz in Straßencafés, fand der Armlehnenstuhl Toledo auch Einzug in viele andere Bereiche wie z.B. Wohnung, Büro und Objekt.

Heute wird der Armlehnstuhl Toledo in der Ausführung Aluminium von Barcelona Dd, einem Unternehmen der spanischen Resol Gruppe hergestellt. Auch die konstruktiv überarbeitete Polypropylen-Ausführung wird als „Toledo Aire“ von Barcelona Dd produziert und in sechs Farben angeboten. Hier ist ein kleines Video über die Entwicklung und die Produktion des Toledo Aire zu sehen. Der glasfaserverstärkte Kunststoffsessel ist Vorbild für diese Miniatur.

Maße der Miniatur: 113 x 116 mm, 155 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:5

Die Miniatur ist  durchgängig aus Polypropylen gespritzt und im Farbton Sand ausgeführt. Wie beim großen Original sind die lamellenförmigen Öffnungen im Sitz und der Rückenlehne detailgetreu ausgeführt. Die gesamte Ausführung entspricht dem Vorbild.

Aus meinem Bücherschrank

07. Mai 2017

Looking for the Best • Design in Aluminium • Selected by Architonic

Dieses im Jahr 2007 von architonic (eine unabhängige Quelle von Produkten, Materialien und Konzepten für Architektur und Design) herausgegebene Flipbook informiert über mehr als 350 ausgewählte Möbel, Leuchten und andere Gebrauchs-gegenstände, die in Aluminium hergestellt sind. Jedes abgebildete Produkt ist über eine eigene Internetdomain auf www.architonic.com direkt auffindbar und mit weiter-führenden Informationen verlinkt.

Bereits im Jahr 2006 erschienen die Flipbooks „Armchairs, Lounge Chairs“ und „Skandinavian Design“, gefolgt von „Chairs“ und der Sonderausgabe „Wilkhahn 100 Years+“ im Jahr 2007.

Le Corbusier, P. Jeanneret, C. Perriand

23. April 2017

Miniatur  “Chaise longue à réglage continu”


Auszug aus der Preisliste des Vitra Design Museums von 1992

Die Miniatur der von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entworfenen Liege “Chaise longue à réglage continu” sollte ursprünglich zu den ersten vom Vitra Design Museum aufgelegten Miniaturen gehören. Dem Vorhaben,  Originale aus der Sammlung des Museums hochwertig zu miniaturisieren, konnte die Corbusier-Stiftung in Paris wohl gedanklich nicht so richtig folgen. Deshalb entschied man damals, für „Puppenhausmöbel“ keine Lizenz zu vergeben. Bevor jedoch die bereits angelaufene Produktion und der Vertrieb der Miniatur gestoppt werden konnte, gingen einige Exemplare an Sammler, die sich heute glücklich schätzen können, diese kleine Rarität zu besitzen. Zu diesen Sammlern gehört auch Michele Brown aus den USA, die mir die folgenden Bilder zur Verfügung stellte.

Michele Brown zeigt auch die Bilder Ihrer sehr umfangreichen  Sammlung im Internetportal Flickr.

Im Jahr 1996 erhielt das Vitra Design Museum die Lizenz zur Produktion der Miniatur in schwarzer Lederausführung. Sie wurde bis 2014 sehr erfolgreich produziert und vertrieben.

  


Alle Fotos: Michele Brown

Aus meinem Bücherschrank

23. April 2017

Le Corbusier
The Art of Architecture

„Le Corbusier war der wohl bedeutendste Architekt des Zwanzigsten Jahrhunderts.  Die Publikation »Le Corbusier – The Art of Architecture« gibt einen Überblick über sein Oeuvre, das nicht nur Architektur, Möbel- und Inneneinrichtungen, sondern auch Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Tapisserien und Publikationen umfasst. Ausführliche Essays von einigen der bekanntesten Le Corbusier-Experten widmen sich bestimmten Schwerpunkten in Le Corbusiers Schaffen, wie der Beziehung zwischen Skulptur und Architektur, seinen Interieurs, seiner Faszination für die Medien oder seiner lebenslangen Begeisterung für den Orient. Eine umfangreich illustrierte Biographie veranschaulicht die beeindruckende Vielfalt von Le Corbusiers Lebenswerk, das in einer Zeitspanne von mehr als 60 Jahren entstand. Auf dem neuesten Forschungsstand und mit einer reichhaltigen Auswahl von bisher unveröffentlichten Dokumenten gibt das Buch eine umfassende Einführung für den Laien, eröffnet aber auch für Kenner und Liebhaber neue Perspektiven auf das Werk des »Architect of the Century«.

Die Publikation enthält Beiträge von Stanislaus von Moos, Jean-Louis Cohen, Arthur Rüegg, Beatriz Colomina, Mateo Kries und anderen.“

Text: Vitra Design Museum

Charlotte Perriand

09. April 2017

Miniatur „Lounge Chair / Bamboo Chair“


Foto: Thomas Bieber

Den Bamboo Chair – in einigen Veröffentlichungen auch als Lounge Chair bezeichnet – entwarf Charlotte Perriand 1941 während eines langjährigen Japanaufenthalts für eine Ausstellung im Takashimaya Kaufhaus in Tokyo. Das Gestell des oben abgebildeten Sessels ist in Eiche ausgeführt. Die 14 verformten Holzstreifen aus Bambusholz bilden die Sitz- und Rückenfläche und sind an den Querverbindungen und einer unter dem Sitz befindlichen Strebe befestigt. Beschläge aus Bronze sind im Bereich der Rückenlehne und der vorderen Traversen angebracht.

Einen Originalsessel entdeckte  Thomas Bieber aus Würzburg im Schaufenster des Antiquitätengeschäfts Markus in der Nürnberger Innenstadt. Schon seit einigen Jahren teilen wir unsere Vorliebe für ausgefallenes Design, Möbel aus Holz und natürlich Miniaturen historischer und zeitgenössischer Stuhlentwürfe. Thomas Bieber schickte mir das Bild mit dem Hinweis, diesen Sessel doch als Miniatur für meine Sammlung anzufertigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht mit dem Biegen und Verformen ganzer Holzgestelle beschäftigt. Da mir einfach der Mut fehlte, verschwand das Bild erst mal ganz tief in meinem Bildarchiv.

Nachdem ich die ersten Versuche mit dem Verformen von Holz erfolgreich durchgeführt hatte, wagte ich mich dann an die Anfertigung der Miniatur des Bamboo Chairs. Das Ergebnis zeigen die beiden folgenden Bilder.

Das Gestell habe ich aus mehreren Lagen Eichenfurnier verleimt und verformt; meine Versuche, die Holzstreifen aus Bambusholz herzustellen, waren leider nicht erfolgreich. Nach dem Verleimen und Biegen von zwei Lagen Bambusfurnier in einer Breite von 3 mm, brachen die unter Spannung stehenden Leisten im Bereich der Außenradien und bildeten regelrechte kleine „Pfeilspitzen“. Auch durch gründliches Schleifen erzielte ich keine glatte Oberfläche. Deshalb entschied ich mich, die Holzstreifen aus 1 x 3 mm starken Eichenleisten zu biegen. Nach Befestigung der Holzstreifen durch kleine Messingstifte habe ich die schon vorher gebeizte Oberfläche mit Klarlack lackiert.

Maße der Miniatur: 100 x 113 mm, 116 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Auf die Beschläge aus Bronze habe ich verzichtet, da sich die Beschaffung des Materials in der geringen Stärke und Mindermenge als problematisch herausstellte. Da Charlotte Perriand offensichtlich den Sessel auch ohne die Bronzebeschläge herstellen lies, sehe ich meine kleine Abweichung vom oben gezeigten Original als erlaubt an.

Die folgenden Bilder zeigen einige Schritte meiner Anfertigung: Zum Biegen und Verformen der Seitengestelle und der Streifen für Sitz und Rücken habe ich Formen aus MDF-Platten und Sperrholz geschnitten. Die Form für die Seitengestelle habe ich so breit gewählt, daß ich die Elemente für beide Seiten daraus schneiden konnte. So ist gewährleistet, daß beide Seitengestelle die gleiche Spannung haben und die Miniatur fest steht. Die schmalen Streifen für Sitz und Rücken habe ich einige Zeit in heißem Wasser „weich gekocht“ und konnte sie dann leicht vorgebogen in die Formen einlegen und verspannen.

  

  

Um die hintere und obere Querstreben passgenau einzuleimen, habe ich mir ein Hilfswerkzeug gebaut, welches für eine Rechtwinkligkeit und einen festen Stand der Miniatur sorgte. Die 14 verformten Holzstreifen habe ich dann an den Traversen und der Strebe unter dem Sitz befestigt und abschließend in die Nut der oberen Querstrebe eingeleimt. Einige Zwischenschritte wie das Beizen der Einzelelemente, das Einschlagen kleiner Messingstifte und verschiedene Teilmontagen waren natürlich erforderlich, um die Miniatur fertigzustellen.

Aus meinem Bücherschrank

09. April 2017

Das Vitra Schaudepot
Architektur, Idee, Objekte

„Das Vitra Schaudepot ist die größte Dauerausstellung zum modernen Möbeldesign weltweit. Hier präsentiert das Vitra Design Museum seine umfangreiche Sammlung. Im Zentrum steht eine Auswahl von über 400 Schlüsselstücken, ergänzt um thematische Einblicke in Sammlungsschwerpunkte, Wechselausstellungen, einen digitalen Katalog, eine Materialbibliothek und weitere Forschungseinrichtungen. Konzipiert als »gläsernes Designuseum« macht das Schaupepot die Arbeit des Vitra Design Museums in allen Facetten sichtbar. Dieser Kurzführer erläutert das Gebäude des Schaudepots von Herzog & de Meuron, gibt eine Übersicht der präsentierten Objekte und erklärt, welche Überlegungen hinter der Auswahl der gezeigten Stücke stehen.“

Text: Klappentext des Verlages.

Pavel Janák

26. März 2017

Miniatur „Janák Chair“

Diesen Stuhl im Stil des tschechischen Kubismus entwarf der Prager Architekt Pavel Janák im Jahr 1911. Schräg angeschnittene Flächen und kristalline Formen bestimmen Janáks kubistischen Möbelentwürfe genauso wie auch seine realisierten Bauten und  Keramikobjekte. Der ursprünglich in Eiche ausgeführte Stuhlentwurf wird heute von Modernista s.r.o. in Prag in der Kombination Buche/Nussbaum in Originalgröße und als Miniatur hergestellt.

Maße der Miniatur: 67 x 74 mm, 136 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:7

Das Gestell und die dreieckige Rückenlehne der Miniatur ist aus Buchensperrholz hergestellt, der Sitzrahmen mit eingesetztem Muldensitz besteht aus Walnussholz. Die Oberfläche des Stuhls ist komplett braun gebeizt und seidenmatt lackiert.

Zur Miniatur gehört die oben abgebildete,  im kubistischen Stil gestaltete Faltschachtel aus transparentem Kunststoff mit einem kleinen Sockel aus schwarzem Karton.

Für die „Edition Vitra Design Museum“ von 1995 entwarf Alessandro Mendini drei Varianten des Janák Chairs als Re-design. Die folgende Abbildung ist ein Auszug aus dem vom Vitra Design Museum aufgelegten Faltprospekt.

Aus meinem Bücherschrank

26. März 2017

Tschechischer Kubismus
Architektur und Design 1910-1925

„Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts: In einem einzigartigen künstlerischen Dialog entwickelten Picasso und Braque eine neue Sprache der Kunst, den Kubismus. Zwischen 1910 und 1914 bemühte sich die junge Prager Avantgarde, die neue Ästhetik von der Leinwand in die Dreidimensionalität der Architektur und angewandten Kunst zu übertragen. Dieser Versuch ist in seiner Intensität ein spezifisch tschechisches Phänomen, das in der Geschichte der europäischen Kultur ohne Gleichen ist. […]

Das vorliegende Buch erscheint begleitend zu einer gleichnamigen Ausstellung [12.7.1991-22.9.1991] im Vitra Design Museum. Mehr als 300 Exponate aus den Bereichen Architektur, Möbeldesign, Keramik, Metallhandwerk und Graphik bieten einen nahezu vollständigen Überblick über das außergewöhnliche Phänomen des tschechischen Kubismus in Architektur und Design.“

Text: Klappentext des Verlages.

Anders Hammarstrand

12. März 2017

Miniatur „Modell 11“

Neben dem Sesselentwurf  des Modell 11 schuf der schwedische Maler, Bildhauer und Möbeldesigner Anders Hammarstrand mehr als 20 weitere Sitzmöbel aus massivem Vierkantholz und rechteckigen Holzplatten. Die vertikalen, horizontalen und in unterschiedlichen Schrägen miteinander verbundenen Holzelemente bilden Stühle und Sessel mit skulpturalem Charakter, wobei auch die ergonomischen Aspekte nicht außer Acht gelassen wurden.

Konstruktiv ist das Modell 11 eine sehr mutige Entwicklung, da Sitz und Rückenlehne voneinander getrennt sind und die frei schwebende Sitzfläche im vorderen Bereich ohne stabilisierende Verbindung zum Fußgestell auskommen muß. Die von Anders Hammarstrand für seine Entwürfe verwendeten Harthölzer wie Ulme oder Ahorn und beim Modell 11 Esche, garantieren jedoch eine hohe Festigkeit der Verbindungen.

Die Miniatur des Modell 11 habe ich selber für meine Sammlung angefertigt und die Oberfläche des Holzes genau wie beim großen Original mit Wachs behandelt.

Maße der Miniatur: 113 x 149 mm, 178 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Für die Miniatur habe ich Vierkantleisten und massive Brettchen aus Eschenholz zugeschnitten verdübelt und miteinander verleimt. Vorbild waren Abbildungen des Originalsessels, die ich auf der Website eines Anbieters fand. Die umgerechneten Außenmaße des Sessels garantieren den Maßstab 1:6, wobei ich die Maße der Gestellleisten und die Breiten von Sitz und Rückenlehne frei festgelegt habe.

Die unten zu sehenden Bilder zeigen einige Produktionsschritte meiner Anfertigung. Um den Winkel für Rückenlehne und Sitzelement genau zu treffen, habe ich eine Zeichnung im Maßstab 1:6 angefertigt, die beim Zuschnitt der Schrägen sehr hilfreich war.