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17. Februar 2021

Weitere Fotos meiner Miniaturensammlung zeige ich bei
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Miniaturen aus der Sammlung Herda

22. November 2021

Stein oder nicht Stein, das ist hier die Frage…

… so (oder so ähnlich 😉) hat es ja schon Hamlet in Shakespeares gleichnamiger Tragödie formuliert. Schaut man sich Architektur und Kunst vergangener Jahrhunderte an, so findet man immer wieder Versuche, kostbare Materialien oder aufwändige Arbeiten durch einfachere, vor allem aber kostengünstigere Verfahren täuschend echt nachzuahmen bzw. zu ersetzen, so z.B. bei Trompe-l’œil-Effekten, der illusionistischen Malerei oder dem Stuckmarmor. So habe ich mir es bei meinem Miniaturenbau auch einfach „erlaubt“, neben echtem Stein auch Materialien zu verwenden, die den Anschein echten Steins erwecken sollen. Ein Grund dafür war natürlich die Tatsache, dass es mir gar nicht möglich ist, Steine (ähnlich wie auch Stahl) im Maßstab 1:6 angemessen zu bearbeiten.

Hier einige Beispiele für „Original und Fälschung“:

 

 

 

Diese sechs Beispiele zeigen, wie mit Holz und Granit-Farbspray oder bedruckter Folie ein Stein- bzw. Marmoreffekt bei den Miniaturen erreicht werden sollte.

 

 

 

Bei diesen Miniaturen wurde echter Stein für die Herstellung verwendet.

 

 

Die letzten Bilder zeigen die Verwendung steinähnlichen Materials wie Ton, Gips, Mörtel oder Beton.

Ludwig Mies van der Rohe

30. Oktober 2021

Kissen des Pavillonsessel

Bereits vor vielen Jahren sah ich in einem meiner Bücher Abbildungen der Sessel, die Ludwig Mies van der Rohe 1929 für die Einrichtung seines Deutschen Pavillons in Barcelona entworfen hat. Die mit weißem Glacéleder bezogenen Kissen waren diagonal geknöpft und die Gurte zur Stützung der Rückenkissen waren horizontal verspannt. Auch die Kissen einiger Hocker, die im Pavillon gezeigt wurden, waren diagonal geknöpft.

Bei einem Besuch im Kragstuhlmuseum des Möbelherstellers Tecta in Lauenförde/Niedersachsen, sah ich den auf dem folgenden Foto abgebildeten Barcelona Hocker, der originalgetreu reproduziert war und die diagonale Knöpfung des Polsters zeigt.

Da die in meiner Sammlung befindlichen Miniaturen des Barcelona Sessels und auch die bereits ab 1930 im Kundenauftrag hergestellten Originale die Knöpfung in kassettierter Form aufweisen, habe ich ein Kissen für meine Sammlung mit der diagonalen Knöpfung hergestellt.

Weiches Glacéleder in einer Stärke von weniger als 0,5 mm trug zum Gelingen meiner kleinen Anfertigung bei. Vorbild in puncto Maße waren meine vorhandenen Miniaturen. Ein kleiner von mir angefertigter Acrylständer sorgt für eine schöne Präsentation.

Anonym

03. Oktober 2021

Miniatur „Windsor Chair“

Das Vitra Design Museum entwickelte 1997 die Miniaturenausstellung

„Designmaßstäbe – 100 klassische Sitzmöbel“

Die vier produzierten Ausstellungssätze mit je 100 Miniaturen wurden bis vor vier Jahren parallel weltweit gezeigt. Nach vielen erfolgreichen Ausstellungen in mehr als 20 Jahren wurden die Ausstellungssätze aufgelöst und fanden nun einen Platz im Archiv der Sammlung des Vitra Design Museums. Einige der Miniaturen wurden an Sammler verkauft, zu der auch die hier von mir gezeigte Miniatur des Windsor Chairs gehört. Im Katalog, der die Miniaturenausstellung begleitete, wird die Miniatur des Windsor Chairs als Nr.1 geführt. Ausführliche Informationen von Mateo Kries, dem damaligen Kurator der Ausstellung und heutigen Direktor des Vitra Design Museums, geben Erkenntnisse zur Entwicklung und Geschichte der Windsor-Stühle.

Da der Katalog seit langem vergriffen ist und nur noch antiquarisch angeboten wird, habe ich die zum Windsor Chair gehörigen Katalogseiten nachstehend abgebildet.

Miniaturen aus der Sammlung Herda

14. September 2021

Neues aus der Miniaturstuhlproduktion Herda

Nachdem in meiner kleinen Kellerwerkstatt inzwischen über 450 Designstuhlminiaturen im Maßstab 1:6 entstanden sind, ist es wieder einmal Zeit, einen kleinen Einblick in die letzte Produktionsphase zu geben. Für mich besonders wichtig sind weiterhin zwei Aspekte: zum einen die Verwendung einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien und zum anderen die Ausweitung der Design-Vorbilder über die traditionellen Design-Ikonen hinaus auf interessante aktuelle, zeitgenössische Entwürfe; nicht zuletzt versuche ich auch hin und wieder eigene, selbsterdachte Miniaturstühle zu „erschaffen“.

Hier also eine bunte Foto-Präsentation meiner Eigenbauminiaturen der letzten Monate; wer Genaueres zu einzelnen Exemplaren erfahren möchte, kann sich natürlich gerne unter Klaus_Herda@web.de an mich wenden.

Zum Vergrößern bitte anklicken

Alvar Aalto

22. August 2021

Miniatur „Stuhl 21“

Alvar Aalto entwarf für die 1929 in München stattgefundene Ausstellung Die Wohnung für das Existenzminimum einen stapelbaren Freischwinger mit einem Gestell aus verchromtem Stahlrohr. Die Sitzschale aus durchgängig gebogenem Sperrholz wurde direkt, oder auch auf Distanzhülsen, mit dem Stahlrohruntergestell verbunden.

1933 entstand der Stuhlentwurf neu, mit einem freischwingenden Gestell aus schichtverleimtem Birkenholz und erhielt die Bezeichnung Stuhl 21.

Eine Miniatur dieses Entwurfs habe ich für meine eigene Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 79 x 112 mm, 140 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Wie schon einige der von mir angefertigten Miniaturen aus gebogenem Holz, habe ich das Gestell und auch die Sitzschale aus mehreren Lagen 0,6 mm starkem Birkenfurnier verformt und dauerhaft verleimt. Die Oberflächen sind ungebeizt und seidenmatt lackiert.

Walter Gropius

18. Juli 2021

Miniatur „Fagus Armlehnstuhl“

Diesen Armlehnstuhl, eine Sitzbank und einen dazu passenden Tisch entwarf Walter Gropius um 1922/23 für die Einrichtung des Vestibüls der Fagus Werke in Alfeld/Leine. Wie bereits in meinem Beitrag über den heute von Tecta hergestellten Armlehnstuhl D51 erwähnt, wurden die Möbel ursprünglich in naturfarbiger und gebeizter Eiche hergestellt und erst später weiß lackiert.

Noch heute steht die Sitzgruppe im 1. Obergeschoss vor den Büroräumen des Fagus-Werks. Fotos der Original-Sitzgruppe, aber auch interessante Details der Gropius-Architektur, hat Benedikt Georgi bei einem seiner Besuche dort aufgenommen und mir zur Veröffentlichung in meinem Blog zur Verfügung gestellt. Fotos der Sitzgruppe sind in der Literatur kaum zu findenden und deshalb danke ich Benedikt Georgi sehr herzlich für diese einmaligen Informationen.

Eine Miniatur des Armlehnstuhls habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 99 x 90 mm, 131 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell und der Sitzrahmen besteht aus ca. 7 x 7 mm starken Holzleisten. Für die auf den Sitzrahmen aufgeleimte Sitzfläche habe ich drei Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier kreuzweise zu Sperrholz verleimt. Die in die hinteren Beine eingeschobene Rückenplatte besteht aus fünf Lagen Buchenfurnier. Die Oberfläche der Miniatur habe ich dem Original entsprechend weiß lackiert.

Die folgenden Abbildungen zeigen das Fagus Werk, die Original Sitzgruppe und interessante Perspektiven des Treppenhauses. Die Konstruktion aus Glas und Stahl sowie die stützenlosen, vollständig verglasten Ecken verleihen dem Gebäude eine schwerelose Eleganz, die für Fabriken zur damaligen Zeit außergewöhnlich war.


Fotos (5): Benedikt Georgi

Nejc Prah

04. Juli 2021

Miniatur „Molecule Chair“

Der Molecule Chair ist ein Entwurf des slowenischen Grafikdesigners Nejc Prah. Nejc Prah lebt und arbeitet in Ljubljana und entwarf dort in seinem Studio den Molecule Chair. Der Stuhl besteht aus 36 handgedrechselten Holzkugeln mit einem Durchmesser von ca. 115 mm. Durch eine verdeckte Stahlkonstruktion werden alle Kugeln zusammen gehalten und geben dem Stuhl die gewünschte Stabilität. Die Kugeln sind hellgrau lackiert und nach dem Austrocknen von Hand poliert.

Eine Miniatur des Malecule Chairs enstand in meiner Miniaturenwerkstatt und ist eine schöne Ergänzung meiner Sammlung.

Maße der Miniatur: 74 x 74 mm, 128 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Aus 36 Holzkugeln mit einem Durchmesser von 18 mm habe ich die Miniatur angefertigt. Die Kugeln die ich im Handel hierfür kaufen konnte, haben eine durchgängige Bohrung von 4 mm. In die an den Eckpunkten befindlichen Kugeln habe ich weitere erforderliche Löcher gebohrt und andere, die nicht erforderlich waren, zugespachtelt. So konnte ich genau wie beim großen Original eine Metallkonstruktion aus 4 mm starken Gewindestangen zur Stabilisierung einbauen. Die Vertiefungen des Gewindes gaben dem Leim eine sehr gute Verbindung und der Miniatur im gesamten eine sehr hohe Festigkeit. Vor dem Verbinden aller Kugeln habe ich sie zwei Mal lackiert und mit sehr feinem Schleifpapier leicht nachgearbeitet.

 

Grupo Austral

20. Juni 2021

Miniatur „BKF Chair“

Der BKF Chair, auch Butterly Chair genannt, ist ein Entwurf des argentinischen Büros „Grupo Austral“ mit ihren Architekten Antonio Bonet, Juan Kurchan und Jorge Ferrari-Hardoy. Der Name des im Jahr 1938 entworfenen Sessels setzt sich aus den Initialen der drei Architekten zusammen. Später erhielt der Sessel die Bezeichnung Hardoy Chair, da Hardoy von Bonet und Kurchan als eigentlicher Urheber des Entwurfs anerkannt wurde.

Das Gestell des Sessels besteht aus zwei gleich gebogenen Profilen aus Rundstahl, die an den sich kreuzenden Punkten miteinander verschweißt sind. Über die vier oberen Biegungen wird der mit entsprechenden Taschen versehene Lederbezug gespannt und bildet durch seine Eigenspannung eine bequeme Sitz- und Rückenfläche.

Die Miniatur des BKF Chairs wird vom argentinischen Unternehmen Big BKF Buenos Aires hergestellt.

Maße der Miniatur: 135 x 135 mm, 160 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur ist aus massivem, 3 mm starkem Eisendraht hergestellt und schwarz beschichtet. Der naturfarbene Lederbezug ist wie beim großen Original mit einer vertikalen und horizontalen Mittelnaht versehen.

Zur Miniatur gehört ein bedruckter schwarzer Stülpdeckelkarton mit einem Sichtfenster.

Oscar Tusquets Blanca

06. Juni 2021

Miniatur „Gaulino Chair“

Der Gaulino Chair ist ein Entwurf des spanischen Architekten und Designers Oscar Tusquets Blanca aus dem Jahr 1987 und eine Hommage an Antonio Gaudi und Carlo Mollino. Oscar Tusquets Blanca entwarf den stapelbaren Armlehnstuhl mit offensichtlichen Stilelementen Gaudis und Mollinos für das spanischen Möbelunternehmen von Carlos Jané Camacho. Heute wird der Gaulino Chair von BD BarcelonaDesign hergestellt, dessen Mitgründer Tusquets Blanca ist. Hier geht es zu einem sehr interessanten Filmbeitrag zum Gaulino.

DB Barcelona stellt den Stuhl in Esche naturgebeizt und in leicht angebeizter oder schwarzer Eiche her. Der verformte Sitz aus Sperrholz ist beidseitig mit Kernleder belegt.

Die Miniatur des Gaulino Chairs ist eine Anfertigung von Gerard Dago, der mir die Miniatur zu einem unerwartet schönen Geschenk machte.

Maße der Miniatur: 85 x 90 mm, 139 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur ist sehr sorgfältig aus massivem Eichenholz angefertigt und in der Oberfläche gewachst. Die Vorderbeine sind entsprechend dem großen Vorbild gedrechselt und die Form der Füße sehr sorgfältig herausgearbeitet.

Die Sitzfläche der Miniatur besteht aus zwei Lagen miteinander verleimten Lederzuschnitten und ist in sich verformt.

Sammlerfreunde

23. Mai 2021

Bernd Henkel

Im März diesen Jahres schrieb mir Bernd Henkel und berichtete über seine Miniaturensammlung und die von ihm selbst angefertigten Miniaturen des Concrete Chairs. Nach Anfertigung von zwei kleinen Serien, zu der auch eine Miniatur mit einem blank geschliffenen Gestell gehört, ist die Anfertigung einer weiteren Miniatur eines bekannten Designers in Vorbereitung. Lassen wir uns überraschen, welche Miniatur da wieder in handwerklicher Perfektion entsteht.

Mit dem folgenden sehr ausführlichen Bericht über sich und seine Sammlung schickte mir Bernd Henkel sehr schöne Fotos, die ich gerne veröffentliche.

„Mein Interesse an Stuhldesign begann bereits im Jahr 1989, als ich die Meisterschule für Schreiner in Waldshut-Tiengen besuchte und wir das gerade neu eröffnete Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein besuchten.

In den Jahren danach hat sich das Museum immer weiter entwickelt und ab 1992 sind die ersten Miniaturen produziert worden. Meine eigene kleine Miniatur-Sammlung hat Jahre später mit einem Panton-Chair begonnen und ist in den letzten 10 Jahren auf ca. 25 Stücke gewachsen.

Neben meinem Beruf beschäftige ich mich intensiv mit der bildenden Kunst und war mit meinen eigenen Kunstwerken in den letzten 20 Jahren bei einigen regionalen Ausstellungen und Kunstprojekten beteiligt. Nachdem in der „Corona-Zeit“ 2020/21 das kulturelle Leben kaum noch stattfinden konnte, habe ich beschlossen, diese freie Zeit mit der Herstellung einer selbst gefertigten Stuhl-Miniatur zu nutzen.

Ich habe mich für den „Concrete Chair“ des Schweizer Architekten und Designers Stefan Zwicky aus dem Jahr 1980 entschieden. Diese ironische Verfremdung von Le Corbusiers LC2 hat mich schon länger fasziniert. Mich reizt es auch sehr, neue Fertigungstechniken auszuprobieren, wie z.B. bei diesem Modell das präzise Biegen der verschieden starken Eisendrähte, das Hartlöten mit Silberlot, die chemisch aufgebrachte Rostpatina und das Formengießen von Betonteilen.

Nach mehreren Rückschlägen und neuen Erfahrungen ist eine kleine Serie des Concrete Chairs entstanden. Inzwischen habe ich noch eine zweite kleine Serie begonnen und von diesem Modell sind nun zwei Varianten entstanden, die authentische originale Version mit Rost-Patina (Outdoor-Version) und eine Version mit einem blank geschliffenen Stahlgestell. Vermutlich werde ich mich demnächst an eine weitere Miniatur mit neuen Herausforderungen wagen.“

Das folgende Foto zeigt zwei Miniaturen des Concrete Chairs. Das Gestell der rechten Miniatur hat Bernd Henkel sehr aufwendig blank geschliffen und mit Klarlack beschichtet.

Das erste Foto oben zeigt Bernd Henkel an seinem Schreibtisch, den er anlässlich seiner Meisterprüfung 1990 entwarf und anfertigte. Zur Genehmigung der Entwürfe mussten Zeichnungen und eine Miniatur des Meisterstücks eingereicht werden. Das folgende Foto zeigt die Miniatur im Maßstab 1:5 und einen damals mehr zum Spaß entworfenen und gebauten Miniaturstuhl.