Charles & Ray Eames

Miniatur „La Chaise“
Entwurf: 1948
Maße: 242 x 144 mm, 143 mm hoch
Maßstab: 1:6
Kunststoff, Eisendraht verchromt, Holz

La Chaise ist eine Liege bzw. ein Sitzliegemöbel, das 1948 für den vom Museum of Modern Art in New York ausgeschriebenen Wettbewerb „International Competition for Low-Cost Furniture Design“ entwickelt wurde. Ziel war es, der Nachkriegsnachfrage nach erschwinglichen, kompakten Möbeln gerecht zu werden. Zu den beispielhaften Beiträgen gehörten Prototypen von Charles & Ray Eames, darunter auch diese Liege.

Im Wesentlichen entwarf Ray Eames La Chaise. Die ungewöhnliche, unverwechselbare Form spiegelt Rays Ausbildung als Malerin und ihre Vorliebe für organische Formen wider. Klare Linien und eine Gestaltung ohne überflüssige Ornamentik prägen den Entwurf. Für den MoMA-Wettbewerb entstanden zunächst zwei handlaminierte Prototypen aus glasfaserverstärktem Polyester mit einem Kern aus Schaumgummi. Die formstabile Kunststoffschale wurde mit fünf verchromten Stahlstäben auf einem Fußkreuz aus Eichenholz verankert.

Da die komplizierte und skulpturale Form zur damaligen Zeit zu schwierig für eine Serienfertigung war, ging La Chaise erst 1990, also 42 Jahre nach Anfertigung der ersten Prototypen, mit einer Schale aus Polyurethan in die Serienproduktion.

Inspiration fand Ray Eames in der modernistischen Skulptur „Floating Figure“ des französisch-US-amerikanischen Bildhauers Gaston Lachaise aus dem Jahr 1927. Als Hommage an den Bildhauer und seine Skulptur nannte sie die Liege „La Chaise“.

Die Miniatur wird seit 1997 vom Vitra Design Museum hergestellt und ist bis heute erhältlich.

George Nelson

Miniatur „Pretzel Chair“
Entwurf: 1952
Maße: 85 x 81 mm, 126 mm hoch
Maßstab: 1:6
Sperrholz und Schichtholz verformt, Nußbaum

In den 1950er-Jahren entwarf George Nelson in seinem New Yorker Designstudio außergewöhnliche Stühle und Sessel. Zu seinen Ikonen zählt neben dem Coconut Chair und dem Marshmallow Sofa auch dieser Stuhl, der aus verleimtem und verformtem Schicht- und Sperrholz gefertigt ist. Aufgrund seiner an einen Brezel erinnernde Form erhielt der von Nelsons Mitarbeiter John F. Pile entworfene Stuhl die Bezeichnung Pretzel Chair.

Die elegante Form der schichtverleimten Lehnenkonstruktion und die vier unter der Sperrholzsitzfläche kreuzenden Stuhlbeine führten zu extrem hohen Herstellungskosten, weshalb der Stuhl zunächst nicht in Serienproduktion ging. Gegen Ende der 1950er Jahre entstanden rund 100 Exemplare bei Plycraft, einem US-amerikanischen Hersteller hochwertiger Sperrholzmöbel für Herman Miller. Danach folgte 1985 eine kleine Produktion des italienischen Herstellers ICF. Schließlich, im Jahr 2008, zu George Nelsons hundertstem Geburtstag, produzierte Vitra eine limitierte und nummerierte Neuauflage von 1000 Exemplaren.

Im gleichen Jahr erschien außerdem die hier abgebildete Miniatur des Pretzel Chairs im Maßstab 1:6, die vom Vitra Design Museum gefertigt wurde und als Weihnachtsgeschenk an Vitra-Partner verschenkt wurde.