B64 „Cesca“

Trotz abgesägter Armlehnen konnte ich nicht widerstehen , diese sehr ramponierte Miniatur zu kaufen. Als sie mir zum Kauf angeboten wurde,  hatte ich spontan den Gedanken, die Miniatur zu modifizieren und das Modell B32, also den Stuhl ohne Armlehnen zu bauen.

Schnell stellte ich aber fest, daß es nicht so einfach zu realisieren war. Das Gestell mußte im Bereich der Schnittstelle  gerade gebogen werden und das gelang mir nicht ohne sichtbare Spuren.  Der Radius im Bereich der früheren Armlehnen war so klein, daß mit meinen bescheidenen Werkzeugen einfach kein durchgehend gerades Gestell entstehen wollte und immer noch Ansätze der alten Rundung sichtbar blieben.

Aber montieren wollte ich die Miniatur auf jeden Fall, denn ich war doch neugierig auf das Ergebnis.

Bei dem Armlehnstuhl ist die Gestellform eine andere, als bei dem Stuhl ohne Armlehnen. Deshalb habe ich das Gestell zur Aufnahme des Sitzelementes im hinteren Bereich etwas nach außen gebogen. Da das Rückenlehnenelement ca. 6 mm breiter ist als das Sitzelement, standen nun die Gestellteile im Bereich der Rückenlehne zu eng zusammen. Die Gestellenden hätte ich um je 3 mm nach außen verkröpfen müssen, um eine spannungsfreie Befestigung der Rückenlehne vornehmen zu können. Aber genau da, wo eine kleine Rundung entstanden wäre, befanden sich die alten Bohrlöcher der hinteren Sitzbefestigung. Nach meinem ersten Biegeversuch mußte ich sofort aufhören, da das Gestell sonst gebrochen wäre.

 

Nach der Montage sitzt die Rückenlehne unter einer enormen Spannung und das Gestell unter dem Sitz steht im hinteren Bereich nach außen etwas über. Wenn man nicht so genau hinsieht, ist es eine wunderschöne Miniatur. Aber so soll sie natürlich nicht bleiben.

Bestimmt finde ich irgendwann mal einen Schlosser, der mir ein neues und passendes Gestell anfertigt.

Gerrit T. Rietveld

Miniatur Steltman-Stuhl

Im August 2007 sah ich in einem Düsseldorfer Möbelgeschäft die Reedition eines Steltman-Stuhls von Gerrit Rietveld. Dieser Stuhl war für mich etwas ganz Besonderes und der reduzierte Entwurf hat mich so fasziniert, daß ich spontan den Entschluß faßte, von diesem Stuhl eine Miniatur zu bauen.

In dem Buch „Ursprung des modernen Möbels – das Werk Rietvelds“ fand ich Skizzen und Zeichnungen, denen ich genaue Abmessungen und Konstruktionsdetails des Originals entnehmen konnte

Da ich mit Ausnahme einer kleinen Kreissäge und dem üblichen Handwerkzeug über keine Holzverarbeitungsmaschinen verfüge, habe ich die erforderlichen Leisten beim Schreiner bestellt. Ich bekam Eichenholz mit einer sehr schlichten Maserung, welche natürlich dem kleinen Maßstab sehr entgegen kam.

Für fünf Miniaturen habe ich dann die Leisten auf Länge geschnitten und nach und nach kleine Baugruppen verleimt. Vor der Endmontage habe ich alle Verbindungen von Leimresten befreit und gründlich geschliffen.

Beim Zusammenbau der Teile kam es dann auf große Genauigkeit an. Die erste Miniatur war so schief und wackelte so fürchterlich, daß ich dann bei den weiteren Miniaturen auf korrekte Winkel achtete und während der Leim noch nicht ausgehärtet war, kleine Korrekturen vornahm.

Ich verfüge jetzt über zwei Miniaturen in Eiche natur und zwei Miniaturen in Eiche schwarz gebeizt und lackiert. Jeweils spiegelbildlich angeordnet.