Cini Boeri und Tomu Katayanagi

Miniatur „Ghost“

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1987 entwarf die italienische Architektin und Designerin Cini Boeri in Zusammenarbeit mit dem japanischen Architekten Tomu Katayanagi den Sessel „Ghost“. Der völlig transparente Sessel ist aus einem Stück gehärtetem Glas dreidimensional verformt und zeigt eine fließende, fast organische Form. Hergestellt wird Ghost vom italienischen Glasmöbelhersteller Fiam.

Die Materialstärke von 12 mm des leicht grün schimmernden Glases, macht den Sessel zu einem Schwergewicht von 80 Kilogramm.

Anlässlich des 20sten Geburtstags von Ghost produzierte Fiam im Jahr 2007 eine Miniatur des Sessels.

Maße der Miniatur: 173 x 153 mm, 114 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: ca. 1:5

Eine limitierte Edition von 150 produzierten Miniaturen in einer Materialstärke von 5 mm war 2007 das Weihnachtspräsent für ausgewählte Fiam Partner. Die Miniatur aus meiner Sammlung ist ein Künstlerabzug und wurde ausserhalb der Auflage angefertigt und links unten mit P.A./150 gekennzeichnet.

Zur Miniatur gehört ein Faltblatt mit Informationen und ein kleiner Lattenverschlag, der allseitig zum Schutz gegen Schäden mit Styropor ausgekleidet ist.

Heute wird die Miniatur des Sessels auch in der Fiam Mini Collection angeboten.

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Josef Hoffmann

Miniaturen „Satztische“

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Josef Hoffmann entwarf den 4er-Satz der Aufwartetischchen in den Jahren 1903/04. Die vier ineinander hängenden Satztische wurden von der Firma Jacob & Josef Kohn in Wien unter der Modell Nr. 988 hergestellt. Auffallend sind die quadratischen Öffnungen in den Seitenfüllungen des großen Tisches und die seitlichen Griffchen, bestehend aus jeweils vier nebeneinander angeordneten Kugeln.

Die Miniaturen der Satztischchen wurden von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt.

Maße der Miniaturen:
Tisch 1:   91 x 70 mm, 126 mm hoch, + 9 mm für die Griffchen.
Tisch 2:   76 x 60 mm, 119 mm hoch,
Tisch 3:   66 x 52 mm, 116 mm hoch,
Tisch 4:   54 x 43 mm, 113 mm hoch.

Maßstab der Miniaturen: 1:6

Die rechteckigen Tischplatten der Miniaturen, die Seitenfüllungen und die kufenförmigen Standkonstruktionen sind aus unterschiedlich starkem Sperrholz hergestellt. Die vertikalen Rundstäbe, also die Tischbeine und die Kugeln der seitlichen Griffchen sind aus massivem Buchenholz angefertigt.

Wie beim großen Original sind in die Innenseiten der Zargen Führungsnuten eingefräst, so dass die Tische ineinander gehängt werden können. Alle sichtbaren Oberflächen sind dunkelbraun gebeizt und seidenmatt lackiert.

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Marcel Breuer

Miniatur „Esszimmertisch Piscator“

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Marcel Breuer entwarf 1927 die Einrichtung für die Wohnung des Berliner Theaterregisseurs Erwin Piscator. Für das Esszimmer entwarf er einen Tisch, dessen Gestell aus nur drei Elementen bestand. Die von Marcel Breuer gewählte Form mit seinen Dreieckelementen gab dem Gestell soviel Stabilität, daß eine schwere Tischplatte aus Glas aufgelegt werden konnte.

Eine historische Aufnahme der Fotografin Cami Stone zeigt den Tisch im Esszimmer der Familie Piscator. Die Glasplatte wurde zusätzlich durch eine Unterkonstruktion stabilisiert.

Unter der Bezeichnung M 40 stellte Tecta bis vor kurzem den Tisch mit einer frei tragenden Glasplatte her. Die miniaturisierten Einzelteile des Gestells wurden den Tecta Händlern als Anschauungsmaterial oder Verkaufshilfe zur Verügung gestellt.

Maße der Miniatur: 225 x 70 mm, 70 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:10

Das Gestell aus 3 mm starkem Sperrholz ist rot lackiert und lässt sich wie das große Original zusammenstecken. Eine Platte gehört nicht zur Miniatur.

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Aus meinem Bücherschrank

Marcel Breuer · Design und Architektur

Buch_-Marcel-Breuer-01Marcel Breuer zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Gestaltern des zwanzigsten Jahrhunderts. Besonders bekannt sind heute seine Stahlrohrmöbel die er während seiner Zeit am Bauhaus entwarf. Doch auch die zahlreichen Möbel aus Aluminium oder gebogenem Sperrholz gehören zu den Klassikern der Moderne. Die vom Vitra Design Museum konzipierte Retrospektive würdigt sowohl Breuers Beitrag zur Designgeschichte des 20. Jahrhunderts, als auch sein breit gefächertes architektonisches Werk, das in den letzten Jahrzehnten weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Der von Alexander von Vegesack und Mathias Remmele im Jahr 2003 herausgegebene Katalog berücksichtigt erstmals beide Schaffensbereiche Breuers in angemessener Weise.

Frank Lloyd Wright

Miniatur “ Taliesin West Armchair“

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Frank Lloyd Wright entwarf den Sessel 1946 für sein eigenes Haus in Taliesin West, Scottsdale, Arizona. Der Polstersessel wurde aus einer einzigen furnierten Sperrholzplatte im Format 120 x 240 cm hergestellt und innen vollständig ausgepolstert. Mit seinen vielfältigen geometrischen Elementen und den trapezförmigen Seitenteilen zählt der Sessel zu einem der bequemsten Entwürfe Frank Lloyd Wrights.

Die Miniatur des Taliesin West Armchairs wird seit 2009 durch das Vitra Design Museum hergestellt und vertrieben.

Maße der Miniatur: 158 x 150 mm, 128 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Der Korpus der Miniatur ist aus Birkensperrholz in unterschiedlichen Stärken hergestellt. Unter den Armlehnen und beidseitig der Rückenlehnenstütze stabilisieren Dreieckelemente aus massivem Ahornholz die Sesselkonstruktion. Die Fußenden sind wie beim großen Original mit ganz dünnen Kupferblechen belegt.

Das Sitz- und Rückenpolster und die Flachpolster an den Innenseiten des Sessels sind mit blauem Stoff bezogen.

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Die folgende Abbildung zeigt den Gartenraum im Haus Taliesin West mit seiner Einrichtung. Das Foto stellte mir Thomas Bieber aus Würzburg zur Verfügung, der Taliesin West 2001 besuchte und die Einrichtung sehr eindrucksvoll im Bild festhielt.

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Foto: Thomas Bieber

 

Aus meinem Bücherschrank

Frank Lloyd Wright · Die lebendige Stadt

Buch_Wright-Die-lebendige-StadtFrank Lloyd Wright · Die lebendige Stadt präsentiert das Werk Frank Lloyds Wrights auf neue Weise und verfolgt, ausgehend von Wrights Ideen, die Entwicklung eines jeden Gebäudetyps über seine gesamte Karriere hinweg. Gemeinsam vermitteln Text und Illustrationen sein lebenslanges Ideal einer organischen Architektur, bei der jedes Bauwerk, seine Inneneinrichtung, Möblierung und Ausstattung zusammen mit der umgebenden Landschaft oder Stadtlandschaft als Einheit gedacht war.

Aus meinem Bücherschrank

„Perfektes Design · Thonet Nr. 14“

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Im August 2015 ist im Kerber Verlag die Publikation
Perfektes Design · Thonet Nr. 14
erschienen. Dieses Buch enthält die Ergebnisse jahrelanger Recherchen zur Geschichte der Thonetschen Bugholzmöbel und die neuesten Erkenntnisse zu deren Entwicklung.
Ein Buch nicht nur für Liebhaber der „großen“ Thonet Stühle, sondern bestimmt auch eine interessante Lektüre für Miniaturensammler.
Mehr Informationen zum Buch erhalten Sie auf der Website  von Wolfgang Thillmann, dem Verfasser des Buches.

Heinz und Bodo Rasch

Miniatur „Sitzgeiststuhl“

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1927 entwarfen die Brüder Heinz und Bodo Rasch den „Sitzgeiststuhl“, einen Kragstuhl aus lackiertem Massivholz und Sperrholzplatten. Den in ihren eigenen Werkstätten in Stuttgart angefertigten Stuhl, stellten sie im gleichen Jahr anlässlich der Stuttgarter Werkbundausstellung im Haus von Mies van der Rohe vor.

Der Sitzgeiststuhl zeigt in seiner Konstruktion Ansätze zum ergonomischen Sitzen, so wie Heinz und Bodo Rasch es 1928 in Ihrem Buch „Der Stuhl“ gefordert haben. Die Vorstellung der Architekten war es, Stühle zu konstruieren, die sich den Bewegungsabläufen des Benutzers anpassen und den Körper in jeder Haltung entsprechend stützen.

Bis auf wenige Exemplare ging der Sitzgeistuhl nie in Produktion.

Die Miniatur des Stuhls wurde vom Vitra Design Museum in den Jahren von 1997 bis 2005 produziert und vertrieben.

Maße der Miniatur: 71 x 79 mm, 150 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die seitlichen Rahmen und Quertraversen der Miniatur bestehen aus 4 mm starkem Massivholz, die Füllungen aus einer Lage 0,6 mm starkem Furnier. Alle Oberflächen sind schwarz lackiert.

Zur Miniatur gehört ein bedrucktes Holzkistchen und eine kleine Informationsbroschüre des Vitra Design Museums.

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Luis Barragán

Miniatur „Butaca Chair“

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Der Butaca Chair ist ein Möbelentwurf von Mexikos legendärem Architekten Luis Barragán in Zusammenarbeit mit der kubanischen Innenarchitektin und Designerin Clara Porset aus dem Jahr 1945. Vorbild für den Entwurf waren die in Mexiko weit verbreiteten Stühle und Sessel ähnlicher Bauart mit spanischem Ursprung.

Die Miniatur des Butaca Chairs wurde in den Jahren von 2001 bis 2010 durch das Vitra Design Museum nach einem Originalmodell aus dem Nachlass von Luis Barragán hergestellt.

Maße der Miniatur: 100 x 145 mm, 122 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur ist aus massivem Kirschbaumholz angefertigt und natur lackiert. Die Sitz- und Rückenlehnenfläche ist mit einem aus gespaltenem Binsengras gewebtem Wiener Geflecht bespannt.

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Unten zeige ich eine Abbildung aus einem Sonderdruck des Journals „design report“ vom Januar/Februar 1996 in dem über die Miniaturenproduktion des Vitra Design Museums berichtet wird. Das Bild zeigt den Weber des Wiener Geflechts.

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Foto und Text: design report

 

 

Hans Günther Reinstein

Miniaturen „Reinstein-Sitzgruppe“

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Die 4-teilige Sitzgruppe wurde 1908 von Hans Günther Reinstein entworfen. Reinstein war Maler, Schüler von Peter Behrens und Gründungsmitglied der Gruppe „Vereinigte Kunstgewerbler Darmstadt“.

Die halbrund geformten Entwürfe, zu denen auch Schreibtische, Etageren, Blumenständer und Betten gehören, sind aus Buchenbugholz und dem für die damalige Zeit ungewöhnlichen Möbelwerkstoff Presspappe hergestellt. Die vertikal gerillte und weiß gestrichene Presspappe war ein von Hans Günther Reinstein im Jahr 1907 patentiertes Material- und Herstellungsverfahren. Produzenten für seine Entwürfe waren die Möbelfabrik Germania, Bad Lauterburg im Harz und Pressstoff-Möbel-Gesellschaft in Wien.

Die Miniaturen der „Reinstein-Sitzgruppe“ wurden von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt.

Maße der Miniaturen:
Sessel:  90 x 85 mm, 130 mm hoch,
Bank:  180 x 85 mm, 130 mm hoch,
Tisch: 135 x 87 mm, 130 mm hoch.

Maßstab der Miniaturen: 1:6

Die 4-teilige Miniaturensitzgruppe besteht aus einer Sitzbank, zwei Sesseln und einem ovalen Tisch.

Rahmen und Zargen sind halbkreisförmig aus ca. 5 mm starkem Buchensperrholz herausgeschnitten und nach dem großen Vorbild teilweise gerundet und entsprechend profiliert. Die ungepolsterten Sitzflächen, die Tischplatte und die vorderen Stützen sind aus dünnerem Sperrholz hergestellt. Die Rück- und Seitenwände sowie der Tischsockel bestehen aus vertikal gerillter Wellpappe und sind wie auch die konstruktiven Holzteile weiß lackiert.

Die Fußgleiter, die Zierstücke auf den Armlehnen und die außen angebrachten  miniaturisierten Ziernägel sind schwarz lackiert.

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