Marcel Breuer

Miniatur „Esszimmertisch Piscator“

Breuer_-Tisch-Piscator-01

Marcel Breuer entwarf 1927 die Einrichtung für die Wohnung des Berliner Theaterregisseurs Erwin Piscator. Für das Esszimmer entwarf er einen Tisch, dessen Gestell aus nur drei Elementen bestand. Die von Marcel Breuer gewählte Form mit seinen Dreieckelementen gab dem Gestell soviel Stabilität, daß eine schwere Tischplatte aus Glas aufgelegt werden konnte.

Eine historische Aufnahme der Fotografin Cami Stone zeigt den Tisch im Esszimmer der Familie Piscator. Die Glasplatte wurde zusätzlich durch eine Unterkonstruktion stabilisiert.

Unter der Bezeichnung M 40 stellte Tecta bis vor kurzem den Tisch mit einer frei tragenden Glasplatte her. Die miniaturisierten Einzelteile des Gestells wurden den Tecta Händlern als Anschauungsmaterial oder Verkaufshilfe zur Verügung gestellt.

Maße der Miniatur: 225 x 70 mm, 70 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:10

Das Gestell aus 3 mm starkem Sperrholz ist rot lackiert und lässt sich wie das große Original zusammenstecken. Eine Platte gehört nicht zur Miniatur.

Breuer_-Tisch-Piscator-06

Breuer_-Tisch-Piscator-07

Frank Lloyd Wright

Miniatur “ Taliesin West Armchair“

Wright-Taliesin-0011

Frank Lloyd Wright entwarf den Sessel 1946 für sein eigenes Haus in Taliesin West, Scottsdale, Arizona. Der Polstersessel wurde aus einer einzigen furnierten Sperrholzplatte im Format 120 x 240 cm hergestellt und innen vollständig ausgepolstert. Mit seinen vielfältigen geometrischen Elementen und den trapezförmigen Seitenteilen zählt der Sessel zu einem der bequemsten Entwürfe Frank Lloyd Wrights.

Die Miniatur des Taliesin West Armchairs wird seit 2009 durch das Vitra Design Museum hergestellt und vertrieben.

Maße der Miniatur: 158 x 150 mm, 128 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Der Korpus der Miniatur ist aus Birkensperrholz in unterschiedlichen Stärken hergestellt. Unter den Armlehnen und beidseitig der Rückenlehnenstütze stabilisieren Dreieckelemente aus massivem Ahornholz die Sesselkonstruktion. Die Fußenden sind wie beim großen Original mit ganz dünnen Kupferblechen belegt.

Das Sitz- und Rückenpolster und die Flachpolster an den Innenseiten des Sessels sind mit blauem Stoff bezogen.

Wright-Taliesin-002

Wright-Taliesin-003

Die folgende Abbildung zeigt den Gartenraum im Haus Taliesin West mit seiner Einrichtung. Das Foto stellte mir Thomas Bieber aus Würzburg zur Verfügung, der Taliesin West 2001 besuchte und die Einrichtung sehr eindrucksvoll im Bild festhielt.

Wright-Taliesin-004
Foto: Thomas Bieber

 

Heinz und Bodo Rasch

Miniatur „Sitzgeiststuhl“

Rasch_Sitzgeist-01

1927 entwarfen die Brüder Heinz und Bodo Rasch den „Sitzgeiststuhl“, einen Kragstuhl aus lackiertem Massivholz und Sperrholzplatten. Den in ihren eigenen Werkstätten in Stuttgart angefertigten Stuhl, stellten sie im gleichen Jahr anlässlich der Stuttgarter Werkbundausstellung im Haus von Mies van der Rohe vor.

Der Sitzgeiststuhl zeigt in seiner Konstruktion Ansätze zum ergonomischen Sitzen, so wie Heinz und Bodo Rasch es 1928 in Ihrem Buch „Der Stuhl“ gefordert haben. Die Vorstellung der Architekten war es, Stühle zu konstruieren, die sich den Bewegungsabläufen des Benutzers anpassen und den Körper in jeder Haltung entsprechend stützen.

Bis auf wenige Exemplare ging der Sitzgeistuhl nie in Produktion.

Die Miniatur des Stuhls wurde vom Vitra Design Museum in den Jahren von 1997 bis 2005 produziert und vertrieben.

Maße der Miniatur: 71 x 79 mm, 150 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die seitlichen Rahmen und Quertraversen der Miniatur bestehen aus 4 mm starkem Massivholz, die Füllungen aus einer Lage 0,6 mm starkem Furnier. Alle Oberflächen sind schwarz lackiert.

Zur Miniatur gehört ein bedrucktes Holzkistchen und eine kleine Informationsbroschüre des Vitra Design Museums.

Rasch_Sitzgeist-02

Rasch_Sitzgeist-03

Luis Barragán

Miniatur „Butaca Chair“

Barragan_Butaca-001

Der Butaca Chair ist ein Möbelentwurf von Mexikos legendärem Architekten Luis Barragán in Zusammenarbeit mit der kubanischen Innenarchitektin und Designerin Clara Porset aus dem Jahr 1945. Vorbild für den Entwurf waren die in Mexiko weit verbreiteten Stühle und Sessel ähnlicher Bauart mit spanischem Ursprung.

Die Miniatur des Butaca Chairs wurde in den Jahren von 2001 bis 2010 durch das Vitra Design Museum nach einem Originalmodell aus dem Nachlass von Luis Barragán hergestellt.

Maße der Miniatur: 100 x 145 mm, 122 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur ist aus massivem Kirschbaumholz angefertigt und natur lackiert. Die Sitz- und Rückenlehnenfläche ist mit einem aus gespaltenem Binsengras gewebtem Wiener Geflecht bespannt.

Barragan_Butaca-003

Barragan_Butaca-002

Unten zeige ich eine Abbildung aus einem Sonderdruck des Journals „design report“ vom Januar/Februar 1996 in dem über die Miniaturenproduktion des Vitra Design Museums berichtet wird. Das Bild zeigt den Weber des Wiener Geflechts.

Wiener-Geflecht-02

Wiener-Geflecht-01
Foto und Text: design report

 

 

Hans Günther Reinstein

Miniaturen „Reinstein-Sitzgruppe“

Reinstein_Sitzgruppe-01

Die 4-teilige Sitzgruppe wurde 1908 von Hans Günther Reinstein entworfen. Reinstein war Maler, Schüler von Peter Behrens und Gründungsmitglied der Gruppe „Vereinigte Kunstgewerbler Darmstadt“.

Die halbrund geformten Entwürfe, zu denen auch Schreibtische, Etageren, Blumenständer und Betten gehören, sind aus Buchenbugholz und dem für die damalige Zeit ungewöhnlichen Möbelwerkstoff Presspappe hergestellt. Die vertikal gerillte und weiß gestrichene Presspappe war ein von Hans Günther Reinstein im Jahr 1907 patentiertes Material- und Herstellungsverfahren. Produzenten für seine Entwürfe waren die Möbelfabrik Germania, Bad Lauterburg im Harz und Pressstoff-Möbel-Gesellschaft in Wien.

Die Miniaturen der „Reinstein-Sitzgruppe“ wurden von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt.

Maße der Miniaturen:
Sessel:  90 x 85 mm, 130 mm hoch,
Bank:  180 x 85 mm, 130 mm hoch,
Tisch: 135 x 87 mm, 130 mm hoch.

Maßstab der Miniaturen: 1:6

Die 4-teilige Miniaturensitzgruppe besteht aus einer Sitzbank, zwei Sesseln und einem ovalen Tisch.

Rahmen und Zargen sind halbkreisförmig aus ca. 5 mm starkem Buchensperrholz herausgeschnitten und nach dem großen Vorbild teilweise gerundet und entsprechend profiliert. Die ungepolsterten Sitzflächen, die Tischplatte und die vorderen Stützen sind aus dünnerem Sperrholz hergestellt. Die Rück- und Seitenwände sowie der Tischsockel bestehen aus vertikal gerillter Wellpappe und sind wie auch die konstruktiven Holzteile weiß lackiert.

Die Fußgleiter, die Zierstücke auf den Armlehnen und die außen angebrachten  miniaturisierten Ziernägel sind schwarz lackiert.

Reinstein_Sitzgruppe-02

Reinstein_Sitzgruppe-03

Reinstein_Sitzgruppe-04

Philipp Mainzer

Miniatur “ ST04 Backenzahn“

Mainzer_Backenzahn-01

Der von Philipp Mainzer im Jahr 1996 entworfene und inzwischen zum Designklassiker avancierte  Hocker „ST04 Backenzahn“ ist Vorbild für die seit diesem Jahr von e15 hergestellte Miniatur. Anlass, die Miniatur herzustellen, ist das zwanzigjährige Jubiläum des 1995 in London gegründeten und heute in Frankfurt am Main ansässigen Unternehmens.

Zu dieser wunderschönen Miniatur gehört ein Faltkarton mit Stülpdeckel aus bedruckter Wellpappe.

Maße der Miniatur: 45 x 45 mm, 78 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur besteht wie das große Original aus vier gleichgroßen Beinen, die nach unten verjüngend zugeschnitten sind. Die Schattenfugen zwischen den Beinelementen sind sehr präzise ausgebildet, wie auch die in das Kopfholz eingefräste Sitzmulde.

Die Miniatur von e15 aus europäischem Eichenholz ist sauber geschliffen, aber in der Oberfläche sonst weiter nicht behandelt.

Mainzer_Backenzahn-02

Mainzer_Backenzahn-03

Bereits vor etwa zwei Jahren habe ich für meine Sammlung eine Miniatur dieses klassischen Entwurfs angefertigt. Die Oberfläche des Holzes habe ich dem Vorbild entsprechend geölt, wodurch das Eichenholz etwas dunkler ausfällt.

Gerrit Rietveld

Miniatur „Berliner Stuhl“

Rietveld_Berliner-Stuhl-01

Die Miniatur des von Gerrit Rietveld 1923 entworfenen Berliner Stuhls ist eine Anfertigung von Avi Benmelech, der in Rishon Le-zion/Israel professionell Architekturmodelle und Möbelminiaturen baut.

In einem älteren Beitrag berichte ich über den Bausatz des Berliner Stuhls, der  weitgehend maßgleiche Einzelteile und eine Vorlage für die Farben enthält.

Maße der Miniatur: 121 x 90 mm, 175 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur ist aus fünf kleinen Brettchen und drei Leisten angefertigt und in drei unterschiedlichen, unbunten Farben lackiert. Der Rücken und die horizontale Armlehne schwarz, die Beine, die Leiste hinter dem Rücken und die vertikale Armlehne weiß und der Sitz mit der darunter angebrachten Sitzleiste mittelgrau.

Die Brettchen und Leisten aus 3 mm starkem Sperrholz sind offenporig lackiert, so wie es beim großen Original auch gemacht wurde.

Rietveld_Berliner-Stuhl-02

Rietveld_Berliner-Stuhl-03

Rietveld_Berliner-Stuhl-04

David Chipperfield

Miniatur „DC03 Langley“ 

Chipperfield-Hocker-Langley-03

Der britische Architekt David Chipperfield entwarf im Jahr 2014 eine Möbelkollektion bestehend aus dem Tisch Fayland, der Bank Fawley und dem auch als Beistelltisch einsetzbaren Hocker Langley. Die Kollektion aus massivem Eichenholz in drei verschiedenen Oberflächen und massivem, natur geöltem Nussbaumholz wird von e15 hergestellt.

Die Miniatur des Hockers Langley habe ich selber für meine Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 80 x 58 mm, 78 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Zur Anfertigung des Hockers habe ich wie beim großen Original mehrere massive Eichenholzleisten miteinander verleimt und das so entstandene Plattenmaterial zugeschnitten. Die Oberfläche der Sitzplatte, der zwei Seitenwangen und der trapezförmigen Querstrebe sind sauber geschliffen, die Kanten sind leicht gebrochen. Um diese maßstäblich weitgehend genaue Miniatur anfertigen zu können, habe ich die Maße der 1:1 Version entsprechend umgerechnet, Überstände und Materialstärken aus Katalogfotos „herausgegriffen“.

Die Oberfläche ist wie bei den bereits von e15 hergestellten Miniaturen des Tisches Bigfoot und des Hockers Backenzahn unbehandelt.

Chipperfield-Hocker-Langley-09

Chipperfield-Hocker-Langley-08

Gerrit T. Rietveld

Miniaturen-Bausatz „Rot-Blauer Stuhl“

Rietveld_Set-Rotblau-01

Rietveld_Set-Rotblau-02

Schon seit über zwei Jahren befindet sich der Bausatz des von Gerrit Rietveld entworfenen Rot-Blauen Stuhls in meiner Miniaturensammlung. Bisher sind mir nur zwei Bausätze von Rietveld Miniaturen in dieser Form bekannt. Der Bausatz mit Rietvelds kleinem Couchtisch und dem Berliner Stuhl sowie der hier gezeigte Schuber mit den Einzelteilen des Rot-Blauen Stuhls.

Der Schuber mit den Einzelteilen des Rot-Blauen Stuhls wurde 1983 im Beeldrecht Verlag, Amsterdam verlegt.

Rietveld_Set-Rotblau-03

Zum Bausatz der Miniatur im Maßstab 1:6 gehören 15 Holzleisten für das Stuhlgestell und die Armlehnen sowie zwei Holzplatten für Sitz und Rücken. Vorgebohrte Dübellöcher und Dübel ermöglichen ein sehr schnelles Zusammenbauen der Miniatur. Ebenfalls befinden sich in dem sehr schön bedruckten Schuber vier Döschen Farbe in rot, blau, gelb und schwarz sowie eine sehr informative Broschüre mit Texten von Peter Koopmans

Rietveld_Set-Rotblau-04

Rietveld_Set-Rotblau-05

Philipp Mainzer

Miniatur „TA04 Bigfoot“

Mainzer_Bigfoot-01

TA04 Bigfoot ist ein Entwurf des deutschen Architekten und Designers Pilipp Mainzer aus dem Jahr 1994. Der Massivholztisch aus europäischer Eiche oder europäischem Nussbaum mit geölter Oberfläche wird in verschiedenen Breiten von 1800 mm bis 3600 mm angeboten. Die 135 x 135 mm starken, durch die Tischplatte geführten Tischbeine werden aus dem Kern des Baumes geschnitten und zeigen an den Fußenden das Kopfholz mit seinen Jahresringen.

Die Miniatur des Tisches wird genau wie der große Bigfoot von e15 hergestellt.

Maße der Miniatur: 382 x 152 mm, 125 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur des TA04 Bigfoot ist aus unbehandeltem, europäischem Eichenholz hergestellt. Vorbild für die Miniatur ist der 2300 mm lange Tisch.

Wie beim großen Original besteht die ca. 6 mm starke Tischplatte aus sieben miteinander verleimten „Brettern“. Starke, quadratische Zargen verbinden an den Stirnseiten der Miniatur die Tischbeine, schlankere Quer- und Längszargen bilden die Unterkonstruktion der Platte.

Mainzer_Bigfoot-05

Mainzer_Bigfoot-03

Mainzer_Bigfoot-02