Patrick Jouin

03. Juni 2018

Miniatur „Solid C2“

Das Vitra Design Museum hat die Miniaturenkollektion um vier neue Miniaturen erweitert. Eine dieser Miniaturen ist der Stuhl Solid C2 im Maßstab 1:6, den der französische Designer Patrick Jouin im Jahr 2004 entwarf. In meiner Sammlung befindet sich bereits eine Miniatur dieses Stuhles im Maßstab 1:5, die anlässlich der im Jahr 2010 im Centre Pompidou in Paris stattgefundenen Ausstellung „Patrick Jouin – La substance du design“ hergestellt wurde.

Die vom Vitra Design Museum aufgelegte Miniatur unterscheidet sich im Wesentlichen von der für das Centre Pompidou hergestellten Miniatur in der Größe und der Oberflächenbeschichtung. Die transparente Struktur der im Stereolithografieverfahren gedruckten Miniatur ist rot beschichtet und weist eine matte, fast „samtweiche“ Oberfläche auf.

Maße:  69 x 92 mm, 133 mm hoch.

Maßstab: 1:6

Artikelnummer: 20 2578 01

Neu bei Vitra ist ein modifiziertes Holzkistchen und ein neu gestaltetes Zertifikat. Der Schiebedeckel des Holzkistchens ist nicht mehr mit dem praktischen „Griffloch“ ausgestattet, enthält aber jetzt aufgedruckte Angaben zum Modell und dem Designer des Stuhlentwurfs. Das neue 2-seitige Zertifikat enthält Angaben zum Designer und der Modellbezeichnung der Miniatur und ist zusätzlich mit der Signatur des Designers versehen. Zum Zertifikat gehört ein passendes, einseitig offenes und bedrucktes weißes Kuvert.

Das unten zu sehende Bild zeigt den Größenunterschied der Miniaturen im Maßstab 1:5 und 1:6.

Pierre Chareau

20. Mai 2018

Miniatur „MC 769 „ aus der Sammlung Georgi.


Foto: Benedikt Georgi

Der französische Architekt Pierre Chareau entwarf 1928 den Klappstuhl MC 769, eine Konstruktion komplett aus Metall. Die drei überlappenden Sitzelemente des Stuhls  schieben sich beim Zusammenklappen übereinander und lassen sich einschließlich der hohen Rückenlehne in den Fußrahmen einlegen. Der für den Außenbereich entwickelte Stuhl wird so zu einem kompakten und leicht zu transportierenden Objekt.

Das von Benedikt Georgi im Jahr 2009 aufgenommene Foto im Centre Georges Pompidou in Paris, zeigt drei Stuhlentwürfe von Pierre Chareau. Links im Bild ist der Klappstuhl MC 769 im Maßstab 1:1 zu sehen

Eine Miniatur dieses Stuhls – vermutlich eine Einzelanfertigung aus den Werkstätten des Vitra Design Museums – befindet sich in der Sammlung von Benedikt Georgi.

Maße der Miniatur: 60 x 130 mm, 132 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die beweglich gelagerten Einzelteile der Miniatur sind komplett in Metall hergestellt und lassen sich auch in dieser miniaturisierten Ausführung kompakt zusammenklappen. Die Oberflächen der Metallelemente sind schwarz lackiert. Das Bild unten zeigt die Miniatur des Klappstuhls im Maßstab 1:6 und ist vom großen Original nicht zu unterscheiden.


Foto: Benedikt Georgi

Sammlerfreunde

06. Mai 2018

Benedikt Georgi

Eigentlich stammt die Idee, auch über befreundete Sammler zu berichten, von Tom Giannini, dem „miniaturechairman“ aus London. Bis vor einigen Jahren schrieb Tom einen sehr interessanten Blog über seine Miniaturensammlung und berichtete auch über Sammlerfreunde und deren „Schätze“.
Ich greife diese Idee wieder auf und mein heutiger Beitrag gilt Benedikt Georgi, einem Sammlerfreund aus Paderborn. Bereits 1993 kaufte er die ersten Miniaturen und baute in den vergangenen 25 Jahren eine stattliche Sammlung auf.  Herr Georgi überließ mir die folgenden Bilder und Informationen:


Benedikt Georgi auf und mit LC2

„Ich habe meine ersten 3 Miniaturen im Frühjahr 1993 mit Postkarte beim Vitra Design Museum bestellt, nachdem ich darüber in „Schöner Wohnen“ gelesen hatte. Ich bekam ein Schreiben von Herrn von Vegesack persönlich unterzeichnet, in dem er mir mitteilt, dass sie von der Resonanz derart überwältigt seien, dass mit monatelangen Wartezeiten zu rechnen sei. Ca. 2 Monate später hatte ich meine ersten Miniaturen in Händen. Von da an hatte es mich gepackt.

Inzwischen habe ich 258 Miniaturen zusammengetragen. In wechselnden Zusammenstellungen dekoriere ich eine Auswahl in 2 Vitrinen und einem Regal. Der Rest ist in Schränken verstaut.“


Archivschränke der Sammlung Georgi (Ausschnitt)

Über interessante Miniaturen aus der Sammlung Georgi berichte ich in meinen nächsten Beiträgen. Einzelanfertigungen von Mart Stams Freischwinger S 33, Pierre Chareaus Klappstuhl MC 769, Peter Malys Sessel Zyklus und viele andere Entwürfe in miniaturisierter Ausführung gehören dazu.

 

Walter Gropius

22. April 2018

Miniatur „Armlehnstuhl D51“


Armlehnstuhl Modell D51 im Einrichtungshaus Biermann, Hagen,
Maßstab 1:1


Miniatur des Armlehnstuhls Modell D51,
Maßstab 1:6


Vestibül im Fagus-Werk

Mit diesem von Walter Gropius entworfenem Armlehnstuhl – damals jedoch noch ohne Sitz- und Rückenpolster  – wurde 1922/23 das Vestibül des Fagus-Werkes in Alfeld/Leine eingerichtet. Zur Einrichtung gehörten auch eine Bank und ein Tisch, die ursprünglich in naturfarbiger und gebeizter Eiche ausgeführt waren. Später wurde die Einrichtung im Fagus-Werk weiß lackiert, wie es auf dem historischen Foto zu sehen ist. Heute wird der Sessel und die dazu passende Bank von TECTA Bruchhäuser & Drescher KG in Lauenförde in massiver Esche hergestellt.

Vorbild für die von mir angefertigte Miniatur war ein TECTA-Armlehnstuhl, den ich im Einrichtungshaus Biermann in Hagen fotografieren und vermessen konnte. Ich danke Herrn Biermann, daß er mir die Möglichkeit gegeben hat. Für die Überlassung des historischen Fotos und der Entwurfs-Abbildung aus dem Buch „WALTER GROPIUS und das Faguswerk“ danke ich Frau Daniela Drescher und Herrn Axel Bruchhäuser.

Hier sind nun einige Informationen zur Miniatur:

Maße der Miniatur: 100 x 93 mm, 132 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur habe ich aus schichtverleimtem und massivem Eschenholz hergestellt. Das Sperrholz für die Sitzplatte und den Rücken habe ich aus drei, bzw. fünf Lagen 0,6 mm starkem Eschenfurnier kreuzweise verleimt. Die Leisten für das Gestell und den Sitzrahmen haben einen Querschnitt von 7 x 7 mm, sind teilweise zur Aufnahme der Rückenlehnenplatte ausgefräst, auf Gehrung verleimt und entsprechend dem großen Vorbild an den Ecken gerundet.

  

  

Nach einer Probemontage habe ich alle Oberflächen gründlich geschliffen, schwarz gebeizt, seidenmatt lackiert und verleimt. Die Polsterelemente sind mit einem anthrazit-weiß gestreiften Stoff bezogen und fest mit dem Stuhl verbunden.

  

Fotoprojekt „barbie meets vitra“

08. April 2018


Beach Fun Christie (mattel, 2006).
Auf Tom Vac (1998) by Ron Arad (vitra).

Nach dem Fotoprojekt „Barbie wird 55 – eine Hommage?“ im April 2014 realisiert der Galerist Stefan Heptner und der Fotograf Jan Frommel ein zweites Barbie Projekt, dieses Mal sehr wirkungsvoll in Farbe. Vom 16.3.2018 bis 18.3. 2018, anlässlich des ‚OpenWestend‘, stellte Stefan Heptner in seiner Münchner Galerie lichtblick21 die ersten 21 Motive vor. Dazu gab Stefan Heptner die nachstehenden Informationen:

„barbie meets vitra.
Eine Idee von Stefan Heptner.

Hintergrund:

Der Möbelhersteller vitra. lancierte in den 1990er Jahren eine vielfach ausgezeichnete Werbekampagne unter dem Titel „Personalities“. International bekannte Persönlichkeiten aus den verschiedensten Metiers nahmen dazu Platz auf Sitzmöbeln der Vitraproduktion. Der schweizer Fotograf Christian Coigny stellte dabei die Persönlichkeit der Portraitierten in den Vordergrund. Das Möbel diente lediglich als Requisit. Somit waren die Aufnahmen vielmehr Charakterdarstellungen, als klassische Werbefotos.

Die Kampagne lief über mehrere Jahre und so kamen mit der Zeit etwa 120 Motive zustande, darunter Portraits von Schauspielern, Regisseuren, Malern, Schriftstellern (- innen), wie z.B. Audrey Hepburn, Jack Lemmon, Peter Ustinov, Billy Wilder, Keith Haring, Gilbert & George, Charles Bukowski, John Irving und vielen anderen.

Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein begann vor über 20 Jahren Meilensteine des Möbeldesigns nachzubilden. Maßstabsgetreu auf ein Sechstel verkleinert – in eben demselben Maßstab in dem Mattel auch seine Barbie fertigt.

barbie meets vitra.
steht als Oberbegriff für die freie Übersetzung des Themas im Maßstab 1 zu 6 in Anlehnung an die Werbekampagne. Bei der Umsetzung kamen daher auch Möbel und Figuren anderer Hersteller zum Einsatz. Das Projekt ist eine Kooperation von Stefan Heptner | lichtblick21 und Jan Frommel | Frommel fotodesign und versteht sich als ‘‘work in progress‘‘

Format: DIN A2 (420 x 594 mm)
Einführungspreis bis Ende April 2018: 79,00 Euro (danach 159,00 Euro). Andere Formate auf Anfrage. Anfragen über sh@lichtblick21.de

Druck: Karl Kempf.
Auf EPSON STYLUS PRO 7900 mit ULTRACHROME HDR INK (11 Farben) und EPSON ENHANCED MATTE PAPER 189 g/m2.

Ein ganz besonderer Dank gilt Dirk Dowald (miniaturstuhl.de), Sammler unzähliger Miniaturstühle, der eine Auswahl seiner Sammlung zur Verfügung gestellt hat, und ohne dessen Unterstützung dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.“

Text und alle Bilder: © Stefan Heptner & Jan Frommel 2018

In diesem Beitrag zeige ich zehn Fotos von insgesamt 21 sehr liebevoll arrangierten Motiven.


Tippi Hedren als Melanie Daniels in Die Vögel (Mattel, 2008).
Auf Vegetal (2008) by Ronan & Erwan Bouroullec (vitra).

  
Foto links:
Audrey Hepburn als Holly Golightly in Breakfast at Tiffany’s (Mattel).
Auf Coconut Chair (1955) by George Nelson (vitra).

Foto rechts:
Anne Hathaway als Catwoman (Selina Kyle) in The Dark Knight Rises (Hot Toys, 2013).
Auf Ball Chair (1965) by Eero Aarnio (vitra).


Maiko Barbie (Mattel, 2005).
Auf How High The Moon (1986) by Shiro Kuramat (vitra).

  

  
Foto links oben:
OOAK Barbie als Barbarella (2018)
Auf Marshmallow Sofa (1956) by George Nelson (vitra).

Foto rechts oben:
Black Panther (T’Challa) in Captain America: Civil War (Hot Toys, 2017).
Auf Diamond Chair (1952/53) by Harry Bertoia (vitra).

Foto links unten:
Frank Sinatra The Recording Years (Mattel, 2006) & Frank Sinatra Barbie loves Frank Sinatra (Mattel, 1999).
Auf Lounge Chair & Ottoman (1956) by Charles & Ray Eames (vitra).

Foto rechts unten:
Josephine Baker von Jason Wu (Integrity Toys, 2009).
Auf La Mamma (1969) by Gaetano Pesce (vitra).


Batman (Mattel, 2016).
Auf Big Easy (1988) by Ron Arad (vitra).

Frankfurter Küchenstuhl

25. März 2018

Miniatur „Frankfurter Küchenstuhl“

In den Jahren von 1925 bis 1930 entstand unter Leitung des Architekten Ernst May das Wohnbau- und Stadtplanungsprogramm Neues Frankfurt. Im Rahmen dieses Projekts entwarf die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 die Frankfurter Küche, den Urtyp der modernen Einbauküche.

Und dann ist da noch der Frankfurter Stuhl oder Frankfurter Küchenstuhl!!

Stoelcker, Hersteller des sogenannten Frankfurter Stuhls schreibt dazu: “ Im Jahre 1926 wurde von Bauhausarchitekten ein neuer Küchentyp entworfen, die Frankfurter Küche. Der Küchenarbeitsplatz wurde erstmals nach ergonomischen und praktischen Erwägungen gestaltet. Und in diesen Küchen stand auch dieser Stuhl.“

Historische Aufnahmen der Frankfurter Küche zeigen jedoch als Sitzmöbel einen Drehhocker, mit oder ohne Rückenlehne. In einem historischen Film über die Frankfurter Küche ist auf einer Texttafel zu lesen: „Der Drehstuhl, den sich jede Frau beliebig hoch einstellen kann, gewährt die Möglichkeit, die meisten Arbeiten in der Küche sitzend vornehmen zu können.“

Immer mit dem Gedanken, nicht ausreichend Material zum Frankfurter Stuhl und eine Verbindung zum Bauhaus zu haben, bat ich meinen Sammlerfreund Benedikt Georgi um eine Auskunft. Benedikt Georgi besitzt nicht nur eine sehr umfangreiche Miniaturensammlung und das Wissen zu jedem Stuhlentwurf, sondern ist auch ambitionierter Bauhausexperte mit einer sehr umfangreichen Bibliothek, in der es zum Frankfurter Stuhl Informationen hätte geben müssen. Hier nun seine Antwort:

„Auch Ich habe noch weiter bezüglich des Frankfurter Stuhls recherchiert. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass er weder mit der Frankfurter Küche noch mit dem Bauhaus zu tun hat. Es scheint ein anonymer Werksentwurf zu sein, der insbesondere in den fünfziger Jahren verschiedentlich kopiert bzw. leicht verändert produziert wurde und zum Inbegriff eines Stuhls wurde. Da die Frankfurter Küche als Ursprung aller Einbauküchen gilt, haben findige Marketingleute den Stuhl dann irgendwann als Frankfurter Stuhl vermarktet.“

Dessen ungeachtet habe ich mich mit dem Frankfurter Stuhl weiter beschäftigt und ihn als Miniatur für meine Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 66 x 71 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur:1:6

Die Miniatur habe ich aus massivem und teilweise schichtverleimtem Buchenholz angefertigt. Reduziert, so wie der heute noch von Stoelcker hergestellte Stuhl, besteht  auch meine Miniatur aus zwei geraden Vorderbeinen, zwei leicht geschwungenen Hinterbeinen, einem formverleimtem Sitz mit gerundeter Vorderzarge und einer leichten Sitzmulde sowie der gebogenen Rückenlehne.

Die folgenden Abbildungen zeigen einige Schritte meiner Anfertigung.

  

Um die Mulde in die Sperrholzplatte des Sitzes einzuprägen, habe ich aus dünnen Tischlerplatten zwei Schablonen geschnitten. Einen Zuschnitt habe ich in der Größe der Sitzmulde rund ausgeschnitten und das Gegenstück mit drei runden Furnierplättchen in unterschiedlichen Größen aufgefüttert. Um scharfe Kanten durch den Druck beim Verleimen der Sitzplatte zu vermeiden, habe ich Ausschnitt und Plättchen mit Schaumstoff aufgefüttert.

  

  

Den Sitzrahmen habe ich aus mehreren Lagen Buchenfurnier formverleimt und später mit der gefrästen und geschlitzten Vorderzarge und der Sitzplatte verbunden. Die mit einem Zapfen versehenen Vorderbeine und die später ausgeklinkten Hinterbeine geben der Miniatur nach dem Verleimen seine Stabilität.

Die Abbildungen oben und unten zeigen die Miniatur vor dem Verleimen, einfach nur probeweise zusammengesteckt.

  

Gerrit T. Rietveld

11. März 2018

Miniatur „Stick Chair“


Foto: Halil Hinz

Den Stuhl aus Rundholz und gebogenem Sperrholz entwarf Gerrit Rietveld im Jahr 1924.

„Im Tragsystem dem »Rot-blauen« sehr ähnlich, unterscheidet sich dieser Stuhl durch die Verwendung des Rundholzes mit abgerundeten Enden und durch die nach anatomischen Bedingungen geformte Sitzfläche und Rückenlehne; verglichen mit dem berühmten Modell sind diese weniger geneigt und gestattet deshalb eine aufrechte Haltung. Der Stuhl wurde für das Schröder-Haus entworfen.“
Quelle: Ursprung des modernen Möbels – das Werk Rietvelds

Die Miniatur des Stuhles ist eine Anfertigung von Halil Hinz, der sich seit Jahren sehr intensiv mit den Entwürfen Gerrit Rietvelds auseinandersetzt.

Maße der Miniatur: 108 x 108 mm, 160 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Zur Herstellung der Miniatur(en) verwendete Halil Hinz 5 mm starke Rundhölzer und verleimte für die geschwungenen Sitz- und Rückenflächen drei Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier in entsprechend vorbereiteten Formen. Die Miniaturen lackierte er rot und schwarz.

Eine Besonderheit ist die Schraubverbindung der Sperrholzplatten zum Gestell. Die kleinen Linsenkopfschrauben stellten noch kein Beschaffungsproblem dar; die gab es beim Lieferanten für Modellbauschrauben. Nicht zu beschaffen waren die miniaturisierten Vierkantmuttern. Deshalb fertigte Halil Hinz die Muttern selber an. Von einem massiven Vierkantstab aus Messing schnitt er Scheiben in der benötigten Stärke von ca. einem Millimeter ab, fixierte sie in einer vorbereitete Form um einen festen Halt für die weitere Bearbeitung zu bekommen. Das Bohren eines Loches, exakt ins Zentrum dieses kleinen Plättchens und das anschließende Schneiden eines Gewindes, in der Stärke passend zur Schraube, gelang Halil Hinz sehr gut und führte zum Erfolg. Und das machte er 16 mal für jede gebaute Miniatur!!

Wie immer, gehört zu jeder Miniatur aus der „Hinz Mini Manufaktur“ ein passendes, sehr wertig hergestelltes Holzkistchen.

Gianni Pareschi

25. Februar 2018

Miniatur „Fiocco“


Foto: Marko Dowald

Als mir die Miniatur dieses Sessels zum Kauf angeboten wurde, kannte ich weder die Modellbezeichnung noch den Hersteller des großen Originals. Mir war aber bekannt, daß sich eine solche Miniatur in der Sammlung des Londoner Architekten Tom Giannini befand.

Viele Leser meines Blogs erinnern sich bestimmt gerne an Tom Giannini, der in seinem Blog als „miniaturechairman“ sehr ausführlich und informativ über seine Miniaturensammlung berichtete.

Deshalb schrieb ich an Tom und erhielt neben dem folgenden Bild auch die Informationen zu meiner Miniatur.


Foto: Tom Giannini

Es handelt sich also um den Sessel Fiocco, den der Designer Gianni Pareschi 1970 für den italienischen Möbelhersteller Busnelli entwarf. Busnelli produzierte den Sessel mehrere Jahre und nahm ihn nach einer Auszeit 2007 wieder in seine Kollektion auf.

Das Metallgestell aus gebogenem Rundrohr ist mit PU-Schaum beschichtet und nimmt rutschfest den elastischen Stoffbezug auf. Der Bezug ist so konstruiert, daß er sich dem Benutzer anpasst und später wieder in seine ursprüngliche Kontur zurückspannt. Auch die Miniatur des Sessels Fiocco wurde von Busnelli hergestellt.

Maße der Miniatur: 70 x 120 mm, 112 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:10

Wie beim großen Original ist das Gestell der Miniatur aus rundem Eisendraht gebogen. Der weiße Bezug meiner Miniatur passt sich sehr schön den Konturen des Gestells an, da der elastische Stoff maßstäblich und passgenau mit großer Sorgfalt genäht wurde.

Da die Miniatur von Tom Giannini mit blauem Stoff bezogen ist, gehe ich davon aus, daß die Miniatur in mehreren Farben angeboten wurde. Wie auf Toms Foto zu sehen ist, gehört zur Miniatur ein sehr schöner bedruckter Faltkarton, der leider in meiner Sammlung fehlt.

Fabio Novembre

11. Februar 2018

Miniatur „Nemo“

Der Nemo Sessel ist ein Entwurf des Mailänder Architekten und Designers Fabio Novembre. Novembre entwarf diesen modernen Sessel im Jahr 2010 für den italienischen Möbelhersteller Driade. Die Rückseite des Sessels zeigt ein menschliches, aber anonymes Gesicht, das Innere des Sessels, mit seinen hoch gezogenen Seiten und dem ausgeformten Sitz, biete einem Schutz oder Abschirmung wie in einem Ohrensessel. Auf der Homepage von Driade sieht man einige Abbildungen des Nemo in unterschiedlichen Einsatzbereichen.
Der Sessel Nemo ist durchgängig aus durchgefärbtem Polyethylen gefertigt, wird in fester oder drehbarer Ausführung angeboten und ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar.
Die Miniatur des Nemo wird ebenso wie das große Original von Driade produziert und über Handelshäuser angeboten.

Maße der Miniatur: 106 x 101 mm, 165 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: ca. 1:8

Für meine Sammlung habe ich die Miniatur in der roten Variante gekauft. Neben dieser Farbausführung gibt es die Miniatur noch in weiß, grau und schwarz. Zum Lieferumfang gehört ein sehr attraktiver, dreifarbig bedruckter Faltkarton.

 

Philippe Starck

28. Januar 2018

Miniatur „Masters Chair“

Der von Philippe Starck im Jahr 2010 entworfene Masters Chair vereint Designelemente bekannter Entwürfe von Charles & Ray Eames, Arne Jacobsen und Eero Saarinen. In der Lehnenkonstruktion des Sessels findet man die Silhouetten des Plastic Chairs, des Siebeners und  des Tulip Armchairs. Der auch im Außenbereich einsetzbare Sessel wird aus durchgefärbtem Kunststoff hergestellt und ist stapelbar.
Die Miniatur des Masters Chairs stammt aus einer asiatischen Produktion.

Maße der Miniatur: 92 x 100 mm, 142 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: ca. 1:6

Die Miniatur ist genau wie das große Original aus durchgefärbtem Kunststoff hergestellt. Für das oben gezeigte Bild habe ich als Hintergrund einen Karton aus meinem Bestand verwendent, da zur Miniatur keine Verpackung gehört.