Brian Wood

31. Dezember 2017

Miniatur „Rear Guard Chair MK II“

Jaguar Mark II, Baujahr 1959, Maßstab 1:18
Rear Guard Chair MK II, Entwurfsjahr 1979, Maßstab 1:6

Der Rear Guard Chair MK II ist ein Entwurf des Australiers Brian Wood aus dem Jahr 1979. Inspiriert durch die Formensprache eines Jaguar Mark II schuf Brian Wood diesen aus nur zwei gleichen Seitenteilen und einer Sitzschale bestehenden Sessel.

Für mein Foto lieh mir ein Freund aus seiner Modellautosammlung das Modell eines Jaguar Mark II im Maßstab 1:18. Deutlich lassen sich formale Übereinstimmungen, wie z.B. die der Heckklappe und der hinteren Radausschnitte erkennen.

  

Fasziniert von der reduzierten, aber trotzdem aufwendigen Konstruktion dieses Sessels, nahm ich mir vor, eine Miniatur für meine Sammlung anzufertigen. Zwei in einem Internetbeitrag gefundene Abbildungen (s.oben) waren Vorbild für meinen Nachbau.

Maße der Miniatur: 120 x 142 mm, 108 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Um die Einzelteile der Miniatur herzustellen, schnitt ich aus mehreren Lagen zusammengeleimter MDF-Platten eine Form in Kontur der Seitenteile. In ihr verleimte ich sieben Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier. Da sich das Formholz auch nach der Verarbeitung noch verändert, stellte ich das Seitenteil in doppelter Breite her und schnitt es später in zwei gleichbreite Teile. So ist gewährleistet, daß sich die Seitenteile gleichmäßig verändern und die Miniatur einen festen Stand behält.

In einer zweiten Form verleimte ich aus fünf Lagen Buchenfurnier die Sitzschale. Nach Bearbeitung der Kanten und einem gründlichen Oberflächenschliff, schnitt ich die Aussparungen zur Aufnahme der Sitzschale in die Seitenteile. Bereits durch einfaches Zusammenstecken, entstand so diese wunderschöne Miniatur. Nach dem noch ausstehenden Lackieren mit seidenmattem Klarlack, werden die Seitenteile fest mit der Schale verbunden, um so die gewünschte Stabilität zu erreichen.

 

Marc Newson

17. Dezember 2017

Miniatur „Wooden Chair“

Marc Newson entwarf  1988 als Auftragsarbeit für eine Wanderausstellung des Handwerksrates von New South Wales/Australien den Wooden Chair.

24 schleifenförmig gebogene Holzleisten aus tasmanischer Kiefer, aufgeschraubt auf vier Quertraversen und die hintere Standfläche aus massivem Holz, bilden diesen Stuhl. Zunächst als Einzelstück in den eigenen Werkstätten von Marc Newson gebaut, wird der Wooden Chair heute unter der Bezeichnung MN/30 vom italienischen Möbelhersteller Cappellini in leicht überarbeiteter Ausführung hergestellt. Das von Marc Newson verwendete tasmanische Kiefernholz wurde von Cappellini durch Buchenholz ersetzt und auch kleine Korrekturen an der Neigung der Rückenlehne flossen in die heutige Produktion ein.

Die Miniatur des „Wooden Chair MN/30“ hat Halil Hinz für seine eigene Sammlung hergestellt.

Maße der Miniatur: 171 x 136 mm, 116 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur besteht genau wie das große Original aus 2 x 12 unterschiedlich langen und gebogenen Holzleisten mit einem Querschnitt von nur 3 x 1,5 mm. Die Holzleisten sind in gleichmäßigen Abständen in den Aussparungen der Traversen und der hinteren Standfläche befestigt. Zur Befestigung verwendete Halil Hinz 168 Schlitzschrauben mit einem Durchmesser von knapp 1 mm.

Zur Aufbewahrung dieser filigranen Miniatur wurde extra eine kleine Vitrine aus Acrylglas angefertigt, die nicht nur Schutz bietet, sondern auch die Wertigkeit dieser tollen Arbeit unterstreicht.


Foto: Halil Hinz

Sammlerfreunde

03. Dezember 2017

Halil Hinz

Halil Hinz besuchte mich und brachte einige seiner Miniaturen mit. Der Tischlermeister aus Engelskirchen besitzt eine sehr umfangreiche Sammlung von Miniaturstühlen, die teilweise von ihm selber angefertigt wurden. Bisher waren es bevorzugt Miniaturstühle der Entwürfe von Gerrit Rietveld, die er im Maßstab 1:6 und in einer Auflagen von 4 oder 5 Exemplaren herstellte. Zu seiner Sammlung gehören natürlich auch Miniaturen des Vitra Design Museums, die er teilweise (s. unten) in einem von ihm entworfenen und selbst hergestellten Regal untergebracht hat.


Halil Hinz in der Werkstatt
BM-Foto: Heinz Fink

Aus seiner mitgeführten Transportkiste zauberte Halil Hinz eine Miniatur nach der anderen hervor. Den selbst gebauten Stick Chair von Rietveld, die gerade erworbene Vitra Miniatur des Hardoy Chairs (auch Butterfly Sessel genannt) und zwei Experimentiermodelle des von Gerrit Rietveld entworfenen Faltsessel aus Aluminium. Über diese Miniaturen berichte ich ausführlicher und mit weiteren Abbildungen in meinen nächsten Beiträgen.

Wir Miniaturensammler haben zwar nicht die Platzprobleme der Sammler großer Originale, aber man kann einfach nicht alle Miniaturen mit sich führen, die man gerne bei einem Besuch zeigen möchte. Es fehlte der kürzlich von Halil Hinz fertiggestellte Isokon Liegesessel von Marcel Breuer, eine Miniatur des Ikea Sessels Poäng in modifizierter Ausführung und auch Rietvelds „Steckstuhl“ aus gebogenem Sperrholz, dessen Entwurf nie über das Prototypenstadium hinaus kam.

Ganz aktuell hat Halil Hinz eine Miniatur des Wooden Chairs von Marc Newson im Maßstab 1:6 fertiggestellt. Die Miniatur besteht aus 24 verformten Buchenleisten in einem äußerst kleinen Querschnitt, die mit knapp 1 mm großen Schlitzschrauben an den quer verlaufenden Traversen befestigt sind.

Ausführliche Informationen über die von Halil Hinz angefertigten Miniaturen findet man in seinem Blog www.miniaturstuhldesign.de und natürlich in meiner Kategorie 7. Miniaturen aus der… Sammlung Hinz. Sammler, die an eventuell noch verfügbaren Miniaturen interessiert sind, können sich auch per E-Mail joi738@aol.com direkt an Halil Hinz wenden.

Diese Bilder zeigen das von Halil Hinz angefertigte Regal. Die rote Türe bildet in geschlossenem Zustand an den ausgeschnittenen Stellen je eine offene „Vitrine“.
In der oberen Vitrine steht die Miniatur des Ikea Poäng Sessels einschließlich Fußhocker und darunter die Miniatur des Isokon LiegesesselS von Marcel Breuer.


3 Fotos: Halil Hinz

Fred Forbat

19. November 2017

Miniatur „Hocker für das Haus Sommerfeld“

Ein lieber Sammlerfreund schenkte mir das Taschenbuch bauhaus chairs • vom Experiment zur Massenproduktion: 50 Stühle, Sessel und Hocker.

Schon die zweite Abbildung in diesem interessanten Buch zeigt den von Fred Forbat um 1926 entworfenen Hocker für das Wohnzimmer im Haus Sommerfeld in Berlin. Fred Forbat, ein ungarisch-deutscher Architekt, arbeitete Anfang der 1920er Jahre im Büro von Walter Gropius und in den Jahren von 1925 bis 1928 als leitender Architekt im Bauunternehmen von Adolf Sommerfeld. Während seiner Tätigkeit bei Sommerfeld entwarf er den Hocker, dessen Gestell in schwarz gebeizter und lackierter Buche ausgeführt war. Das Schwarz-Weiß-Foto im Buch lässt leider keine Rückschlüsse auf die Farbe des Sitzpolsters zu.

Für meine Sammlung habe ich den Hocker als Miniatur nachgebaut.

Maße der Miniatur: Ø 69 mm, 75 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Den Sitzrahmen, die Hockerbeine und den Unterboden der Miniatur habe ich aus massivem und teilweise formverleimtem Buchenholz hergestellt. Die Oberflächen aller Holzteile habe ich schwarz gebeizt und anschließend seidenmatt, klar lackiert.

Für den Einlegesitz habe ich eine ca. 3 mm starke, gerundete Sperrholzplatte leicht gepolstert und mit einem fein gewebten roten Stoff bezogen.

Aus meinem Bücherschrank

19. November 2017

Mies van der Rohe

„Das in mehrere Sprachen übersetzte Studio Paperback über Ludwig Mies van der Rohe wird hier in einer erweiterten und überarbeiteten Neuausgabe vorgelegt. Die dokumentiert seine wichtigsten Bauten und Projekte in einer ebenso überzeugenden wie einfachen Weise: anhand der Entwicklung seiner Konstruktionsprinzipien. Eine Vielzahl von Planzeichnungen und Fotografien, die in der ersten Ausgabe nicht veröffentlicht waren, verleiht diesem Studiopaperback eine hohe analytische Dichte und macht es so zu einer unentbehrlichen Einführung in das Werk dieses Meisters der architektonischen Moderne.“

Text: Klappentext des Verlages.

Jacob und Josef Kohn

05. November 2017

Miniatur „Schaukelsessel No. 9“

„In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen Bugholzfirmen mit der Herstellung von Schaukelsesseln, die als Symbol für Muße und Entspannung dem Bedürfnis des Bürgertums nach angemessenem Lebenskomfort entsprachen.

Um 1882 brachte die Firma Jacob & Josef Kohn ein Modell auf den Markt, das sich deutlich von den früheren Schaukelsesseln unterschied. Eine Doppelschlaufe, die sich klar vom Rahmengestell abhebt, faßt auf jeder Seite die stützenden Funktionen zusammen. Da die hinterbeinähnlichen Stützen der Vorbilder wie dem Thonet-Schaukelsessel durch die hintere, kleinere Bugholzschlaufe ersetzt wurden, wirkt die Konstruktion des Sessels elegant und schwerelos.“ (Auszug aus der Begleitbroschüre zur Miniatur des Vitra Design Museums.)

Die Miniatur des Schaukelsessel No. 9 wird seit 1999 vom Vitra Design Museum produziert und angeboten.

Maße der Miniatur: 102 x 200 mm, 160 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Mehrere Lagen Furnierstreifen, formgebogen und verleimt, bilden die Seitenrahmen der Miniatur. Die Doppelrahmen für die Sitz- und Rückenfläche sind aus massivem Buchenholz gebogen und nehmen das Wiener Geflecht aus gespaltenem Binsengras auf. Alle Holzteile sind dunkel gebeizt und anschließend mit Schellackpolitur beschichtet.

Unten zeige ich eine Abbildung aus einem Sonderdruck des Journals „design report“ vom Januar/Februar 1996 in dem über die Miniaturenproduktion des Vitra Design Museums berichtet wird. Das Bild zeigt den Weber des Wiener Geflechts.

Aus meinem Bücherschrank

05. November 2017

Mies van der Rohe – Möbel und Interieurs

„Der lange Weg vom Material über die Zwecke zu den Gestaltungen hat nur das eine Ziel: Ordnung zu schaffen in dem heillosen Durcheinander unserer Tage. Wir wollen aber eine Ordnung, die jedem Ding seinen Platz gibt. Und wir wollen jedem Ding das geben, was ihm zukommt, seinem Wesen nach.“

Diese Sätze aus Mies van der Rohes Antrittsrede als Direktor der Architekturabteilung am Armour Institute of Technology in Chicago aus dem Jahre 1938 gelten für alle Möbelentwürfe und Innenraumgestaltungen des großen Meisters, die Werner Blaser in diesem Buch erstmalig zusammengestellt und mit großer Sachkenntnis kommentiert hat. Auch fundierte Kenner des baukünstlerischen Werkes von Mies werden hier ihnen bisher unbekannten Projekten und Aspekten begegnen.“

Text: Klappentext des Verlages.

Frank Lloyd Wright

22. Oktober 2017

Miniatur „Johnson Wax Chair“

Diese mit schwarzem Leder bezogene Miniatur des Johnson Wax Chairs konnte ich vor einigen Wochen meiner Sammlung hinzufügen. Eine Miniatur des von Frank Lloyd Wright im Jahr 1939 entworfenen Stuhls mit rotem Stoffbezug wird seit 1998 vom Vitra Design Museum hergestellt und vertrieben.

Meinen Recherchen zufolge handelt es sich bei dieser mit schwarzem Leder bezogenen Miniatur entweder um eine Miniatur die vom Vitra Design Museum für einen Kunden in Kleinserie angefertigt wurde oder eine Einzelanfertigung. Bei Vitra gibt es keine Aufzeichnungen über die Miniatur, so daß eine Zuordnung nicht eindeutig möglich ist.

Maße der Miniatur: 90 x 102 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur stimmt in Konstruktion und Ausführung mit der vom Vitra Design Museum produzierten roten Miniatur überein.

Der Sitz und das Rückenkissen sind jedoch mit scharzem Leder bezogen und die Armauflagen aus Kirschbaumholz sind etwas dunkler gebeizt.

  

  

Aus meinem Bücherschrank

22. Oktober 2017

Der entfesselte Blick
Die Brüder Rasch und Ihre Impulse
für die moderne Architektur

„Die frühen Architekturentwürfe der Brüder Heinz (1902-1996) und Bodo (1903-1995) Rasch verbinden visionären Erfindungs-geist mit Ingenieurskunst auf eine Weise, die bis heute verblüfft. Nicht nur ihre Pläne für spektakuläre Hängearchitekturen, sondern auch die Ideen für aufblasbare Leichtbauten oder containerartige Module waren ihrer Zeit weit voraus. Obgleich sie an wichtigen Projekten der Moderne mitwirkten, ist ihr Werk heute nur wenigen Experten bekannt. Diese erste museale Ausarbeitung ihres faszinieren-den Schaffens rückt die Impulse der Brüder Rasch erneut ins öffentliche Bewusstsein. Mit ausgewählten Einzelprojekten international renommierter Architekturbüros, die an ihre Konzepte anknüpfen, schlägt das Projekt gleichzeitig die Brücke zwischen dem kreativen Potential der Brüder Rasch und wichtigen Akteuren der 1960er Jahre bis heute. Fünf zeitgenössische Künstler setzen schließlich mit ihren Beiträgen diesen Dialog fort und zeigen, wie weit die „Entfesselung des Blicks“ bis in die Gegenwart reicht.

Text: Klappentext des Verlages.

Marcel Breuer

08. Oktober 2017

Miniatur „Isokon Dining Chair“

Während seines Englandaufenthaltes in den Jahren 1935 und 1936 entwarf Marcel Breuer eine Reihe von Schichtholzmöbeln für die gerade gegründete Isokon Furniture Company in London. Isokon hatte sich auf die Herstellung moderner Möbel aus Sperrholz spezialisiert und produzierte die von Marcel Breuer entworfenen Möbel, zu denen auch der hier abgebildete Dining Chair gehörte. Noch heute werden von Isokon einige Entwürfe Marcel Breuers produziert und angeboten.

Die Miniatur des Isokon Dining Chairs habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 69 x 90 mm, 125 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das zur Anfertigung der Miniatur erforderliche Plattenmaterial habe ich aus drei bzw. fünf Lagen 0,6 mm starkem Birkenfurnier kreuzweise verleimt. Um die formverleimten Elemente anfertigen zu können, habe ich entsprechende Formen aus MDF-Platten herausgeschnitten und die Formteile unter starkem Druck darin verpresst.

Die zugeschnittenen Einzelteile für das Untergestell, die formverleimten Elemente für Sitz und Rücken, sowie verschiedene Montageschritte bis hin zur fertigen Miniatur, zeigen die folgenden Bilder.