Archiv für die Kategorie ‘Hoffmann’

Josef Hoffmann und Koloman Moser

Sonntag, 22. März 2020

Miniatur „Purkersdorfer Fauteuil“

Die Purkersdorfer Fauteuils wurden von Josef Hoffmann in der Eingangshalle des von ihm erbauten Sanatorium Westend in Purkersdorf als Sitzgelegenheiten eingesetzt.

In der Literatur wird der Entwurf des Purkersdorfer Fauteuils mal Josef Hoffmann, mal Koloman Moser zugeschrieben. In den Wiener Werkstätten entstanden neben diesem Sessel für das Sanatorium sehr viele Gemeinschaftsarbeiten von Hoffmann und Moser, die mangels gesicherter Daten weder dem einen noch dem anderen zugeschrieben werden können. Dieses trifft wohl auch für den Purkersdorfer Sessel zu.

Die linear angeordneten weißen Leisten bilden die Seitenteile und den Rücken des Sessels, die durch die Konstruktion des Sitzes fest miteinander verbunden sind. Der Sitz war in der Zeit des Entwurfs mit schwarz und weiß eingefärbtem Rohrgeflecht bespannt und bildetet eine schachbrettartige Fläche.

Die Miniaturen, die in den Jahren von 1989 bis 1993 von Galerie Ambiente in Wien produziert wurden konnte ich jetzt aus einer von Galerie Ambiente angebotenen Sammlungsauflösung kaufen.

Maße der Miniatur: 101 x 107 mm, 110 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die vertikalen und horizontalen Leisten der drei Seiten sind aus 2 x 7 mm starkem Sperrholz zu Rahmen verleimt und in Höhe des Sitzes mit senkrecht ausgefrästen Traversen verbunden. Zwischen den Traversen ist der mit schwarzen und weißen Lederstreifen bespannte Sitzrahmen eingesetzt. Alle Holzteile sind weiß lackiert, die vier Bodengleiter haben einen Durchmesser von 5 mm und sind schwarz lackiert.

 

 

 

Aus meinem Bücherschrank

Sonntag, 22. März 2020

Wiener Werkstätte

Buch_Wiener-Werkstaette01

„Die Wiener Werkstätte, gegründet 1903 von Josef Hoffmann, Koloman Moser und Fritz Waerndorfer, ist eine kreative Bewegung der Moderne. Der progressive Zusammenschluss von Künstlern und Designern wollte der industrialisierten Gesellschaft individuelle Handwerkskunst entgegensetzen und verschiedene Aspekte des Lebens zu einem harmonisch-eleganten Kunstwerk verbinden.

Zunächst bestand die Werkstätte nur aus drei kleinen Räumen, weitete sich jedoch schon bald auf ein dreistöckiges Gebäude mit Spezialbereichen für Metall-, Leder- und Holzverarbeitung, einer Buchbinderei und einem Farbenhandel aus. Die Künstler experimentierten mit verschiedensten Materialien, darunter Gold, Edelsteinen und Pappmaché, und wandten ihre schlichten, häufig geometrischen Muster und ihre Designprinzipien auf Keramik, Textilien, Typografie, Innenarchitektur, Möbel und Mode an. Bei Gesamtaufträgen wie dem Sanatorium Purkersdorf und dem Palais Stoclet in Brüssel konnte die Gruppe ihr Ideal vom „Gesamtkunstwerk“ realisieren, bei dem jedes Detail ein integraler Teil des koordinierten Ganzen ist.

Obwohl die Werkstätte nur 30 Jahre lang bestand, hatte sie großen kommerziellen Erfolg und konnte Dependancen in Karlsbad, Marienbad, Zürich, New York und Berlin eröffnen. Viele führende Künstler der Zeit, darunter Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Egon Schiele, steuerten Entwürfe bei. Heutzutage würdigt man die Wiener Werkstätte für ihren ganzheitlichen Ansatz und ihren stilistischen Einfluss auf Art déco und Bauhaus.“

Text: Klappentext des Verlages

Josef Hoffmann

Sonntag, 09. Februar 2020

Miniatur „Purkersdorfer Stuhl“

Das Sanatorium Westend in Purkersdorf bei Wien wurde in den Jahren 1904 und 1905 vom Architekten Josef Hoffmann gebaut und gilt als hervorragendes Beispiel für die Architektur im Stile der Wiener Secession. Für den großen Speisesaal und den anschließenden Verandaraum des Sanatoriums entwarf Josef Hoffmann zeitgleich den Purkersdorfer Stuhl, der vom Bugholzmöbelhersteller J. & J. Kohn hergestellt wurde. Unter der Artikelbezeichnung „Sessel Modell Nr. 322“ wurde der Stuhl später von Kohn auch für den freien Markt angeboten.

Die Hinterbeine des Stuhls und die U-förmig gebogene Rückenlehne besteht aus einem einzigen Bugholzelement. Die in die Rückenlehne eingesetzte Verstrebung aus gelochtem Sperrholz ist ebenfalls in einen Bugholzrahmen gefasst und an der Rückenlehne und dem Sitzrahmen befestigt. Die Verbindung der Stuhlbeine mit dem gepolsterten und lederbezogenen Sitz wurde in allen Winkeln durch eingeschraubte Holzkugeln zusätzlich stabilisiert.

In den Jahren von 1989 bis 1993 wurden von Galerie Ambiente in Wien verschiedene Miniaturen handwerklich und in Kleinserien gefertigt. Aus einer Sammlungsauflösung, die über Galerie Ambiente angeboten wurde, konnte ich die in meiner Sammlung noch fehlende Miniatur des Purkersdorfer Stuhls erwerben.

Maße der Miniatur: 75 x 84 mm, 167 mm hoch

Maße der Miniatur: 1:6

Die Miniatur ist aus Buchenholz angefertigt, dunkelbraun gebeizt und seidenglänzend lackiert. Die Vorderbeine sind aus geraden Rundhölzern hergestellt, wogegen die Hinterbeine quadratisch ausgeführt sind und erst oberhalb der Sitzfläche allmählich rund auslaufen. Das flache Lederpolster ist über die vordere Sitzkante gezogen und umlaufend mit einem schmalen Lederband und Polsternägeln befestigt.

Josef Hoffmann

Sonntag, 04. Juni 2017

Vitrinendekoration „Hoffmann Miniaturen“

Meine neueste Vitrinendekoration zeigt alle Miniaturen aus meiner Sammlung, deren Originale vom österreichischen Architekten Josef Hoffmann entworfen wurden. Die Miniaturen im Maßstab 1:6 sind Anfertigungen des Vitra Design Museums und der Galerie Ambiente in Wien. Die Miniatur des höhenverstellbaren Klavierhockers habe ich für meine Sammlung selber hergestellt.

Auch bei dieser Dekoration habe ich die Anordnung in chronologischer Folge vorgenommen und nenne unter den folgenden Bildern die wichtigsten Daten zu jeder Miniatur.

Ausführliche Informationen zu den Miniaturen und weitere Bilder finden sich in den Kategorien unter „6. Miniaturen/Designer“.

Satztische
Entwurf: 1903/04
Maßstab: 1:6
Maße der Miniaturen:
Tisch 1:   91 x 70 mm, 126 mm hoch, + 9 mm für die Griffchen.
Tisch 2:   76 x 60 mm, 119 mm hoch,
Tisch 3:   66 x 52 mm, 116 mm hoch,
Tisch 4:   54 x 43 mm, 113 mm hoch.
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Stuhl Dr. Salzer
Entwurf: 1903
Maßstab: 1:6
Maße: 82 x 85 mm, 216 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Quadratl Tisch
Entwurf: 1903/04
Maßstab: 1:6
Maße: 100 x 100mm, 130 mm hoch.
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Sitzmaschine  (links)
Entwurf: 1904/05
Maßstab: 1:6
Maße: 105 x 155 mm, 172 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Siebenkugelstuhl
Entwurf: 1905/06
Maßstab: 1:6
Maße: 73 x 75 mm, 182 mm hoch.
Hersteller: Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Sitzmaschine  (rechts)
Entwurf: 1904/05
Maßstab: 1:6
Maße: 108 x 158 mm, 172 mm hoch
Hersteller: Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Fledermaus Stühle und -Beistelltisch (hinten)
Entwurf: 1907
Maßstab: 1:6
Maße der Miniaturen:
Stuhl: 87 x 82 mm, 121mm hoch
Tisch: Ø 90 mm,  120 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Fledermaus Stuhl (vorne links)
Entwurf: 1907
Maßstab: 1:6
Maße: 92 x 79 mm, 120 mm hoch
Hersteller: Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Fledermaus Hocker
Entwurf: 1907
Maßstab: 1:6
Maße: 60 mm Ø, 75 mm hoch
Hersteller: Galerie Ambiente, Wien

Klavierhocker
Entwurf: 1908
Maßstab: 1:6
Maße: Ø 70 mm, von 76 bis 93 mm höhenverstellbar.
Hersteller: eigene Einzelanfertigung

Josef Hoffmann

Sonntag, 27. November 2016

Miniatur „Klavierhocker“ aus meiner Miniaturenwerkstatt

Die in der vergangenen Woche vorgestellte Miniatur des Klavierhockers von Josef Hoffmann ist eine Eigenanfertigung für meine Sammlung. Das Gestell des Hockers – sowohl beim großen Original als auch bei der Miniatur – ist aus Nadelholz hergestellt und mit Kirschbaumholz furniert.

Die folgenden Fotos zeigen verschiedene Arbeitsschritte mit kurzen Informationen.

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Um den Rahmen für das Einlegepolster anzufertigen, habe ich einige Lagen Kirschbaumfurnier um ein Kunststoffrohr verleimt und nach dem Aushärten des Leims auf die richtige Höhe geschnitten. Dieses Kunststoffrohr diente schon bei der Anfertigung der Miniatur des Hockers Remida als Form. Mit festem Kreppband umwickelt wurde das Rohr soweit aufgefüttert, bis der für die Miniatur richtige Durchmesser erreicht war.

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Die quadratischen Kiefernleisten sind allseitig mit 0,6 mm starkem Kirschbaumholz furniert und für das spätere Beizen gewässert und geschliffen worden. Nach dem Zuschnitt der runden Platten konnte ich den Polsterrahmen anbringen und in die untere feststehende  Platte eine Gewindemuffe zur Aufnahme der Spindel einbauen. Um den zum Einbau verwendeteten Zweikomponenkleber abzudecken, habe ich die Flächen anschließen furniert.  Die Spindel ist eine schwarze Gewindeschraube in der Stärke von 5 mm.

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Der Farbton der Furnieroberfläche ist mit Beize dem Originalhocker weitgehend angepasst. Nach dem kompletten Zusammenbau erfolgte eine Beschichtung mit Schellack-Streichlack.

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Zum Verleimen der Gestellteile kam wieder meine Montagehilfe zum Einsatz, in der ich Verbindungen sehr einfach und vor allem im rechten Winkel herstellen kann.

Die folgende Abbildung zeigt die Miniatur und die Polstersitze teilmontiert und kurz vor der Fertigstellung.

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Josef Hoffmann

Sonntag, 20. November 2016

Miniatur „Klavierhocker“

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Josef Hoffmann entwarf um 1908 einen höhenverstellbaren Klavierhocker, der in den Wiener Werkstätten in verschiedenen Ausführungen hergestellt wurde. Vorbild für die von mir hergestellte Miniatur war der im Kunstportal MasterArt gezeigte Hocker mit einem gepolsterten Einlegesitz. Das Gestell dieses Hockers ist aus Nadelholz und allseitig mit Kirschbaumholz furniert, dunkel gebeizt und vermutlich mit Schellack glänzend beschichtet.

Maße der Miniatur: Ø 70 mm, von 76 bis 93 mm höhenverstellbar.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur habe ich entsprechend dem großen Vorbild aus Kiefernholz hergestellt und mit Kirschbaumholz furniert. Der mit grünem Velloursstoff bezogene Polstersitz ist in den umlaufenden Sitzrahmen eingelegt und in der Höhe um 17 mm verstellbar.

Die folgenden vier von mir angefertigten Abbildungen zeigen die Miniatur im Maßstab 1:6.

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In dem Buch Josef Hoffmann · Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen ist eine Variante des Hockers abgebildet. Der drehbare und höhenvestellbare Sitz ist komplett mit Stoff bezogen und schließt mit einer umlaufenden Bordüre ab. Das Gestell dieses Hockers aus Eichenholz ist teilweise massiv und furniert, schwarz gebeizt und die Poren weiß eingerieben.

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Foto links: Kunstportal MasterArt.com (Das Foto zeigt den Originalhocker im Maßstab 1:1)
Foto rechts: Hocker in Eiche aus dem Buch Josef Hoffmann · Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen.

Aus meinem Bücherschrank

Sonntag, 20. November 2016

Josef Hoffmann · Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen

hoffmann-ornament-zwischenDer Katalog wurde herausgegeben von Peter Noever und Oswald Oberhuber und  zeigt die Sammlungen des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, der Hochschule für angewandte Kunst in Wien mit Objekten aus dem Historischen Museum der Stadt Wien.

Möbelentwürfe und Architektur-skizzen, Abbildungen realisierter Einrichtungsgegenstände, Entwürfe und ausgeführte Objekte aus Glas, Keramik, Metall und Stoff machen diesen Katalog zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk.

 

 

 

Josef Hoffmann und Koloman Moser

Sonntag, 14. August 2016

Miniatur „Purkersdorfer Tisch“

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Die Eingangshalle des von Josef Hoffmann gebauten Sanatoriums in Purkersdorf wurde mit Sesseln und Tischen ausgestattet, die er im Jahr 1903 gemeinsam mit Koloman Moser entwarf. Die Möbel sind in der damals neu gegründeten Wiener Werkstätte angefertigt worden.

Miniaturen der Sessel und Tische wurden von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt und ich hatte das Glück, die letzte Miniatur des Tisches kaufen zu können. Leider fehlen mir die Miniaturen der Sessel.

Maße der Miniatur: 100 x 100 mm, 110 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der  Miniatur ist aus massiven Holzleisten im Querschnitt von 6 x 6 mm hergestellt, die sechseckige Tischplatte und der Mittelboden bestehen aus 3 mm starkem Sperrholz. Mit Ausnahme der schwarzen Gleiter sind alle Oberflächen weiß lackiert.

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Foto: Ausschnitt aus dem Buch Wiener Werkstätte des Taschen Verlages, Teilbereich der Eingangshalle des Sanatoriums.

Josef Hoffmann

Sonntag, 10. April 2016

Miniatur „Stuhl Dr. Salzer“

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Josef Hoffmann entwarf 1903 einen Stuhl mit hoher Rückenlehne für die Einrichtung des Hauses Dr. Salzer in Wien. Der Stuhl mit seinem trapezförmigen Sitz und dem für Hoffmann typischen Gitterwerk an den Seiten, wurde als Miniatur durch die Galerie Ambiente in Wien hergestellt und unter der Modellbezeichnung „Stuhl Dr. Salzer“ angeboten.

Maße der Miniatur: 82 x 85 mm, 216 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Holzgestell der Miniatur ist schwarz gebeizt und seidenmatt lackiert. Das Sitz- und Rückenpolster ist leicht gepolstert und mit schwarzem Leder bezogen.

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Hoffmann_Stuhl-Dr.-S-02

Aus meinem Bücherschrank

Sonntag, 10. April 2016

„Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätten“

Buch_Hoffmann-und-die-Wiener-WAuf dieses Buch wurde ich aufmerksam durch die Recherchen Wolfgang Thilmanns zu meiner Miniatur des „Quadratl Tisches“ von Josef Hoffmann. Das Gesamtwerk Josef Hoffmanns wird in zeitgenössischen Aufnahmen, Plänen und Skizzen dargestellt und in ausführlichen Textbeiträgen beschrieben. Behandelt wird Hoffmanns Schaffen in der Zeit von 1897 bis 1939.