Archiv für die Kategorie ‘6. Sammlerfreunde’

Sammlerfreunde

Sonntag, 23. Mai 2021

Bernd Henkel

Im März diesen Jahres schrieb mir Bernd Henkel und berichtete über seine Miniaturensammlung und die von ihm selbst angefertigten Miniaturen des Concrete Chairs. Nach Anfertigung von zwei kleinen Serien, zu der auch eine Miniatur mit einem blank geschliffenen Gestell gehört, ist die Anfertigung einer weiteren Miniatur eines bekannten Designers in Vorbereitung. Lassen wir uns überraschen, welche Miniatur da wieder in handwerklicher Perfektion entsteht.

Mit dem folgenden sehr ausführlichen Bericht über sich und seine Sammlung schickte mir Bernd Henkel sehr schöne Fotos, die ich gerne veröffentliche.

„Mein Interesse an Stuhldesign begann bereits im Jahr 1989, als ich die Meisterschule für Schreiner in Waldshut-Tiengen besuchte und wir das gerade neu eröffnete Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein besuchten.

In den Jahren danach hat sich das Museum immer weiter entwickelt und ab 1992 sind die ersten Miniaturen produziert worden. Meine eigene kleine Miniatur-Sammlung hat Jahre später mit einem Panton-Chair begonnen und ist in den letzten 10 Jahren auf ca. 25 Stücke gewachsen.

Neben meinem Beruf beschäftige ich mich intensiv mit der bildenden Kunst und war mit meinen eigenen Kunstwerken in den letzten 20 Jahren bei einigen regionalen Ausstellungen und Kunstprojekten beteiligt. Nachdem in der „Corona-Zeit“ 2020/21 das kulturelle Leben kaum noch stattfinden konnte, habe ich beschlossen, diese freie Zeit mit der Herstellung einer selbst gefertigten Stuhl-Miniatur zu nutzen.

Ich habe mich für den „Concrete Chair“ des Schweizer Architekten und Designers Stefan Zwicky aus dem Jahr 1980 entschieden. Diese ironische Verfremdung von Le Corbusiers LC2 hat mich schon länger fasziniert. Mich reizt es auch sehr, neue Fertigungstechniken auszuprobieren, wie z.B. bei diesem Modell das präzise Biegen der verschieden starken Eisendrähte, das Hartlöten mit Silberlot, die chemisch aufgebrachte Rostpatina und das Formengießen von Betonteilen.

Nach mehreren Rückschlägen und neuen Erfahrungen ist eine kleine Serie des Concrete Chairs entstanden. Inzwischen habe ich noch eine zweite kleine Serie begonnen und von diesem Modell sind nun zwei Varianten entstanden, die authentische originale Version mit Rost-Patina (Outdoor-Version) und eine Version mit einem blank geschliffenen Stahlgestell. Vermutlich werde ich mich demnächst an eine weitere Miniatur mit neuen Herausforderungen wagen.“

Das folgende Foto zeigt zwei Miniaturen des Concrete Chairs. Das Gestell der rechten Miniatur hat Bernd Henkel sehr aufwendig blank geschliffen und mit Klarlack beschichtet.

Das erste Foto oben zeigt Bernd Henkel an seinem Schreibtisch, den er anlässlich seiner Meisterprüfung 1990 entwarf und anfertigte. Zur Genehmigung der Entwürfe mussten Zeichnungen und eine Miniatur des Meisterstücks eingereicht werden. Das folgende Foto zeigt die Miniatur im Maßstab 1:5 und einen damals mehr zum Spaß entworfenen und gebauten Miniaturstuhl.

Klaus Herda in der TV-Sendung „Wir in Bayern“

Sonntag, 02. Mai 2021

Klaus Herda hatte vergangenen Dienstag seinen TV-Auftritt in der Sendung „Wir in Bayern“ des Bayerischen Fernsehens.  Im Film ist der zweiteilige Beitrag von Minute 10:05 bis 17:50 und 51:53 bis 59:12 zu sehen. Die beiden folgenen Bilder regen bestimmt an, den Beitrag anzusehen.

Sammlerfreunde

Sonntag, 17. Januar 2021

Gerard Dago

Schon seit vielen Jahren kenne ich Gerard Dago aus Lleida in Spanien. Sehr oft haben wir Informationen ausgetauscht und konnten uns wenn es um die eigene Anfertigung von Miniaturen ging, gegenseitig sehr helfen.

Nun bat mich Gerard über ihn und seine Sammlung zu berichten und gerne komme ich seiner Bitte nach. Da unsere Übersetzungen vom Spanischen oder Katalanischen ins Deutsche und umgekehrt immer etwas „holprig“ sind, bat ich Martina Herda, die Frau meines Sammlerfreundes Klaus Herda, um Hilfe. Martina Herda ist Gymnasiallehrerin für Französisch und Italienisch sowie für deutsche Literatur. Ihre Übersetzungen, für die ich Martina Herda herzlich danke, helfen sehr, in diesem Beitrag verständlich zu berichten.

Mein Name ist Gerard Dago und ich unterrichte Tischlerei, Zimmerei und Innendekoration an einer Berufsschule. Meine Leidenschaft für Stühle habe ich vor einigen Jahren entdeckt, als ich die erste Vitra Miniatur des Panton chair erhalten habe. Kurz nachdem ich in Lleida die Ausstellung von 100 Stühlen zur Vermittlung der Geschichte des Designs gesehen hatte, die Vitra in verschiedenen Regionen gezeigt hat, erkannte ich dort die Schönheit und die Vielfalt der Materialien, der Techniken und des Designs, die ein Möbelstück wie der Stuhl erreichen kann. Also habe ich angefangen, einige Miniaturen aus Holz genauer zu betrachten und selbst herzustellen. Bis heute habe ich mehr als 150 Miniaturen gesammelt. Viele davon habe ich selbst geschaffen; andere stammen aus der Vitra-Sammlung oder von anderen Herstellern.

Sammlerfreunde

Donnerstag, 03. Dezember 2020

Sam Putnam

Vor einigen Monaten schrieb mir Sam Putnam aus Großbritannien und berichtete von seiner kleinen Miniaturensammlung. Ich glaube, es waren so um die 15 Miniaturen, vorwiegend Entwürfe von Eames und Panton. Seitdem tauschen wir uns regelmäßig aus und Sam war spontan bereit, sich und seine inzwischen stolze Sammlung in meinem Blog zu präsentieren.

Sam schickte mir viele schöne Bilder, von denen ich hier gerne sein persönliches Bild veröffentliche.

Viele attraktive Bilder seiner Sammlung veröffentliche ich in den nächsten Wochen. Über sich und seine Sammlung schrieb mir Sam:

„Vor fast einem Jahr habe ich die Vitra Miniatures Collection zufällig auf einem Online-Foto entdeckt. Nach einigen Recherchen kaufte ich meine ersten beiden Miniaturen, die schwarze DSW und die natürliche LCW von Charles und Ray Eames. Als die Miniaturen ankamen, wusste ich sofort, dass meine Sammlung weiter ausgebaut werden musste, sie waren absolut exquisit. Leider sind die Miniaturen sehr teuer.

Damit meine Sammlung wachsen kann, habe ich begonnen, einige meiner unerwünschten Gegenstände online zu verkaufen. Wenn sich meine Artikel verkaufen, kann ich meiner Sammlung bald einen weiteren Stuhl hinzufügen. Zum Glück kann ich auch einige Dinge meines Vaters verkaufen!

Fast ein Jahr später, und meine Sammlung umfasst jetzt 35 Miniaturen. Als 18-jähriger Designstudent bin ich sehr glücklich, die Kollektion zu besitzen, die ich heute habe. Meine Miniaturen werden für mich in Zukunft noch nützlicher, da ich hoffe, weiterhin Innenarchitektur studieren zu können. Ich schätze und bewundere jede Miniatur, die ich besitze. Meine bisherige Lieblingsminiatur muss jedoch der mit LCW-Rindsleder bezogene Stuhl von Charles und Ray Eames sein. Es ist ein atemberaubendes und einzigartiges Stück Designgeschichte. Ich habe so viel aus dem Sammeln der Miniaturen gelernt.

Als ich diesen Blog fand, war ich erstaunt über Dirks beeindruckende Sammlung und sein umfangreiches Wissen über die Miniaturen. Sehr bewundernswert ist auch seine Fähigkeit, einige Miniaturen selbst herzustellen. Ich möchte Dirk für seinen Super-Blog und die sehr nützlichen Informationen danken, die er mir zur Verfügung gestellt hat, und werde dies hoffentlich auch in Zukunft tun, wenn ich meine Sammlung erweitere.“

In seinem Begleitschreiben schickte mir Sam noch dieses Foto mit der Gipshand und schrieb dazu:

„Ich habe die Miniatur meines DKR-Stuhls auf eine Gipshand gelegt, die ich in der Universität gemacht habe, um mit dem Maßstab herumzuspielen“.

Sammlerfreunde

Sonntag, 31. Mai 2020

Ein (weiterer) Blick in die Miniaturen-Werkstatt von Sammlerfreund Klaus Herda

Designer sind einfallsreiche Menschen, die uns mit ihren außergewöhnlichen Ideen oft in Erstaunen versetzen. Abgesehen von ungewöhnlichen, gewagten oder überraschenden, auf jeden Fall aber bewundernswerten Einfällen gibt es immer wieder auch sehr humorvolle, lustige Entwürfe, deren „Erfindung“ dem Designer selbst sicher sehr viel Spaß gemacht hat, die aber auch dem Betrachter ein Lächeln oder Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Einige dieser witzigen Stühle hat Klaus Herda in seiner Werkstatt im Maßstab 1:6 nachgebaut:

 

Links: Ein Exemplar der Stühle „Him and Her“ von Fabio Novembre aus Keramiplast auf der Basis eines Panton chairs.

Rechts: Renaissance Stuhl von Christophe de la Fontaine aus Holz, Stoff und einem Deko-Eimerchen.

 

Links: Der „Osterei-Sessel“ (nach einem unbekannten Designer) aus Keramiplast mit gelbem Stoffkissen.

Rechts: „Valentine Gesture Chair“ („Auf dem Schoß sitzen“) von Yingjie Chen aus Holz und gebogenem weißen Acrylglas.

 

Links: „Höhenverstellbarer Balgenkamera-Stuhl mit Teak-Abstellbrett“ (Eigenentwurf von Klaus Herda) unter Verwendung einer alten Laufbodenkamera, Holz und Acrylglas.

Rechts: Der „Explicit Chair“ von Ronen Kadushin aus Holz und einer Barbie-Strumpfhose.

Einen witzigen Höhepunkt stellt sicher der „Banquette-“ oder „Stuffed Animal-“ Chair der brasilianischen Designer-Brüder Campana dar, dessen Metallgestell mit vielen NICI®-Schlüsselanhängern bestückt wurde; er ist zwar keine identische Kopie des großen Originals, wirkt aber als Miniatur mit seinen netten Plüschtierchen genauso lustig und putzig!

Text und Fotos: Klaus Herda

Sammlerfreunde

Sonntag, 08. März 2020

Sammlung Fridtjof Schucht


Foto: Fridtjof Schucht

Schon vor vielen Jahren lernte ich Dr. Fridtjof Schucht aus München durch unser gemeinsames Hobby kennen. Immer mal wieder haben wir uns geschrieben und bei einem der letzten Kontakte bat ich Fridtjof Schucht um ein Foto seiner Sammlung. Als mich das Bild per Email erreichte, war ich natürlich begeistert von der wunderschönen Sammlung und wie sie mit wenigen Mitteln sauber und übersichtlich zusammengestellt und dekoriert ist.

Fridtjof Schucht schrieb mir dazu: „…meine Lösung der Miniaturen-Präsentation; das Regal habe ich aus mehreren CD-Ständern selbst gebaut… In erster Linie eine preiswerte und platzsparende Lösung…“

Die vorgegebene Breite der einzelnen Regale bringt eine attraktive Ordnung und auch eine gewisse Ruhe in die Präsentation der Sammlung. Geschickt gelöst ist der Abstand zur Decke und zwischen den Regalelementen, so dass auch großformatige Miniaturen einen schönen Platz finden.


Ausschnitt aus dem obigen Foto

Gerald Summers

Sonntag, 21. April 2019

Miniatur „BPAC Bent Plywood Armchair“

Über den Entwurf des Bent Plywood Armchairs von Gerald Summers und die Anfertigung mehrerer dieser Miniaturen durch Halil Hinz habe ich bereits in meinem Beitrag vom 16. Dezember 2018 berichtete. Nun sind die Miniaturen fertig und von der limitierten Produktion in Birke natur, Birke schwarz und Birke weiß erhielt ich vor einigen Tagen die wunderschöne Miniatur in der naturbelassenen Ausführung für meine Sammlung. Die folgenden Bilder zeigen, wie schön die Miniatur geworden ist und mit welcher Sorgfalt und Genauigkeit Halil Hinz sie angefertigt hat.

Seit diesem Jahr stellt Halil Hinz die Holzkistchen für seine Miniaturen in einer einheitlichen Größe her, damit sie ordentlich gestapelt werden können. Für seine geplanten Long Chairs und Wooden Chairs (s. Bilder ganz unten) wird es ein zweites Format geben, welches aber modular zu der kleinen Ausführung passen wird.

Der Schiebedeckel, erfreulicherweise mit einer Griffleiste ausgestattet, zeigt ab sofort die Seitenansicht der im Kistchen befindlichen Miniatur und gibt Informationen über den Designer, die Modellbezeichnung, das Entwurfsjahr und den Maßstab. Die Artikelnummer, bei meiner Miniatur ist es die N022019-2/2, gibt Auskunft über die Ausführung „N“= Natur, das Herstellungsdatum „022019“ = Monat/Jahr und die limitierte Auflage. Meine Miniatur ist die zweite von zwei. Insgesamt hat Halil Hinz in den verschiedenen Farbtönen sechs Miniaturen hergestellt.

Das folgende Bild zeigt die sehr aufwendig hergestellte mehrteilige Form, in der Halil Hinz sieben Lagen Birkenfurnier verformt und miteinander verleimt hat. Da die Schnittkanten in Längsrichtung, die die Sesselbreite, die Armlehnen und Hinterbeine bilden, bereits beim Zuschneiden der sieben Furnierlagen genau übereinanderliegen müssen, ist auch die Innenbreite der Form so bemessen, daß es keine Verschiebungen in Querrichtung geben kann. Die nicht zu vermeidenden Verschiebungen der Furnierlagen in Längsrichtung werden „unter den Armen“, am Rücken und den Beinenden nach Aushärten des Leims entsprechend bearbeitet und in einer weiteren Form in der Länge gekürzt.


Foto: Halil Hinz

Und hier sind noch zwei Abbildungen der von Halil Hinz geplanten Neuanfertigungen:

Die Miniaturen des von Marcel Breuer entworfenen Long Chair und Short Chair, sind in einer limitierten Auflage von je sechs Exemplaren vorgesehen. Natürlich im Maßstab 1:6 und mit dem dazugehörigen Holzkistchen.

Auch diese Miniaturen werden wie die großen Originale in Birkensperrholz angefertigt und leicht gebeizt und klar lackiert.

 

Diesen Entwurf des australischen Designers Marc Newson, den Wooden Chair von 1992, hat Halil Hinz bereits als Prototyp im Maßstab 1:6 hergestellt.

Es ist eine enorme Heraus-forderung, diese Miniatur anzufertigen, da je zwölf der insgesamt 24 massiven Buchen-leisten in unterschiedlichen Radien einzeln gebogen werden. Auch die Schraubenverbindung zu den horizontal verlaufenden Querstreben und dem massiven Sockel setzt eine besondere Sorgfalt voraus.

Wenn Freunde meines Blogs Fragen zu den Miniaturen haben, schreiben Sie einfach an Halil Hinz. (joi738@aol.com) Gerne gibt er die gewünschten Informationen.

Sammlerfreunde

Sonntag, 09. September 2018

Klaus Herda

Ich freue mich sehr, heute wieder einen Sammlerfreund in unserer noch sehr kleinen Runde vorstellen zu können. Klaus Herda aus Ansbach ist nicht nur Sammler von  Stuhlminiaturen, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden, er hat inzwischen auch eine Vielzahl interessanter  Stuhlentwürfe im Maßstab 1:6 selber angefertigt.

Gerne veröffentliche ich die folgenden von Klaus Herda gegebenen Informationen und wünsche den Freunden meines Blogs viel Freude bei der Lektüre.

Für Dirk Dowalds Rubrik „Sammlerfreunde“: Klaus Herda (Ansbach)

Wann die „Sammelei“ von Design-Miniaturen (neben alten Fotoapparaten und Uhren) bei mir wirklich begonnen hat, lässt sich nicht genau sagen: Interesse für Kunst und Kultur hatte ich immer schon – sicher in Verbindung mit meinem Beruf als Gymnasiallehrer – , aber wahrscheinlich waren es diverse Reisen, z.B. nach Weimar, Dessau, Paris, Utrecht u.a., die mir das Bauhaus, Le Corbusier  oder die De Stijl-Bewegung näher brachten und durch die ich Produktdesign lieben und schätzen lernte. Erstes Sammlungsobjekt war die Corbusier-Liege LC4, die ich, wenn schon nicht als 1:1 Möbel, so wenigstens als Miniatur in meiner Näher haben wollte. So bin ich wohl vor gut zehn Jahren auf die herrlichen Vitra-Miniaturen im Maßstab 1:6 gestoßen, die zwar auch weiterhin den Kern meiner bescheidenen Sammlung von rund 150 Exemplaren (80 erworbene und 70 selbst gebaute Stühlchen) bilden, aber mein Augenmerk ist nicht auf Vitra fixiert: So ergaben sich im Internet, aber vor allem auf Reisen immer wieder überraschende Entdeckungen (allerdings nicht immer im geliebten 1:6-Maßstab), z.B. Wirtshausstuhl in Augsburg, kubistischer Stuhl in Prag, Acrylstuhl in Metz, Chaise bleu in Nizza oder Pallone-Keramik in Leiden (siehe Abbildungen).

    

   

Im Laufe der Zeit tauchten für mich zwei zentrale Sammel-Probleme auf: Zum einen sind die meisten Miniaturen extrem kostspielig, zum anderen sind viele interessante Design-Entwürfe nicht mehr greifbar oder überhaupt nicht als Modell existent. Deshalb kam es zu der – im Nachhinein wunderbaren – Entscheidung, Miniaturstühle selbst zu bauen, obwohl ich auf dem Gebiet des Modellbaus völlig unerfahren war. Meine ersten Versuche waren der SOLID von Landes, der INNOVATION C von Mattson und der RIBBON CHAIR von Paulin:

  

Inzwischen sind mehr als 70 Miniaturen aus verschiedenen Epochen, von unterschiedlichen Designern und aus (fast) allen denkbaren Materialien (Holz, Acryl, Stoff, Aluminium, Leder) im Maßstab 1:6 entstanden. Im Gegensatz zu meinen „Vorbildern“ (Vitra, Dowald, Hinz) vertrete ich allerdings eine andere „Philosophie“: Nicht der exakte, perfekte Nachbau steht im Vordergrund, sondern ein, wie ich es nennen würde, „Nachempfinden“ des Designs in seiner speziellen Form und Wirkung.

So kann es durchaus sein, dass ich mir eine gewisse Freiheit bei der Wahl der Holzart, dem Polsterbezug u.a. herausnehme. Schließlich haben ja auch die Designer unterschiedliche Produktvarianten entworfen. Meine selbstgebauten Miniaturen sollen vor allem die zugrunde liegende Idee des Designers sinnvoll und ansprechend wiedergeben; eine präzise Replik sind sie aber sicherlich nicht. Deshalb ist eine gewisse „höfliche“ Distanz des Betrachters bei der Beurteilung angeraten 😉

Hier eine zufällige Auswahl meiner Eigenproduktionen:

Sammlerfreunde

Sonntag, 06. Mai 2018

Benedikt Georgi

Eigentlich stammt die Idee, auch über befreundete Sammler zu berichten, von Tom Giannini, dem „miniaturechairman“ aus London. Bis vor einigen Jahren schrieb Tom einen sehr interessanten Blog über seine Miniaturensammlung und berichtete auch über Sammlerfreunde und deren „Schätze“.
Ich greife diese Idee wieder auf und mein heutiger Beitrag gilt Benedikt Georgi, einem Sammlerfreund aus Paderborn. Bereits 1993 kaufte er die ersten Miniaturen und baute in den vergangenen 25 Jahren eine stattliche Sammlung auf.  Herr Georgi überließ mir die folgenden Bilder und Informationen:


Benedikt Georgi auf und mit LC2

„Ich habe meine ersten 3 Miniaturen im Frühjahr 1993 mit Postkarte beim Vitra Design Museum bestellt, nachdem ich darüber in „Schöner Wohnen“ gelesen hatte. Ich bekam ein Schreiben von Herrn von Vegesack persönlich unterzeichnet, in dem er mir mitteilt, dass sie von der Resonanz derart überwältigt seien, dass mit monatelangen Wartezeiten zu rechnen sei. Ca. 2 Monate später hatte ich meine ersten Miniaturen in Händen. Von da an hatte es mich gepackt.

Inzwischen habe ich 258 Miniaturen zusammengetragen. In wechselnden Zusammenstellungen dekoriere ich eine Auswahl in 2 Vitrinen und einem Regal. Der Rest ist in Schränken verstaut.“


Archivschränke der Sammlung Georgi (Ausschnitt)

Über interessante Miniaturen aus der Sammlung Georgi berichte ich in meinen nächsten Beiträgen. Einzelanfertigungen von Mart Stams Freischwinger S 33, Pierre Chareaus Klappstuhl MC 769, Peter Malys Sessel Zyklus und viele andere Entwürfe in miniaturisierter Ausführung gehören dazu.

 

Sammlerfreunde

Sonntag, 03. Dezember 2017

Halil Hinz

Halil Hinz besuchte mich und brachte einige seiner Miniaturen mit. Der Tischlermeister aus Engelskirchen besitzt eine sehr umfangreiche Sammlung von Miniaturstühlen, die teilweise von ihm selber angefertigt wurden. Bisher waren es bevorzugt Miniaturstühle der Entwürfe von Gerrit Rietveld, die er im Maßstab 1:6 und in einer Auflagen von 4 oder 5 Exemplaren herstellte. Zu seiner Sammlung gehören natürlich auch Miniaturen des Vitra Design Museums, die er teilweise (s. unten) in einem von ihm entworfenen und selbst hergestellten Regal untergebracht hat.


Halil Hinz in der Werkstatt
BM-Foto: Heinz Fink

Aus seiner mitgeführten Transportkiste zauberte Halil Hinz eine Miniatur nach der anderen hervor. Den selbst gebauten Stick Chair von Rietveld, die gerade erworbene Vitra Miniatur des Hardoy Chairs (auch Butterfly Sessel genannt) und zwei Experimentiermodelle des von Gerrit Rietveld entworfenen Faltsessel aus Aluminium. Über diese Miniaturen berichte ich ausführlicher und mit weiteren Abbildungen in meinen nächsten Beiträgen.

Wir Miniaturensammler haben zwar nicht die Platzprobleme der Sammler großer Originale, aber man kann einfach nicht alle Miniaturen mit sich führen, die man gerne bei einem Besuch zeigen möchte. Es fehlte der kürzlich von Halil Hinz fertiggestellte Isokon Liegesessel von Marcel Breuer, eine Miniatur des Ikea Sessels Poäng in modifizierter Ausführung und auch Rietvelds „Steckstuhl“ aus gebogenem Sperrholz, dessen Entwurf nie über das Prototypenstadium hinaus kam.

Ganz aktuell hat Halil Hinz eine Miniatur des Wooden Chairs von Marc Newson im Maßstab 1:6 fertiggestellt. Die Miniatur besteht aus 24 verformten Buchenleisten in einem äußerst kleinen Querschnitt, die mit knapp 1 mm großen Schlitzschrauben an den quer verlaufenden Traversen befestigt sind.

Ausführliche Informationen über die von Halil Hinz angefertigten Miniaturen findet man in seinem Blog www.miniaturstuhldesign.de und natürlich in meiner Kategorie 7. Miniaturen aus der… Sammlung Hinz. Sammler, die an eventuell noch verfügbaren Miniaturen interessiert sind, können sich auch per E-Mail joi738@aol.com direkt an Halil Hinz wenden.

Diese Bilder zeigen das von Halil Hinz angefertigte Regal. Die rote Türe bildet in geschlossenem Zustand an den ausgeschnittenen Stellen je eine offene „Vitrine“.
In der oberen Vitrine steht die Miniatur des Ikea Poäng Sessels einschließlich Fußhocker und darunter die Miniatur des Isokon Liegesessels von Marcel Breuer.


3 Fotos: Halil Hinz