Archiv für die Kategorie ‘Eigene Anfertigung’

Gerrit T. Rietveld

Sonntag, 23. August 2020

Miniatur „Sessel mit Holzseiten“

Den Sessel mit Seitenteilen aus breiten, abgerundeten Massivholzbrettern entwarf Gerrit Rietveld 1930. Die durchgängig gebogene Sitz- und Rückenfläche aus lackiertem Sperrholz, finden wir in gleicher Form an dem bereits 1927 entworfenen Beugelstoel. Die Möbelentwürfe mit Seitenteilen aus Holz bestehen aus Stühlen und Sesseln mit unterschiedlichen Sitz- und Rückenlehnenhöhen und zwei unterschiedlich großen Tischen. Bis auf wenige Prototypen, die sich im Besitz der Familie Rietveld befinden, wurden keine weiteren Modelle dieser Entwürfe hergestellt.

Eine Miniatur des niedrigen Sessels mit hoher Rückenlehne habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 67 x 143 mm, 142 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Sitz- und Rückenelement habe ich aus drei Lagen Kiefernfurnier verformt und fest verleimt, die Seitenteile des Sessels bestehen aus massivem Kiefernholz. Die Farben Schwarz und Gelb habe ich gewählt, da sich die Miniatur des fast baugleichen Beugelstoels, farblich übereinstimmend, in meiner Sammlung befindet.

 

Alvar Aalto

Sonntag, 12. Juli 2020

Miniatur „Tisch 70“

Den aus massivem und schichtverleimtem Birkenholz bestehenden Tisch 70 entwarf Alvar Aalto 1933. Inspiriert durch Marcel Breuers Möbel aus gebogenem Stahlrohr entwarf Aalto das „L-Bein“, welches aus einem einzigen Stück massivem Holz bestand. Durch eine einfache Biegung von 90° gelang es ihm, einen  nahtlosen Übergang des tragenden Elements zur waagerechten Fläche herzustellen. Um die Biegung zu ermöglichen, wird das Tischbein im oberen Bereich geschlitzt und nach Einfügen von Leim und entsprechend starken Lamellen unter hohem Druck in Form gebracht. Alvar Aalto nannte die so entstandenen Stuhl- oder Tischbeine „die kleine Schwester der Säule“, da es den Stil von Möbeln ebenso definierte wie die dorischen, ionischen oder korinthischen Säulen den Architekturstil.

Angeregt, diese Miniatur zu bauen, hat mich Wolfgang Thillmann, der in einem englischen Auktionshaus einige Aalto Möbel erwarb, zu denen auch der in den 1930er Jahren vom finnischen Möbelhersteller Finmar Ltd gebaute Tisch 70 gehört. Wolfgang Thillmann hat den Tisch für mich genau vermessen und mir die Maße sowie ausreichend Fotos zur Verfügung gestellt. Die Fotos zeigen Details der Plattenunterkonstruktion und der Aufhängung der Zwischenplatte. Auch der Rahmen unter der oberen Tischplatte ist dargestellt. Diese Informationen ermöglichte mir eine detailgetreue Anfertigung der Miniatur.

Maße der Miniatur: 105 mm Plattendurchmesser , 94 mm hoch,
Außenmaß mit Beinen: 118 mm

Maßstab der Miniatur: 1:6

Entgegen dem von Alvar Aalto vorgenommen „Schlitzen“, habe ich die Tischbeine aus 7 Lagen Birkenfurnier verleimt und verformt. Nach Anfertigung der Plattenunterkonstruktion habe ich diese mit 1 mm starkem, dreilagigen Flugzeugsperrholz aus Birkenholz belegt und die ebenfalls 1 mm starke Zwischenplatte mit runden Distanzstücken an den vorher montierten Beinelementen befestigt. Vor dem Zusammenbau erhielten die Einzelteile eine mehrmalige Lackierung mit seidenmattem Klarlack.

Die folgenden Abbildungen zeigen einige Schritte der Anfertigung.

  

  

Jens Nielsen

Sonntag, 19. April 2020

Miniatur „Laminex-Stuhl“

Der Laminex-Stuhl ist ein Entwurf des dänischen Designers Jens Nielsen aus dem Jahr 1964. Mit diesem Entwurf gewann Nielsen den ersten Preis eines von einem dänische Furnierhersteller ausgeschriebenen Wettbewerbs. Nachdem in den Jahren 1965/66 einige Prototypen des Stuhls hergestellt wurden, ging die Produktion im Jahr 1977 an den dänischen Hersteller Falster Form und später mit geänderter Beinanordnung an verschiedene andere Möbelproduzenten.

Der Laminex-Stuhl, ein aus nur zwei Elementen bestehender Klappstuhl wurde aus Buchenholz schichtverleimt und verformt.

Das S-förmig gestaltete Element der Vorderbeine und der Rückenlehne nimmt das Sitzelement durch Ineinanderfügen auf und stabilisiert den Stuhl bei Belastung.

Ein frühes Foto, vermutlich eines der Prototypen, zeigt den Stuhl mit einem aufgelegten Flachpolster.

Die Miniatur des Laminex-Stuhls habe ich selber für meine Miniaturensammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 90 x 124 mm, 116 mm hoch.

Maßstab der Minatur: 1:6

Die zwei Elemente der Miniatur habe ich aus je fünf Lagen 0,6 mm starkem Buchenfurnier kreuzweise miteinander verleimt und verformt. Nach dem Zuschnitt habe ich auf beiden Seiten je einen Streifen in der Breite der Beine abgetrennt, das Rückenelemet und die Streifen links und rechts der Sitzfläche entsprechend gekürzt und wieder miteinander fest verleimt. Nach erfolgtem Oberflächenschliff -die Abbildungen zeigen die Miniatur noch ohne Lackierung- wird die Miniatur abschließend allseitig mit Klarlack beschichtet.

 

Walter Gropius – Herbert Bayer

Sonntag, 05. April 2020

Miniatur „Gropius Direktorenzimmerstuhl“

Durch einen Kontakt der Bauhaus Universität in Weimer lernte ich den Architekten Gerhard Oschmann kennen, der in den Jahren 1998/99 das ehemalige Direktorenzimmer von Walter Gropius in den originalen Räumen des Staatlichen Bauhaus in Weimar rekonstruierte.

Gropius entwarf das Zimmer 1923 als Gesamtkunstwerk für die erste große Bauhausausstellung „Staatliches Bauhaus in Weimar 1919-1923“ und lies durch den am Bauhaus studierenden Herbert Bayer eine axonometrische Zeichnung anfertigen, in der auch der geometrisch gestaltete Schreibtischstuhl dargestellt ist. Ob der Entwurf dieses Stuhls von Walter Gropius stammt, oder während des Zeichnens zufällig von Herbert Bayer geschaffen wurde, ist in der Literatur nicht zu ermitteln. Auf jeden Fall sah der Entwerfer den 1922 von Marcel Breuer entworfenen und in der Tischlerwerkstatt des Bauhauses hergestellten Lattenstuhl  als Vorbild, da es im Rückenbereich sehr große Übereinstimmungen gibt.

Fest steht aber, daß es den Stuhl in dieser Form im Direktorenzimmer nie gegeben hat. Historische Fotografien zeigen im Weimarer Direktorenzimmer einen Schreibtischstuhl von Erich Dieckmann und nach dem Umzug ins Bauhaus Dessau, einen Stahlrohrstuhl von Marcel Breuer.

Da für Gerhard Oschmann die Axonometrie von Herbert Bayer bindende Grundlage für die Rekonstruktion des Gropius-Zimmers war, entstand 1998 nach aufwendigen Untersuchungen des Entwurfs, der Stuhl zum ersten Mal in Einzelanfertigung.


Das rekonstruierte Gropius-Zimmer im Bauhaus Weimar
Foto: Benedikt Georg

Inspiriert durch ein Foto meines Sammlerfreundes Benedikt Georgi nahm ich mir vor, den Stuhl aus dem Gropius-Zimmer als Miniatur anzufertigen. Sehr hilfreich waren die vielen Informationen, die mir Gerhard Oschmann gab. Denn außer einigen Fotos von Benedikt Georgi hatte ich keine Informationen zur Holzart, dem Aufbau des Sitzes und vor allem fehlten mir alle Maße.

Maßstäblich und materialgetreu entstand die Miniatur für meine Sammlung.

Maße der Miniatur: 86 x 86 mm, 116,5 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur besteht aus massivem, mit Klarlack beschichtetem Kirschbaumholz mit einem Querschnitt von 5,8 mm und ist komplett verdübelt. Der Holzsitz, vorne und hinten mit Quertraversen fest mit den Seitengestellen verbunden, ist mit zwei Lagen zitronengelbem Stoff bezogen. Auch die Gesamtstärke des Sitzes beträgt einschließlich der zwei Lagen Bezugstoff 5,8 mm. Wie beim großen Originalstuhl konnte ich einen gelben Bezugstoff in Köperbindung verarbeiten, der sich durch den schräg verlaufenden Grat auszeichnet.

Stefan Wewerka

Sonntag, 23. Februar 2020

Miniatur „Eckstuhl“


Dieses Foto hat Benedikt Georgi anläßlich eines gemeinsamen Besuchs der Möbelmanufaktur TECTA Bruchhäuser & Drescher in Lauenförde aufgenommen.

Der Eckstuhl, ein Werk von Stefan Wewerka, steht im langgezogenen hellen Flur bei Tecta. An den Wänden des Flurs, der die Produktionsräume und die Büros miteinander verbindet, hängen zahlreiche Entwurfszeichnungen, Bilder, Schriftstücke und Modelle von Entwerfern wie Mies van der Rohe, Walter Gropius, Sergius Ruegenberg, Jean Prouvé, Stefan Wewerka und vielen anderen Künstlern der Avantgarde des 20. Jahrhunderts.

Den Eckstuhl, so berichtet mir Axel Bruchhäuser, hat Stefan Wewerka in den 1980er Jahren bei Tecta aus einem uralten, 81 cm hohen Standard Stuhl unbekannter Herkunft geschnitten. Die ausgeschnittene, auf der Unterseite beschriftete Sitzfläche mit einem Fuß, existiert noch im Wewerka Archiv bei Tecta.

Ich habe die Minatur des Eckstuhls aus Restbeständen meiner Anfang 2018 gebauten Miniatur des Frankfurter Stuhls angefertigt. Der ausgeschnittene Sitz und das rechte Stuhlbein, fielen, bevor ich die Informationen von Axel Bruchhäuser bekam, leider meiner manchmal etwas übertriebenen Ordnungsliebe zum Opfer.

Maße der Miniatur: 66 x 71 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Ausführung dieser Miniatur ist baugleich mit der des von mir gebauten Frankfurter Stuhls, jedoch zusätzlich, wie es auch Stefan Wewerka gemacht hat, rot lackiert. Um dem Eckstuhl mit nur drei Stuhlbeinen einen festen Stand zu geben, habe ich ein kleines Diorama angefertigt und wie im Flur bei Tecta aufgestellt.

Stefan Wewerka

Sonntag, 12. Januar 2020

Miniatur „Vertreter-Stuhl“

Stefan Wewerka entwarf den Vertreter-Stuhl im Jahr 1977. Bereits 1970 entstand der zum Verwechseln ähnliche, ebenso mit geschwungenen Beinen und schrägem Sitz versehene kleinere Classroom Stuhl.

Zwei Jahre nach Wewerkas Entwurf, also im Jahr 1979, produzierte Tecta 32 Exemplare des Vertreter-Stuhls im Auftrag des CI Verbandes (Creative Inneneinrichter) und vier weitere Stühle, vermutlich für die eigene Sammlung. Die Schablone, nach der der Stuhl angefertigt wurde, hängt neben Originalzeichnungen und Fotos von Wewerka-Entwürfen an der Wand im langen Flur des Unternehmens Tecta. Gerade noch zu erkennen ist links auf meinem Bild der heute noch von Tecta produzierte Fächertisch M1 von 1979 und darunter drei Long Chairs aus der Stuhlserie „5 Variationen von abnormen Stühlen“


Schablone des Vertreter-Stuhls mit der Beschriftung „Vertreter-Stuhl“ STW für Tecta + CI Aktion 

Der große Originalstuhl wurde aus Spanplatte hergestellt und schwarz lackiert. Für meine Sammlung habe ich eine Miniatur des Stuhls hergestellt und die von mir fotografierte Schablone als Vorlage benutzt.

Maße der Miniatur: 108 x 74 mm, 130 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Plattenmaterial für die Miniatur habe ich aus fünf Lagen 0,6 mm starkem Buchenfurnier zu stabilem Sperrholz verleimt, da Spanplatten in der geringen Stärke von 3 mm im Handel nicht zu erhalten sind. Nach dem Ausschneiden der erforderlichen Einzelteile habe ich die Zargen und die Beinelemente an den entsprechenden Stellen ausgefräst und nach der Lackierung mit Lamellos fest verleimt.

Stefan Wewerka

Sonntag, 17. November 2019

Miniatur „Classroom-Stuhl“


Nicht nur Wewerka konnte schief!!

Zu Stefan Wewerkas asymmetrischen Stuhlentwürfen zählt als einer der außergewöhnlichsten und bekanntesten, der rote Classroom-Stuhl von 1970. Von einem gewöhnlichen Stuhl biegt Wewerka eine Seite zum Kreissegment, die andere Seite folgt dieser Bewegung. Wewerka verfremdete den Entwurf derart, daß er als Sitzmöbel nicht zu gebrauchen ist.

Bei meinen Recherchen stellte ich fest, daß sehr unterschiedliche Ausführungen angefertigt wurden. Mal enden die weit ausladenden Stuhlbeine spitz zulaufend auf dem Boden, so wie es in den Entwurfszeichnungen Wewerkas zu erkennen ist und mal enden sie einfach rechtwinklig abgeschnitten.

Für meine Sammlung habe ich eine Miniatur des Classroom-Stuhls angefertigt. Vorbild sind die im Tecta Kragstuhlmuseum befindlichen Originale.

Maße der Miniatur: 64 x 66 mm (Sitz), 116 mm hoch,
Gesamtbreite: 116 mm.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Um das Plattenmaterial für die Miniatur maßstäblich herzustellen, habe ich fünf Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier kreuzweise zu stabilen Sperrholzplatten miteinander verleimt. Die Konturen der Vorder- und Hinterteile habe ich einer Entwurfszeichnung Wewerkas entnommen, auf die Sperrholzplatte übertragen und entsprechend ausgeschnitten. Nach dem Zuschnitt der Sitzplatte und der seitlichen Zargen habe ich alle Teile rot lackiert.

Zur Verbindung der seitlichen Zargen mit den Vorder- und Hinterteilen habe ich (vor der Lackierung) an den entsprechenden Stellen 2,5 mm tiefe Nuten eingefräst und diese mit Lamellos fest verleimt.

Die Sitzplatte ist stumpf aufgeleimt und wenn man den Stuhl in meiner nach Wewerka Art schief gestellten Vitrine betrachtet, kann man auf der jetzt horizontalen Sitzfläche sogar Platz nehmen:-)

Josh Shiau

Sonntag, 25. August 2019

Miniatur “ Single Cord Lounge“

Der Lounge Sessel Single Cord Lounge ist ein Entwurf des in San Francisco lebenden Produktdesigners Josh Shiau. Das Gestell des  sehr transparenten und minimalistisch anmutenden Sessels besteht aus massivem Eschenholz und ist mit einer ca. 30 Meter langen Schnur bespannt. Shiau hat den Verlauf der Schnur so gewählt, daß sie sich beim Sitzvorgang flexibel verhält und unterschiedliche, stabilisierende Spannungen erzeugt. So kommt der Sessel ohne jegliche Polsterung oder Polsterkissen aus und bietet ein bequemes Sitzen. Die Kufen des Sessels sind mit langen Gleitern aus Kork belegt.

Eine Miniatur des Sessels habe ich für meine eigene Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 98 x 142 mm, 133 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die seitlichen Gestellteile der Miniatur habe ich aus massiven Eschenleisten angefertigt und nach Ermittlung der unterschiedlichen Winkel durch einer Schlitz- und Zapfenverbindung fest miteinander verleimt. Nach Bohren der jeweils zwölf Schnurdurchführungen in die Verbindungsstreben der Sitzvorderkante und der Rückenlehne habe ich diese mit den beiden unteren Streben mit Dübeln so stabil verleimt, daß das Gestell die Zugkräfte der Schnur ohne Verwindungen aufnimmt. Nach reichlichem Schleifen hat das Gestell eine Lackierung mit seidenmattem Klarlack erhalten.

Zum Bespannen des Sessels habe ich knapp fünf Meter Kordel benötigt. Ich habe lange nach einer Kordel gesucht, die der runden, geflochtenen Schnur des großen Originalsessels entsprach. Schließlich habe ich in einem Gardinenfachgeschäft eine 1 mm starke Raffrollokordel gefunden, die sich sehr gut verarbeiten lies und schließlich zu einem guten Ergebnis führte.

Bruno Ninaber van Eyben

Sonntag, 19. Mai 2019

Miniatur “ Stick 020″

Stick 020 ist ein Entwurf des niederländischen Industriedesigners Bruno Ninaber van Eyben aus dem Jahr 1977, der in den Jahren 1980/81 vom Sitzmöbelhersteller Artifort, Schijndel NL in einer limitierten Auflage von 150 Exemplaren hergestellt wurde. Der Stuhl, der von Bruno Ninaber van Eyben nicht für eine Massenproduktion gedacht war, besteht aus zwei verformten Schichtholzplatten und einem massiven Rundholzstab aus Buche.

Die Miniatur des Stick 020 habe ich für meine eigene Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 67 x 83 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Für die Sperrholzplatten der Miniatur habe ich fünf Lagen Buchenfurnier kreuzweise miteinander verleimt und verformt. Der Rundholzstab hat einen Durchmesser von 8 mm und sorgt für eine schraubenlose Verbindung beider Platten. Nach erfolgtem Oberflächenschliff habe ich die Miniatur mit Klarlack seidenmatt lackiert.

Ettore Sottsass

Sonntag, 05. Mai 2019

Miniatur „Teodora“

Ettore Sottsass, Gründer der Mailänder Designergruppe Memphis, entwarf in den Jahren 1986/87 Teodora, einen an die Form des Throns erinnernden Sessel aus mit Laminat beschichtetem MDF und Plexiglas. Das für die Oberflächenbeschichtung verwendete Laminat „Craquelé“ ist ein Entwurf der Memphis-Mitgründerin Nathalie du Pasquier und wurde in den 1980er Jahren vom italienischen Schichtstoffplattenhersteller Abet Laminati hergestellt.

Der skulpturale Entwurf des Sessels entstand in der Vitra Edition 1987, die es Sottsass und auch den anderen teilnehmenden Designern ermöglichte, ohne Rücksicht auf die üblichen Beschränkungen der industriellen Möbelherstellung zu experimentieren und zu entwerfen. Teodora wurde in dieser Zeit limitiert von Vitra produziert und ist heute ein begehrtes Sammelobjekt.

Die Miniatur des Sessels Teodora habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 97 x 91 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Aus einer 6,5 mm starken Multiplex-Platte habe ich die Seitenwangen, den Sitz, die Zarge unter dem Sitz und die beiden Füße zugeschnitten. Um eine stabile Verbindung der Gestellteile zu erreichen, habe ich diese nach der „Laminatbeschichtung“ mit Nut und Feder fest verleimt.

Das Laminat „Craquelé“ habe ich im Maßstab 1:6 nachgebildet. Vorlage war eine Abbildung der Seitenwange, die ich in meinem Bildbearbeitungsprogramm entsprechend bearbeitet habe. Das auf einem Farbkopierer ausgedruckte Muster ließ sich aufgrund der Papierstärke von 120 g problemlos mit Weißleim auf die rohen Holzteile aufleimen und an den Kanten sauber bearbeiten.

Der Rücken aus 1,5 mm starkem Acrylglas war für mich wieder eine kleine Herausforderung, da ich dieses Material bisher nicht verarbeitet habe. Der dritte Versuch, im Backofen bei ca. 160 Grad, brachte den gewünschten Erfolg.