Archiv für die Kategorie ‘9. Miniaturen / Designer’

Stefan Wewerka

Sonntag, 17. November 2019

Miniatur „Classroom-Stuhl“


Nicht nur Wewerka konnte schief!!

Zu Stefan Wewerkas asymmetrischen Stuhlentwürfen zählt als einer der außergewöhnlichsten und bekanntesten, der rote Classroom-Stuhl von 1970. Von einem gewöhnlichen Stuhl biegt Wewerka eine Seite zum Kreissegment, die andere Seite folgt dieser Bewegung. Wewerka verfremdete den Entwurf derart, daß er als Sitzmöbel nicht zu gebrauchen ist.

Bei meinen Recherchen stellte ich fest, daß sehr unterschiedliche Ausführungen angefertigt wurden. Mal enden die weit ausladenden Stuhlbeine spitz zulaufend auf dem Boden, so wie es in den Entwurfszeichnungen Wewerkas zu erkennen ist und mal enden sie einfach rechtwinklig abgeschnitten.

Für meine Sammlung habe ich eine Miniatur des Classroom-Stuhls angefertigt. Vorbild sind die im Tecta Kragstuhlmuseum befindlichen Originale.

Maße der Miniatur: 64 x 66 mm (Sitz), 116 mm hoch,
Gesamtbreite: 116 mm.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Um das Plattenmaterial für die Miniatur maßstäblich herzustellen, habe ich fünf Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier kreuzweise zu stabilen Sperrholzplatten miteinander verleimt. Die Konturen der Vorder- und Hinterteile habe ich einer Entwurfszeichnung Wewerkas entnommen, auf die Sperrholzplatte übertragen und entsprechend ausgeschnitten. Nach dem Zuschnitt der Sitzplatte und der seitlichen Zargen habe ich alle Teile rot lackiert.

Zur Verbindung der seitlichen Zargen mit den Vorder- und Hinterteilen habe ich (vor der Lackierung) an den entsprechenden Stellen 2,5 mm tiefe Nuten eingefräst und diese mit Lamellos fest verleimt.

Die Sitzplatte ist stumpf aufgeleimt und wenn man den Stuhl in meiner nach Wewerka Art schief gestellten Vitrine betrachtet, kann man auf der jetzt horizontalen Sitzfläche sogar Platz nehmen:-)

Peter Keler

Sonntag, 20. Oktober 2019

Miniatur „Bauhaus Wiege“

Peter Keler entwarf die Wiege im Jahr 1922 während seiner Ausbildung am Bauhaus in Weimar. Die Bauhaus Wiege war Teile einer Schlaf-zimmereinrichtung, die er für das Musterhaus „Am Horn“ entwarf. Die geometrischen Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck, lackiert in den Primärfarben Blau, Gelb und Rot bestimmen Form und Farbe der Bauhaus Wiege.

Die roten Seiten sind unterbrochen durch einen mit einem Geflecht versehenen rechteckige Ausschnitt, der durch den Einbau von zwei vertikalen Streben in drei Quadrate aufgeteilt ist. Das umlaufende blaue Rad bringt die Wiege zum Schwingen und das schwere aus Buchen- oder Eichenholz eingebaute Rundholz sorgt für die gewünschte Sicherheit.

Die Bauhaus Wiege im Maßstab 1:1 wird heute als lizenzierte Bauhaus-Reedition von Tecta in Lauenförde hergestellt. Die von mir gezeigte Miniatur produziert die Schweizer Spielwarenfirma Naef Spiele AG.

Maße der Miniatur: 130 x 140 mm, 130 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:7

Die Miniaturausgabe von Naef Spiele entspricht in Farbe, Form und Proportionen dem Originalmodell und ist zu einem großen Teil in handwerklicher Herstellung gefertigt worden. Zur Miniatur gehört ein sehr aufwendig gefertigter und bedruckter Faltkarton

 

 

Während eines Besuchs des Tecta Kragstuhlmuseums hatte ich Gelegenheit einige der fertiggestellten Bauhaus Wiegen im Maßstab 1:1  in den Tecta  Produktionsräumen zu fotografieren. Ich möchte dieses Bild natürlich den Freunden meines Blogs nicht vorenthalten!!

Josh Shiau

Sonntag, 25. August 2019

Miniatur “ Single Cord Lounge“

Der Lounge Sessel Single Cord Lounge ist ein Entwurf des in San Francisco lebenden Produktdesigners Josh Shiau. Das Gestell des  sehr transparenten und minimalistisch anmutenden Sessels besteht aus massivem Eschenholz und ist mit einer ca. 30 Meter langen Schnur bespannt. Shiau hat den Verlauf der Schnur so gewählt, daß sie sich beim Sitzvorgang flexibel verhält und unterschiedliche, stabilisierende Spannungen erzeugt. So kommt der Sessel ohne jegliche Polsterung oder Polsterkissen aus und bietet ein bequemes Sitzen. Die Kufen des Sessels sind mit langen Gleitern aus Kork belegt.

Eine Miniatur des Sessels habe ich für meine eigene Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 98 x 142 mm, 133 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die seitlichen Gestellteile der Miniatur habe ich aus massiven Eschenleisten angefertigt und nach Ermittlung der unterschiedlichen Winkel durch einer Schlitz- und Zapfenverbindung fest miteinander verleimt. Nach Bohren der jeweils zwölf Schnurdurchführungen in die Verbindungsstreben der Sitzvorderkante und der Rückenlehne habe ich diese mit den beiden unteren Streben mit Dübeln so stabil verleimt, daß das Gestell die Zugkräfte der Schnur ohne Verwindungen aufnimmt. Nach reichlichem Schleifen hat das Gestell eine Lackierung mit seidenmattem Klarlack erhalten.

Zum Bespannen des Sessels habe ich knapp fünf Meter Kordel benötigt. Ich habe lange nach einer Kordel gesucht, die der runden, geflochtenen Schnur des großen Originalsessels entsprach. Schließlich habe ich in einem Gardinenfachgeschäft eine 1 mm starke Raffrollokordel gefunden, die sich sehr gut verarbeiten lies und schließlich zu einem guten Ergebnis führte.

Ettore Sottsass

Sonntag, 02. Juni 2019

Miniatur „Seggiolina da Pranzo“

Es gibt nur sehr wenige Informationen über den von Ettore Sottsass entworfenen Seggiolina da Pranzo. Deshalb habe ich mir erlaubt, die von Thomas Edelmann für das Vitra Design Museum verfassten Objektangaben nachstehend zu zitieren:

„Der Seggiolina da Pranzo von Ettore Sottsass von 1980 weckt zunächst Erinnerungen an modernistische Küchenstühle der fünfziger Jahre. Allerdings unterscheiden sich Proportionen, Materialien und Details des ungewöhnlichen Objekts deutlich vom vermeintlichen Vorbild – man betrachte nur die seitlichen Haltegriffe aus Metall, die keinem vordergründigen Nutzen zu entsprechen scheinen, oder die Oberflächen aus Kunststoff, die man vielleicht auf Theken gesehen hat, aber nicht auf dem Sitz eines Stuhls. Mit seiner erratischen, fast ein wenig tierähnlichen Anmutung, die mit den Regeln des Funktionalismus bricht, war der Seggiolina da Pranzo eine bedeutende Zwischenstation auf dem Weg zur legendären Designbewegung Memphis, die Sottsass noch im selben Jahr mitbegründete.“

Der Seggiolina da Pranzo wurde in den 1980er Jahren von Studio Alchimia in Mailand hergestellt. Das Sitz- und Rückenelement des Stuhls wurde aus Spanplatten angefertigt und mit unifarbigen und mit grafischen Mustern bedruckten Kunststofflaminaten belegt.

Die vom Vitra Design Museum hergestellte Miniatur des Seggiolina da Pranzo wurde in den Jahren von 1994 bis 2012 angeboten.

Maße der Miniatur: 77 x 80 mm, 140 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Seiten von Sitz und Rücken sind genau wie beim großen Original unifarbig gelb und hellblau belegt, dagegen sind die Flächen in einem grau/weißen Laminatmuster ausgeführt. Das Material dieser Laminate ist schweres, auf dem Farbkopierer bedrucktes Papier und in diesem miniaturisierten Maßstab vom Original nicht zu unterscheiden. Die Griffchen an der Rückenlehne und die Stuhlbeine aus Metall sind verchromt.

Bruno Ninaber van Eyben

Sonntag, 19. Mai 2019

Miniatur “ Stick 020″

Stick 020 ist ein Entwurf des niederländischen Industriedesigners Bruno Ninaber van Eyben aus dem Jahr 1977, der in den Jahren 1980/81 vom Sitzmöbelhersteller Artifort, Schijndel NL in einer limitierten Auflage von 150 Exemplaren hergestellt wurde. Der Stuhl, der von Bruno Ninaber van Eyben nicht für eine Massenproduktion gedacht war, besteht aus zwei verformten Schichtholzplatten und einem massiven Rundholzstab aus Buche.

Die Miniatur des Stick 020 habe ich für meine eigene Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 67 x 83 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Für die Sperrholzplatten der Miniatur habe ich fünf Lagen Buchenfurnier kreuzweise miteinander verleimt und verformt. Der Rundholzstab hat einen Durchmesser von 8 mm und sorgt für eine schraubenlose Verbindung beider Platten. Nach erfolgtem Oberflächenschliff habe ich die Miniatur mit Klarlack seidenmatt lackiert.

Ettore Sottsass

Sonntag, 05. Mai 2019

Miniatur „Teodora“

Ettore Sottsass, Gründer der Mailänder Designergruppe Memphis, entwarf in den Jahren 1986/87 Teodora, einen an die Form des Throns erinnernden Sessel aus mit Laminat beschichtetem MDF und Plexiglas. Das für die Oberflächenbeschichtung verwendete Laminat „Craquelé“ ist ein Entwurf der Memphis-Mitgründerin Nathalie du Pasquier und wurde in den 1980er Jahren vom italienischen Schichtstoffplattenhersteller Abet Laminati hergestellt.

Der skulpturale Entwurf des Sessels entstand in der Vitra Edition 1987, die es Sottsass und auch den anderen teilnehmenden Designern ermöglichte, ohne Rücksicht auf die üblichen Beschränkungen der industriellen Möbelherstellung zu experimentieren und zu entwerfen. Teodora wurde in dieser Zeit limitiert von Vitra produziert und ist heute ein begehrtes Sammelobjekt.

Die Miniatur des Sessels Teodora habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 97 x 91 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Aus einer 6,5 mm starken Multiplex-Platte habe ich die Seitenwangen, den Sitz, die Zarge unter dem Sitz und die beiden Füße zugeschnitten. Um eine stabile Verbindung der Gestellteile zu erreichen, habe ich diese nach der „Laminatbeschichtung“ mit Nut und Feder fest verleimt.

Das Laminat „Craquelé“ habe ich im Maßstab 1:6 nachgebildet. Vorlage war eine Abbildung der Seitenwange, die ich in meinem Bildbearbeitungsprogramm entsprechend bearbeitet habe. Das auf einem Farbkopierer ausgedruckte Muster ließ sich aufgrund der Papierstärke von 120 g problemlos mit Weißleim auf die rohen Holzteile aufleimen und an den Kanten sauber bearbeiten.

Der Rücken aus 1,5 mm starkem Acrylglas war für mich wieder eine kleine Herausforderung, da ich dieses Material bisher nicht verarbeitet habe. Der dritte Versuch, im Backofen bei ca. 160 Grad, brachte den gewünschten Erfolg.

Gerald Summers

Sonntag, 21. April 2019

Miniatur „BPAC Bent Plywood Armchair“

Über den Entwurf des Bent Plywood Armchairs von Gerald Summers und die Anfertigung mehrerer dieser Miniaturen durch Halil Hinz habe ich bereits in meinem Beitrag vom 16. Dezember 2018 berichtete. Nun sind die Miniaturen fertig und von der limitierten Produktion in Birke natur, Birke schwarz und Birke weiß erhielt ich vor einigen Tagen die wunderschöne Miniatur in der naturbelassenen Ausführung für meine Sammlung. Die folgenden Bilder zeigen, wie schön die Miniatur geworden ist und mit welcher Sorgfalt und Genauigkeit Halil Hinz sie angefertigt hat.

Seit diesem Jahr stellt Halil Hinz die Holzkistchen für seine Miniaturen in einer einheitlichen Größe her, damit sie ordentlich gestapelt werden können. Für seine geplanten Long Chairs und Wooden Chairs (s. Bilder ganz unten) wird es ein zweites Format geben, welches aber modular zu der kleinen Ausführung passen wird.

Der Schiebedeckel, erfreulicherweise mit einer Griffleiste ausgestattet, zeigt ab sofort die Seitenansicht der im Kistchen befindlichen Miniatur und gibt Informationen über den Designer, die Modellbezeichnung, das Entwurfsjahr und den Maßstab. Die Artikelnummer, bei meiner Miniatur ist es die N022019-2/2, gibt Auskunft über die Ausführung „N“= Natur, das Herstellungsdatum „022019“ = Monat/Jahr und die limitierte Auflage. Meine Miniatur ist die zweite von zwei. Insgesamt hat Halil Hinz in den verschiedenen Farbtönen sechs Miniaturen hergestellt.

Das folgende Bild zeigt die sehr aufwendig hergestellte mehrteilige Form, in der Halil Hinz sieben Lagen Birkenfurnier verformt und miteinander verleimt hat. Da die Schnittkanten in Längsrichtung, die die Sesselbreite, die Armlehnen und Hinterbeine bilden, bereits beim Zuschneiden der sieben Furnierlagen genau übereinanderliegen müssen, ist auch die Innenbreite der Form so bemessen, daß es keine Verschiebungen in Querrichtung geben kann. Die nicht zu vermeidenden Verschiebungen der Furnierlagen in Längsrichtung werden „unter den Armen“, am Rücken und den Beinenden nach Aushärten des Leims entsprechend bearbeitet und in einer weiteren Form in der Länge gekürzt.


Foto: Halil Hinz

Und hier sind noch zwei Abbildungen der von Halil Hinz geplanten Neuanfertigungen:

Die Miniaturen des von Marcel Breuer entworfenen Long Chair und Short Chair, sind in einer limitierten Auflage von je sechs Exemplaren vorgesehen. Natürlich im Maßstab 1:6 und mit dem dazugehörigen Holzkistchen.

Auch diese Miniaturen werden wie die großen Originale in Birkensperrholz angefertigt und leicht gebeizt und klar lackiert.

 

Diesen Entwurf des australischen Designers Marc Newson, den Wooden Chair von 1992, hat Halil Hinz bereits als Prototyp im Maßstab 1:6 hergestellt.

Es ist eine enorme Heraus-forderung, diese Miniatur anzufertigen, da je zwölf der insgesamt 24 massiven Buchen-leisten in unterschiedlichen Radien einzeln gebogen werden. Auch die Schraubenverbindung zu den horizontal verlaufenden Querstreben und dem massiven Sockel setzt eine besondere Sorgfalt voraus.

Wenn Freunde meines Blogs Fragen zu den Miniaturen haben, schreiben Sie einfach an Halil Hinz. (joi738@aol.com) Gerne gibt er die gewünschten Informationen.

Shin Okuda

Sonntag, 07. April 2019

Miniatatur „Side to Side Rocking Chair“

Der Side to Side Rocking Chair ist ein Entwurf des in Los Angeles lebenden  japanischen Designers Shin Okuda.

In seinem Studio WAKA WAKA entwirft Shin Okuda Holzmöbel für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche. Seine Sitzmöbelentwürfe zeichnen sich trotz des einfachen Materials Birkensperrholz, durch eine sorgfältige und mit großer Genauigkeit vorgenommenen Verarbeitung aus. Ein besonderes Designmerkmal bei vielen seiner Stuhlentwürfen ist der Zylinder, den er als Rückenlehne einfach oder auch zweifach übereinanderliegend einsetzt. Auch spielt bei Okudas konstruktiven Elementen fast immer das massive Rundholz eine große Rolle. Mit Rundhölzern verbindet er zwei Stuhlseiten und erreicht so eine sehr hohe Stabilität. Die Stirnseiten der naturbelassenen Rundhölzer bleiben sichtbar und bilden gerade bei der schwarz gebeizten Rückenlehne des Side to Side Rocking Chairs einen sehr schönen Kontrast.

Die Miniatur des Side to Side Rocking Chairs habe ich für meine eigene Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 95/159 x 80 mm, 117 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Ausgehend davon, daß Shin Okuda für seine Stühle eine Sperrholzstärke von ca. 20-22 mm verwendet, habe ich sechs Lagen Birkenfurnier zu einer 3,6 mm dünnen Sperrholzplatte verleimt und daraus die benötigten Teile für das Gestell, den Sitz und den Rücken zugeschnitten. Um die dünnen Leisten stabil und formschlüssig miteinander zu verbinden, habe ich beidseitig eine Nut eingefräst und die Leisten mit Hilfe einer Feder aus Holz fest verleimt. Nach Anbringung der Bohrungen für die Rundstäbe und vor der abschließenden Endmontage habe ich alle Flächen gründlich geschliffen, die Sitz- und Rückenelemente schwarz gebeizt und alles mit Klarlack seidenmatt beschichtet.


Video und Fotos: Marko Dowald

Charles & Ray Eames, Sori Yanagi, Le Corbusier…

Sonntag, 24. März 2019

Miniaturen und deren Vorbilder aus der Sammlung Georgi

Gerne veröffentliche ich heute die mir von Benedikt Georgi zur Verfügung gestellten Bilder seiner kleinen und großen Schätze.

Hier steht die Miniatur des EA 108 im Maßstab 1:6 nach dem Entwurf von Charles & Ray Eames auf dem ebenso mit schwarzem Leder bezogenen großen Vorbild. Die Aluminium Chairs werden seit über 70 Jahren hergestellt und auch die Miniatur, die seit 2001, also seit mehr als 18 Jahren hergestellt wird, ist inzwischen erwachsen geworden.

Dieses Bild zeigt die Butterfly Stools, entworfen von Sori Yanagi, als Miniatur im Maßstab 1:6 und in der großen Originalversion. Der Entwurf von 1954 ist nach wie vor hochaktuell und wird noch heute in beiden Größen hergestellt.

Der Sessel LC2 wurde als Miniatur im Maßstab 1:6 in den Jahren von 2004 bis 2014 vom Vitra Design Museum hergestellt. Das große Original, ein Entwurf aus dem Büro von Le Corbusier, (heute wird der Entwurf Charlotte Perriand zugeschrieben) wird sehr erfolgreich seit 1965 in der „Cassina I Maestri“ Kollektion hergestellt.

Das folgende Bild zeigt die neueste Vitrinendekoration mit einigen Miniaturen aus der Sammlung von Benedikt Georgi.


Fotos (4): Benedikt Georgi

Neben den wunderschönen Miniaturen aus der Vitra Miniatures Collection befinden sich einige Raritäten in der Dekoration, die jedes Sammlerherz höher schlagen lässt. Auf dem mittleren Regalboden steht die Miniatur des Klappstuhls MC 769 von Pierre Chareau und auf dem zweiten Boden von unten stehen die Miniaturen des dreibeinigen Stuhls B1 von Stefan Wewerka und des Sessels Zyklus von Peter Maly.

MC 769 und Zyklus sind Einzelanfertigungen, vom dreibeinigen B1 wurden limitiert 10 Exemplare hergestellt.

Gerrit T. Rietveld

Sonntag, 10. März 2019

Miniatur “ Militärstuhl mit Armlehnen“

Der Militärstuhl mit Armlehnen ist eine weitere Variante aus der Militär-Möbelserie, die Gerrit Rietveld in den Jahren von 1923 bis 1925 entwarf. Das Konstruktionsprinzip ähnelt dem des Rot-Blauen Stuhls, jedoch sind die Kanthölzer des Gestells nicht durch hölzerne Dübel miteinander verbunden, sondern durch unterschiedlich lange Schloßschrauben und Vierkantmuttern. Abweichend von den beim Militär-Stuhl verwendeten geraden Flächen für Sitz und Rücken sind diese beim Lehnstuhl im Bereich der fast mittig angeordneten Querstreben leicht gebogen.

Ursprünglich war der Lehnstuhl komplett rot oder weiß lackiert. Später wurden auch zweifarbige Ausführungen hergestellt und die Köpfe der Kanthölzer farblich abgesetzt.

Vorbild für diese schwarz-blaue Variante der von Halil Hinz angefertigten Miniatur ist ein Lehnstuhl, der sich in dieser Farbkombination in der Sammlung des Vitra Design Museums befindet.

Maße der Miniatur: 105 x 103 mm, 157 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Ausführung der Miniatur:
Die unterschiedlich starken, rechteckigen und quadratischen Kanthölzer für das Stuhlgestell sind aus massivem Buchenholz angefertigt und schwarz seidenmatt lackiert. Die Sperrholzplatten für Sitz und Rücken hat Halil Hinz aus drei Lagen Buchenfurnier verleimt, in einer extra angefertigten Schablone leicht verformt und blau lackiert. Wie bereits in meinem Beitrag über den Stick Chair berichtet, hat Halil Hinz auch für diese Miniatur die Vierkantmuttern wieder selber angefertigt.