Archiv für die Kategorie ‘1971 – 1999’

Oscar Tusquets Blanca

Sonntag, 06. Juni 2021

Miniatur „Gaulino Chair“

Der Gaulino Chair ist ein Entwurf des spanischen Architekten und Designers Oscar Tusquets Blanca aus dem Jahr 1987 und eine Hommage an Antonio Gaudi und Carlo Mollino. Oscar Tusquets Blanca entwarf den stapelbaren Armlehnstuhl mit offensichtlichen Stilelementen Gaudis und Mollinos für das spanischen Möbelunternehmen von Carlos Jané Camacho. Heute wird der Gaulino Chair von BD BarcelonaDesign hergestellt, dessen Mitgründer Tusquets Blanca ist. Hier geht es zu einem sehr interessanten Filmbeitrag zum Gaulino.

DB Barcelona stellt den Stuhl in Esche naturgebeizt und in leicht angebeizter oder schwarzer Eiche her. Der verformte Sitz aus Sperrholz ist beidseitig mit Kernleder belegt.

Die Miniatur des Gaulino Chairs ist eine Anfertigung von Gerard Dago, der mir die Miniatur zu einem unerwartet schönen Geschenk machte.

Maße der Miniatur: 85 x 90 mm, 139 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur ist sehr sorgfältig aus massivem Eichenholz angefertigt und in der Oberfläche gewachst. Die Vorderbeine sind entsprechend dem großen Vorbild gedrechselt und die Form der Füße sehr sorgfältig herausgearbeitet.

Die Sitzfläche der Miniatur besteht aus zwei Lagen miteinander verleimten Lederzuschnitten und ist in sich verformt.

Caroline Schlyter

Sonntag, 09. Mai 2021

Miniatur „Little h“

Der Stuhl „Little h“ ist ein Entwurf der schwedischen Künstlerin Caroline Schlyter aus dem Jahr 1989. Caroline Schlyter erhielt während ihres Studiums an der Konstfack (Hochschule für Kunst, Handwerk und Design) in Stockholm die Aufgabe, ein dreidimensionales Objekt aus der Form eines Buchstaben zu entwickeln. Sie entschied sich für den Buchstaben „h“ und entwarf nach vielen Skizzen und Modellen einen Stuhl, den sie zuerst im Maßstab 1:6 aus unterschiedlichen Materialien wie Glasfaser, Metall, Papier und Holz anfertigte. Hier ist ein Foto der Entwürfe in den verschiedenen Materialausführungen.

Nach Bedenken einiger Möbelhersteller, diesen Stuhlentwurf aus laminiertem Holz herstellen zu können, fertigte Caroline Schlyter in der Tischlerei der Konstfack selber den ersten Prototyp und fand schließlich in dem schwedischen Formholzunternehmen Forsnäs Form AB einen Hersteller für „Little h“

Der Stuhl aus durchgängig verleimtem Birkensperrholz wurde erstmals im Jahr 1991 in einer limitierten Auflage von 20 Exemplaren hergestellt. Zwei weitere Auflagen von je 10 Exemplaren entstanden in den Folgejahren. Einige der Stühle wurden mit Elchfell oder Kuhfell bezogen, ein anderer orange lackiert.

Die Miniatur des „Little h“ habe ich zufällig im Internet entdeckt und natürlich sofort für meine Sammlung bestellt.

Maße der Miniatur: 67 x 89 mm, 250 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Genau wie das große Original ist die Miniatur aus Birkensperrholz verformt und verleimt. Die Deckfurniere bestehen aus schlicht gemasertem Birkenholz, sind sauber geschliffen und mit Klarlack seidenmatt lackiert. Die Anfertigung ist wunderschön und handwerklich perfekt.

Caroline Schlyter hat die Miniatur im Jahr 2011 in einer limitierten Auflage von 160 Exemplaren aufgelegt, handschriftlich nummeriert und signiert. Meine Miniatur ist die 44/160. Zur Miniatur gehört eine sehr liebevoll gestaltete Faltschachtel mit bedrucktem Schuber und einer mehrfach gefalteten kleinen Informationsbroschüre.

Zur Website von Caroline Schlyter und einer Möglichkeit diese wunderschöne Miniatur zu erwerben geht es hier.

 

Stefan Zwicky

Sonntag, 25. April 2021

Miniatur „Concrete Chair“

Der „Concrete Chair“ ist ein Entwurf des Schweizer Architekten und Designers Stefan Zwicky aus dem Jahr 1980. Vermutlich inspiriert durch Le Corbusiers Stahlbetonbauten entwarf er diesen brutalistisch anmutenden Sessel und verwendete statt edler Lederpolster und verchromter Stahlrohre langsam rostenden Baustahl und „Kissen“ aus gegossenem Beton. Zwicky gab dem Sessel aus Beton den humorvollen aber auch ironischen Titel „Grand confort, Sans confort, Dommage à Corbu“. Der Sessel entstand ursprünglich für die 1981 im Kunstmuseum Bern stattfinde Ausstellung „vor dem Abbruch“ und wurde im laufe der Jahre limitiert auf 40 Exemplare in Einzelanfertigung hergestellt.

Die Miniatur des Concrete Chairs wird von Bernd Henkel in limitierter Auflage hergestellt.

Maße der Miniatur: 128 x 115 mm, 110 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Bernd Henkel ist Schreinermeister und als Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd e.V. künstlerisch in vielen Bereichen tätig und deshalb nicht unbedingt nur mit dem Material Holz vertraut. Die Schalung für die „Betonkissen“ der Miniatur besteht aus vielen kleinen Holzleisten, sodaß die Holzmaserung wie beim großen Original in der Fläche mehrteilige Schalbretter erkennen lässt. Das Gestell aus 4 mm starkem Moniereisen, dünnem Eisendraht und abgekantetem Eisenblech ist eine kleine Meisterleistung. Diese für Bernd Henkel neuen Techniken wie Hartlöten mit Silberlot, das präzise Biegen der verschieden starken Eisendrähte und vor allem auch die chemisch aufgebrachte Rostpatina machen die Miniatur zu einem schönen kleinen Kunstwerk.

Eigentlich wollte sich Bernd Henkel nach den ersten vier hergestellten Miniaturen auf die Anfertigung eines anderen Stuhlentwurfs konzentrieren. Der Wunsch mehrerer Sammler, eine Miniatur des Concrete Chairs zu erwerben, veranlasste ihn jedoch, eine zweite Kleinserie aufzulegen.

Die folgenden Fotos zeigen Produktionsschritte der zweiten Serie.

Heinz Landes

Freitag, 27. November 2020

Miniatur „Solid-Chair“

Schon vor einigen Jahren hatte ich mir vorgenommen, den 1983 von Heinz Landes entworfenen Solid Chair als Miniatur anzufertigen. Es scheiterte immer daran, daß es den von Landes verwendeten gerippten Baustahl nicht in dem von mir benötigten Maßstab gibt.

Etwas abweichend vom Entwurf habe ich nun die Miniatur aus Eisendraht ohne jede Struktur hergestellt. Zeitgleich baute ich den Stuhl im Maßstab 1:1, der jetzt in meinem Garten steht und bedingt durch die Witterungseinflüsse langsam Rost ansetzt und immer schöner wird.

Die Anfertigung der Miniatur war für mich eine neue Herausforderung, da ich bisher kein Metall bearbeitet habe. Auch war ich mir nicht sicher, ob ich die sieben sehr biegefesten Eisendrähte im gleichen Winkel und in übereinstimmende Radien biegen konnte. Um die benötigten Drähte in Form zu bringen, habe ich aus massiven Buchenholzleisten und kurzen Eisenrohrabschnitten eine Biegehilfe gebaut. Nach einigen Versuchen, lief die „Serienfertigung“ mit einer Genauigkeit, wie ich sie gar nicht erwartet hatte. Die Miniatur mit ihrem Betonsockel ist eine kleine Besonderheit und passt sehr gut in meine Sammlung.

Maße der Miniatur: 76 x 99 mm, 180 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die verwendeten Eisendrähte haben einen Durchmesser von 2,5 mm und weisen aufgrund ihrer Biegefestigkeit eine sehr hohe Stabilität auf. Nicht sichtbar, im Bereich des Sockels, habe ich die Einzeldrähte mit „Schweißnaht aus der Flasche“ fest miteinander verbunden und abschließend in einer kleinen Schalung mit Zementmörtel ausgegossen.

Verner Panton

Sonntag, 09. August 2020

Miniatur „Wire Cone Chair“

Verner Panton entwarf 1958 für die Einrichtung des von seinem Vater betriebenen Restaurants „Kom-igen“ auf der dänischen Insel Fünen den „Tütenstuhl“, der später unter der Bezeichnung Cone Chair hergestellt wurde. Die Anfertigung von ca. 30 Stühlen, deren Metallschale und Kissen mit Stoff bezogen waren, übernahm damals ein ortsansässiger Handwerker.

Für die Produktion und Vermarktung der Stühle, gründete Percy von Halling-Koch, ein Freund Pantons und Betreiber der sehr erfolgreichen Textilfirma Unika Væv, im gleichen Jahr die Firma Plus-linje. Hier wurde auch erstmals der Wire Cone Chair, der die Bezeichnung k2 erhielt, hergestellt. Um das Sitzpolster aufzunehmen, wurde die Gitterstruktur im vorderen Bereich nach außen gebogen (kleines Bild links) und erhielt zusätzlich einen umlaufenden, eingeschweißten Sitzring. Da sich die Herstellung der transparenten Drahtgitterkonstruktion als sehr aufwendig und kostspielig erwies, wurden nur sehr wenige Exemplare des Wire Cone Chair realisiert. Die Produktion der Tütenstühle wurde schließlich 1964/65 eingestellt.

 

In den 1980er Jahren griff Verner Panton die Idee des Wire Cone Chairs wieder auf und konstruierte den Stuhl vollkommen neu. Die senkrechten Metallstreben wurden reduziert und die fast parallel zueinander verlaufenden runden Drahtelemente geben dem „Drahttütensthuhl“ ein saubere und durchgehende Form. Das Sitzpolster ruht auf einer Mittelsäule mit angeschweißter Trägerplatte, ohne die Drahtkonstruktion zu belasten. Den ursprünglich für den Sessel vorgesehene Kreuzfuß ersetzte Panton durch einen runden, verchromten Tellerfuß.

Die Miniatur des Wire Cone Chairs wurde vom Vitra Design Museum in den Jahren 1999 bis 2009 hergestellt.

Maße der Miniatur: 122 x 102 mm, 126 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Genau wie beim großen Original ist die Miniatur aus verchromtem Stahldraht hergestellt und drehbar auf einem verchromten Tellerfuß gelagert. Das eingelegte Sitzkissen  aus Polyurethanschaum ist mit einem feingewebtem blauen Stoff bezogen.

Stefan Wewerka

Sonntag, 23. Februar 2020

Miniatur „Eckstuhl“


Dieses Foto hat Benedikt Georgi anläßlich eines gemeinsamen Besuchs der Möbelmanufaktur TECTA Bruchhäuser & Drescher in Lauenförde aufgenommen.

Der Eckstuhl, ein Werk von Stefan Wewerka, steht im langgezogenen hellen Flur bei Tecta. An den Wänden des Flurs, der die Produktionsräume und die Büros miteinander verbindet, hängen zahlreiche Entwurfszeichnungen, Bilder, Schriftstücke und Modelle von Entwerfern wie Mies van der Rohe, Walter Gropius, Sergius Ruegenberg, Jean Prouvé, Stefan Wewerka und vielen anderen Künstlern der Avantgarde des 20. Jahrhunderts.

Den Eckstuhl, so berichtet mir Axel Bruchhäuser, hat Stefan Wewerka in den 1980er Jahren bei Tecta aus einem uralten, 81 cm hohen Standard Stuhl unbekannter Herkunft geschnitten. Die ausgeschnittene, auf der Unterseite beschriftete Sitzfläche mit einem Fuß, existiert noch im Wewerka Archiv bei Tecta.

Ich habe die Minatur des Eckstuhls aus Restbeständen meiner Anfang 2018 gebauten Miniatur des Frankfurter Stuhls angefertigt. Der ausgeschnittene Sitz und das rechte Stuhlbein, fielen, bevor ich die Informationen von Axel Bruchhäuser bekam, leider meiner manchmal etwas übertriebenen Ordnungsliebe zum Opfer.

Maße der Miniatur: 66 x 71 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Ausführung dieser Miniatur ist baugleich mit der des von mir gebauten Frankfurter Stuhls, jedoch zusätzlich, wie es auch Stefan Wewerka gemacht hat, rot lackiert. Um dem Eckstuhl mit nur drei Stuhlbeinen einen festen Stand zu geben, habe ich ein kleines Diorama angefertigt und wie im Flur bei Tecta aufgestellt.

Stefan Wewerka

Sonntag, 12. Januar 2020

Miniatur „Vertreter-Stuhl“

Stefan Wewerka entwarf den Vertreter-Stuhl im Jahr 1977. Bereits 1970 entstand der zum Verwechseln ähnliche, ebenso mit geschwungenen Beinen und schrägem Sitz versehene kleinere Classroom Stuhl.

Zwei Jahre nach Wewerkas Entwurf, also im Jahr 1979, produzierte Tecta 32 Exemplare des Vertreter-Stuhls im Auftrag des CI Verbandes (Creative Inneneinrichter) und vier weitere Stühle, vermutlich für die eigene Sammlung. Die Schablone, nach der der Stuhl angefertigt wurde, hängt neben Originalzeichnungen und Fotos von Wewerka-Entwürfen an der Wand im langen Flur des Unternehmens Tecta. Gerade noch zu erkennen ist links auf meinem Bild der heute noch von Tecta produzierte Fächertisch M1 von 1979 und darunter drei Long Chairs aus der Stuhlserie „5 Variationen von abnormen Stühlen“


Schablone des Vertreter-Stuhls mit der Beschriftung „Vertreter-Stuhl“ STW für Tecta + CI Aktion 

Der große Originalstuhl wurde aus Spanplatte hergestellt und schwarz lackiert. Für meine Sammlung habe ich eine Miniatur des Stuhls hergestellt und die von mir fotografierte Schablone als Vorlage benutzt.

Maße der Miniatur: 108 x 74 mm, 130 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Plattenmaterial für die Miniatur habe ich aus fünf Lagen 0,6 mm starkem Buchenfurnier zu stabilem Sperrholz verleimt, da Spanplatten in der geringen Stärke von 3 mm im Handel nicht zu erhalten sind. Nach dem Ausschneiden der erforderlichen Einzelteile habe ich die Zargen und die Beinelemente an den entsprechenden Stellen ausgefräst und nach der Lackierung mit Lamellos fest verleimt.

Ettore Sottsass

Sonntag, 02. Juni 2019

Miniatur „Seggiolina da Pranzo“

Es gibt nur sehr wenige Informationen über den von Ettore Sottsass entworfenen Seggiolina da Pranzo. Deshalb habe ich mir erlaubt, die von Thomas Edelmann für das Vitra Design Museum verfassten Objektangaben nachstehend zu zitieren:

„Der Seggiolina da Pranzo von Ettore Sottsass von 1980 weckt zunächst Erinnerungen an modernistische Küchenstühle der fünfziger Jahre. Allerdings unterscheiden sich Proportionen, Materialien und Details des ungewöhnlichen Objekts deutlich vom vermeintlichen Vorbild – man betrachte nur die seitlichen Haltegriffe aus Metall, die keinem vordergründigen Nutzen zu entsprechen scheinen, oder die Oberflächen aus Kunststoff, die man vielleicht auf Theken gesehen hat, aber nicht auf dem Sitz eines Stuhls. Mit seiner erratischen, fast ein wenig tierähnlichen Anmutung, die mit den Regeln des Funktionalismus bricht, war der Seggiolina da Pranzo eine bedeutende Zwischenstation auf dem Weg zur legendären Designbewegung Memphis, die Sottsass noch im selben Jahr mitbegründete.“

Der Seggiolina da Pranzo wurde in den 1980er Jahren von Studio Alchimia in Mailand hergestellt. Das Sitz- und Rückenelement des Stuhls wurde aus Spanplatten angefertigt und mit unifarbigen und mit grafischen Mustern bedruckten Kunststofflaminaten belegt.

Die vom Vitra Design Museum hergestellte Miniatur des Seggiolina da Pranzo wurde in den Jahren von 1994 bis 2012 angeboten.

Maße der Miniatur: 77 x 80 mm, 140 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Seiten von Sitz und Rücken sind genau wie beim großen Original unifarbig gelb und hellblau belegt, dagegen sind die Flächen in einem grau/weißen Laminatmuster ausgeführt. Das Material dieser Laminate ist schweres, auf dem Farbkopierer bedrucktes Papier und in diesem miniaturisierten Maßstab vom Original nicht zu unterscheiden. Die Griffchen an der Rückenlehne und die Stuhlbeine aus Metall sind verchromt.

Bruno Ninaber van Eyben

Sonntag, 19. Mai 2019

Miniatur “ Stick 020″

Stick 020 ist ein Entwurf des niederländischen Industriedesigners Bruno Ninaber van Eyben aus dem Jahr 1977, der in den Jahren 1980/81 vom Sitzmöbelhersteller Artifort, Schijndel NL in einer limitierten Auflage von 150 Exemplaren hergestellt wurde. Der Stuhl, der von Bruno Ninaber van Eyben nicht für eine Massenproduktion gedacht war, besteht aus zwei verformten Schichtholzplatten und einem massiven Rundholzstab aus Buche.

Die Miniatur des Stick 020 habe ich für meine eigene Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 67 x 83 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Für die Sperrholzplatten der Miniatur habe ich fünf Lagen Buchenfurnier kreuzweise miteinander verleimt und verformt. Der Rundholzstab hat einen Durchmesser von 8 mm und sorgt für eine schraubenlose Verbindung beider Platten. Nach erfolgtem Oberflächenschliff habe ich die Miniatur mit Klarlack seidenmatt lackiert.

Ettore Sottsass

Sonntag, 05. Mai 2019

Miniatur „Teodora“

Ettore Sottsass, Gründer der Mailänder Designergruppe Memphis, entwarf in den Jahren 1986/87 Teodora, einen an die Form des Throns erinnernden Sessel aus mit Laminat beschichtetem MDF und Plexiglas. Das für die Oberflächenbeschichtung verwendete Laminat „Craquelé“ ist ein Entwurf der Memphis-Mitgründerin Nathalie du Pasquier und wurde in den 1980er Jahren vom italienischen Schichtstoffplattenhersteller Abet Laminati hergestellt.

Der skulpturale Entwurf des Sessels entstand in der Vitra Edition 1987, die es Sottsass und auch den anderen teilnehmenden Designern ermöglichte, ohne Rücksicht auf die üblichen Beschränkungen der industriellen Möbelherstellung zu experimentieren und zu entwerfen. Teodora wurde in dieser Zeit limitiert von Vitra produziert und ist heute ein begehrtes Sammelobjekt.

Die Miniatur des Sessels Teodora habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 97 x 91 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Aus einer 6,5 mm starken Multiplex-Platte habe ich die Seitenwangen, den Sitz, die Zarge unter dem Sitz und die beiden Füße zugeschnitten. Um eine stabile Verbindung der Gestellteile zu erreichen, habe ich diese nach der „Laminatbeschichtung“ mit Nut und Feder fest verleimt.

Das Laminat „Craquelé“ habe ich im Maßstab 1:6 nachgebildet. Vorlage war eine Abbildung der Seitenwange, die ich in meinem Bildbearbeitungsprogramm entsprechend bearbeitet habe. Das auf einem Farbkopierer ausgedruckte Muster ließ sich aufgrund der Papierstärke von 120 g problemlos mit Weißleim auf die rohen Holzteile aufleimen und an den Kanten sauber bearbeiten.

Der Rücken aus 1,5 mm starkem Acrylglas war für mich wieder eine kleine Herausforderung, da ich dieses Material bisher nicht verarbeitet habe. Der dritte Versuch, im Backofen bei ca. 160 Grad, brachte den gewünschten Erfolg.