Archiv für die Kategorie ‘1945 – 1970’

Stefan Wewerka

Sonntag, 17. November 2019

Miniatur „Classroom-Stuhl“


Nicht nur Wewerka konnte schief!!

Zu Stefan Wewerkas asymmetrischen Stuhlentwürfen zählt als einer der außergewöhnlichsten und bekanntesten, der rote Classroom-Stuhl von 1970. Von einem gewöhnlichen Stuhl biegt Wewerka eine Seite zum Kreissegment, die andere Seite folgt dieser Bewegung. Wewerka verfremdete den Entwurf derart, daß er als Sitzmöbel nicht zu gebrauchen ist.

Bei meinen Recherchen stellte ich fest, daß sehr unterschiedliche Ausführungen angefertigt wurden. Mal enden die weit ausladenden Stuhlbeine spitz zulaufend auf dem Boden, so wie es in den Entwurfszeichnungen Wewerkas zu erkennen ist und mal enden sie einfach rechtwinklig abgeschnitten.

Für meine Sammlung habe ich eine Miniatur des Classroom-Stuhls angefertigt. Vorbild sind die im Tecta Kragstuhlmuseum befindlichen Originale.

Maße der Miniatur: 64 x 66 mm (Sitz), 116 mm hoch,
Gesamtbreite: 116 mm.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Um das Plattenmaterial für die Miniatur maßstäblich herzustellen, habe ich fünf Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier kreuzweise zu stabilen Sperrholzplatten miteinander verleimt. Die Konturen der Vorder- und Hinterteile habe ich einer Entwurfszeichnung Wewerkas entnommen, auf die Sperrholzplatte übertragen und entsprechend ausgeschnitten. Nach dem Zuschnitt der Sitzplatte und der seitlichen Zargen habe ich alle Teile rot lackiert.

Zur Verbindung der seitlichen Zargen mit den Vorder- und Hinterteilen habe ich (vor der Lackierung) an den entsprechenden Stellen 2,5 mm tiefe Nuten eingefräst und diese mit Lamellos fest verleimt.

Die Sitzplatte ist stumpf aufgeleimt und wenn man den Stuhl in meiner nach Wewerka Art schief gestellten Vitrine betrachtet, kann man auf der jetzt horizontalen Sitzfläche sogar Platz nehmen:-)

Archizoom Associati

Sonntag, 30. Dezember 2018

Miniatur „Mies“

Der Sessel Mies ist ein Entwurf der italienischen Designer- und Architektengruppe Archizoom aus dem Jahr 1969. Die Namensgebung versteht sich als Hommage an Mies van der Rohe, der Entwurf, entstanden in der Zeit des italienischen Radical Designs, karikiert den von Mies van der Rohe entworfenen Barcelona Sessel.

Der Sessel Mies besteht aus einem keilförmig konstruierten Metallrahmen aus verchromtem Vierkantstahlrohr und ist mit einem die Sitzfläche bildenden Gummituch bespannt. Das fellbezogene Nacken- oder Kopfkissen ist beweglich mit zwei Schlaufen an der oberen Querstrebe befestigt. Die indirekt beleuchtete Fußbank mit einer Breite von über einem Meter besteht aus abgekanteten, verchromten Blechen, ist gepolstert und ebenso wie das Kopfkissen mit Ponyfell bezogen.

Das Vitra Design Museum produzierte im Jahr 1997 zehn Miniaturen des Sitzobjekts Mies. Je eine der Miniaturen befindet sich in den vier Sätzen der Miniaturenausstellung

„Designmaßstäbe  – 100 klassische Sitzmöbel“,

die ab Juni 1997 weltweit parallel gezeigt wurden. Aus der Überproduktion konnte ich im November 2011 eine Miniatur für meine Sammlung kaufen.

Maße der Miniatur: Sessel: 123 x 215 mm, 128 mm hoch,
Fußbank: 174 x 34 mm, 50 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Metallgestell der Miniatur ist verchromt, für die bespannte Sitzfläche aus Gummi verwendete man Zuschnitte aus armlangen Latex-Arbeitshandschuhen, da sich für die benötigte, sehr geringe Menge Gummituch kein Hersteller fand. Die verchromten Bleche des Fußhockers sind wie beim großen Original abgekantet und die Wangen sind innen mit eingeschraubten Blenden versehen.

Für die Bezüge der Polster wurde das Fell junger Lämmer verwendet. Das Einfärben der braunen Flecken erfolgte nach vielen Versuchen in einem sehr aufwendigen Verfahren mit Haarfärbemitteln.

Die folgenden Bilder zeigen den notwendig gewordenen Austausch des Gummituchs, da im Lauf der Zeit der Gummi ausgehärtet und spröde geworden ist. Mit kleinen Rissen fing es an und später zerbröselte das „Sitzpolster“ bei der kleinsten Berührung.


Das kleine Bild zeigt die Miniatur im Jahr der Anschaffung. (2011) Das durchhängende Polster ist zwar an großen Stellen noch elastisch, lässt aber bereits erkennen, daß es seine gute Zeit hinter sich hat.

Das Beschaffen eines neune Gummibezuges war schon ein kleines Abenteuer. In einem Großhandelsunternehmen für technische Gummiwaren und Kunststoffe fand ich nach langem Suchen schließlich das was ich brauchte. Aus einer Restekiste zauberte der Mitarbeiter des Unternehmens ein Stück Gummi hervor, welches genau die von mir gewünschte Farbe hatte und wenige Zentimeter größer war, als ich es benötigte.

Nun konnte ich die Miniatur zerlegen und die Befestigungsleisten aus Holz und Metall von den ausgehärteten Gummiresten befreien. Nach dem genauen Zuschnitt des Gummituchs habe ich dieses mit den oberen und unteren Leisten neu befestigt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Gianni Pareschi

Sonntag, 25. Februar 2018

Miniatur „Fiocco“


Foto: Marko Dowald

Als mir die Miniatur dieses Sessels zum Kauf angeboten wurde, kannte ich weder die Modellbezeichnung noch den Hersteller des großen Originals. Mir war aber bekannt, daß sich eine solche Miniatur in der Sammlung des Londoner Architekten Tom Giannini befand.

Viele Leser meines Blogs erinnern sich bestimmt gerne an Tom Giannini, der in seinem Blog als „miniaturechairman“ sehr ausführlich und informativ über seine Miniaturensammlung berichtete.

Deshalb schrieb ich an Tom und erhielt neben dem folgenden Bild auch die Informationen zu meiner Miniatur.


Foto: Tom Giannini

Es handelt sich also um den Sessel Fiocco, den der Designer Gianni Pareschi 1970 für den italienischen Möbelhersteller Busnelli entwarf. Busnelli produzierte den Sessel mehrere Jahre und nahm ihn nach einer Auszeit 2007 wieder in seine Kollektion auf.

Das Metallgestell aus gebogenem Rundrohr ist mit PU-Schaum beschichtet und nimmt rutschfest den elastischen Stoffbezug auf. Der Bezug ist so konstruiert, daß er sich dem Benutzer anpasst und später wieder in seine ursprüngliche Kontur zurückspannt. Auch die Miniatur des Sessels Fiocco wurde von Busnelli hergestellt.

Maße der Miniatur: 70 x 120 mm, 112 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:10

Wie beim großen Original ist das Gestell der Miniatur aus rundem Eisendraht gebogen. Der weiße Bezug meiner Miniatur passt sich sehr schön den Konturen des Gestells an, da der elastische Stoff maßstäblich und passgenau mit großer Sorgfalt genäht wurde.

Da die Miniatur von Tom Giannini mit blauem Stoff bezogen ist, gehe ich davon aus, daß die Miniatur in mehreren Farben angeboten wurde. Wie auf Toms Foto zu sehen ist, gehört zur Miniatur ein sehr schöner bedruckter Faltkarton, der leider in meiner Sammlung fehlt.

Verner Panton

Sonntag, 13. August 2017

Miniatur „Panton Chair“

Neben dem vom Vitra Design Museum aufgelegten Miniaturen Set in den Farben rot, schwarz, weiß, blau und gelb befinden sich weitere 19 Miniaturen des Panton Chairs in verschiedenen Farben in meiner Sammlung. Nun wurde mir die Miniatur des Panton Chairs in moosgrün zum Kauf angeboten und der Verkäufer teilte mir mit, daß es sich um eine äußerst seltene Miniatur handelt, die er selber vor einigen Jahren erhalten hat.

Meine Recherchen ergaben, daß es sich um eine limitierte Auflage von 150 Exemplaren handelt, die das Vitra Design Museums im Jahr 2011 für einen Kunden herstellte. Die moosgrüne Miniatur – natürlich auch im Maßstab 1:6 – erhielt die Artikelnummer 202294EH und war  in einer Faltschachtel aus Karton verpackt.

Achille & Pier Giacomo Castiglioni

Sonntag, 30. Juli 2017

Miniatur „Mezzadro“

1957 entwarfen die Brüder Achille und Pier Giacomo Castiglioni Mezzadro, einen Hocker aus Metall und naturfarbiger Buche. Als Sitz dient ein einfacher Traktorsitz, der mit einer Flügelschraube am oberen Ende des Federstahlträger befestigt ist. Die unten angebrachte Querstrebe aus rund geformtem Buchenholz gibt dem Hocker einen sicheren Stand.

Seit 1970 wird der Hocker Mezzadro vom italienischen Möbelhersteller Zanotta produziert. Die Miniatur des Hockers wird seit 1997 vom Vitra Design Museum angeboten.

Maße der Miniatur: 82 x 91 mm, 85 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur entspricht bis ins kleinste Detail dem großen Original. Der Metallsitz ist rot lackiert, der Sitzträger aus Federstahl ist verchromt und die quer verlaufende und gerundete Holzstrebe aus Buchenholz ist mit Klarlack seidenmatt lackiert.

Wie zu allen Miniaturen des Vitra Design Museums gehört ein passendes Holzkistchen und eine kleine Informationsbroschüre dazu.

Charles & Ray Eames

Sonntag, 23. Oktober 2016

Miniatur “ DSW gelb“

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Die Miniatur des DSW in gelb konnte ich vor einigen Tagen für meine Sammlung erwerben. Bisher gibt es nur die schwarze  Miniatur mit der Artikelnummer 20211005, die vom Vitra Design Museum seit 2005 hergestellt wird und die weiße Miniatur, die im Jahr 2002 limitiert als Werbemodell produziert wurde.

Der Verkäufer der gelben Miniatur teilte mir mit, daß es sich um eine Sonderedition in limitierter Auflage handelt. Auf dem Deckel des Holzkistchens ist das Produktionsdatum 22.05.2004 angegeben. Das Füllmaterial (Papierschnipsel) und das Papier, in welches die Miniatur eingeschlagen ist, ist ebenfalls gelb.

Wenn Sammler und Leser meines Blogs über mehr Informationen zur Miniatur verfügen, würde ich mich über eine Nachricht sehr freuen.

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Die Kunststoffschale meiner neuen Miniatur ist wesentlich dunkler als die der Miniatur des DSR, die vom Vitra Design Museum in den Jahren von 1992 bis 2004 hergestellt wurde. Zum Vergleich habe ich das folgende Foto angefertigt.

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Peter Ghyczy

Sonntag, 19. Juni 2016

Miniatur „Garden Egg“

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Das Garden Egg entwarf der deutsche Designer Peter Ghyczy 1968. Der vollkommen aus Kunststoff gearbeitete Gartensessel ist mit einem aufklappbaren Deckel ausgestattet, der in geöffnetem Zustand die Rückenlehne bildet. Ein eingelegtes Kissen für Sitz und Rücken sorgt für bequemes Sitzen.

Die Miniatur des Garden Egg – auch Garten Ei oder Senftenberger Ei genannt – wird vom Vitra Design Museum seit 2008 angeboten.

Maße der Miniatur: 121 x 139 mm, 71 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Artikelnummer der Miniatur: 20208601

Die Miniatur des Garden Egg ist aus Polyurethan hergestellt und weiß lackiert. Der Deckel und das Unterteil sind durch eine Klappmechanik miteinander verbunden und nehmen das durchgängig genähte und mit schwarzem Stoff bezogene Polsterelement auf.

Zur Miniatur gehört ein vom Vitra Design Museum hergestelltes Holzkistchen und eine kleine Informationsbroschüre.

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Eero Saarinen

Sonntag, 05. Juni 2016

Miniatur „Tulip Chair“

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Den Tulip Chair entwarf Eero Saarinen in den Jahren von 1953 bis 1956 für Knoll International. Zur Tulip Familie gehören auch ein Sessel , Tische in verschiedenen Größen und ein Hocker.  Die damals völlig neuen Möbeltypen begnügten sich mit nur einem zentralen Säulenfuß und unterschieden sich erheblich von allen bisher bekannten Möbelentwürfen. Die komplette Kollektion wird seit Produktionsbeginn im Jahr 1956 bis heute von Knoll International produziert.

Das Vitra Design Museum bietet die Miniatur des Tulip Chairs seit dem Jahr 2000 an.

Maße der Miniatur: 83 x 89mm, 134 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Artikelnummer der Miniatur: 20251901

Der zentrale Säulenfuß der Miniatur ist aus Aluminium gegossen und genau wie die aus Kunststoff angefertigte Sitzschale weiß beschichtet. Das Sitzkissen aus Polyätherschaum ist mit rotem Veloursstoff bezogen und fest mit der Sitzschale verbunden.

Zur Miniatur gehört ein Holzkistchen und eine kleine Informationsbroschüre.

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Eero Saarinen

Montag, 30. Mai 2016

Miniatur „Womb Chair & Ottoman“

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Eero Saarinen entwarf in den späten 1940er Jahre den Womb Chair für Knoll International. Zur Herstellung der extrem verformten und umpolsterten Sitzschale wurde im Möbelbau zum ersten Mal glasfaserverstärkter Kunststoff verwendet. Seit Produktionsbeginn im Jahr 1948 wird der Womb Chair und Ottoman auch heute noch von Knoll International produziert.

Die Miniatur wurde 2011 vom Vitra Design Museum aufgelegt und bis heute angeboten.

Maße der Miniatur:
Sessel: 153 x 144 mm, 148 mm hoch.
Ottoman: 115 x 81 mm, 69 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Artikelnummer der Miniatur: 20257501

Die Sitzschalen von Sessel und Hocker sind innen gepolstert und genau wie die losen Kissen allseitig mit rotem Stoff bezogen. Die Metallgestelle aus verchromtem Eisendraht sind an den Gestellenden mit Metallgleiter ausgestattet und durch kleine Schlitzschrauben mit den Oberteilen verbunden.

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Charles und Ray Eames

Sonntag, 17. April 2016

Miniatur „Aluminium Chair“ Modell EA 105 !!

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Eine Miniatur des Aluminium Chairs ohne Armlehnen zu bekommen, das war schon immer mein Wunsch. Deshalb kaufte ich vor einigen Tagen eine Miniatur des Aluminium Chairs antiquarisch. Antiquarisch deshalb, weil ich mir nicht sicher war, ob sich die Armlehnen so einfach lösen lassen und ich wollte auch nicht eine neue und teure Miniatur zerstören.

Die Schraubverbindung der Armlehnen ließ sich nach Demontage des Untergestells problemlos lösen. Es blieben nur die Bohrlöcher für die Schraubverbindung sichtbar, die ich später mit Spachtelmasse verschlossen habe und nach dem Aushärten mit einem Chromlack retuschierte.

Die leichte Patina auf den Chromgestellen habe ich sorgfältig mit einem Wattebausch und Poliertuch – beides natürlich auch im Maßstab 1:6 🙂 – rückstandsfrei beseitigen können. Nach der Montage des Sitzelementes auf das Untergestell konnte ich eine wunderschöne neue Miniatur meiner Sammlung hinzufügen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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