Archiv für die Kategorie ‘1919 – 1944’

Fred Forbat

Sonntag, 19. November 2017

Miniatur „Hocker für das Haus Sommerfeld“

Ein lieber Sammlerfreund schenkte mir das Taschenbuch bauhaus chairs • vom Experiment zur Massenproduktion: 50 Stühle, Sessel und Hocker.

Schon die zweite Abbildung in diesem interessanten Buch zeigt den von Fred Forbat um 1926 entworfenen Hocker für das Wohnzimmer im Haus Sommerfeld in Berlin. Fred Forbat, ein ungarisch-deutscher Architekt, arbeitete Anfang der 1920er Jahre im Büro von Walter Gropius und in den Jahren von 1925 bis 1928 als leitender Architekt im Bauunternehmen von Adolf Sommerfeld. Während seiner Tätigkeit bei Sommerfeld entwarf er den Hocker, dessen Gestell in schwarz gebeizter und lackierter Buche ausgeführt war. Das Schwarz-Weiß-Foto im Buch lässt leider keine Rückschlüsse auf die Farbe des Sitzpolsters zu.

Für meine Sammlung habe ich den Hocker als Miniatur nachgebaut.

Maße der Miniatur: Ø 69 mm, 75 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Den Sitzrahmen, die Hockerbeine und den Unterboden der Miniatur habe ich aus massivem und teilweise formverleimtem Buchenholz hergestellt. Die Oberflächen aller Holzteile habe ich schwarz gebeizt und anschließend seidenmatt, klar lackiert.

Für den Einlegesitz habe ich eine ca. 3 mm starke, gerundete Sperrholzplatte leicht gepolstert und mit einem fein gewebten roten Stoff bezogen.

Frank Lloyd Wright

Sonntag, 22. Oktober 2017

Miniatur „Johnson Wax Chair“

Diese mit schwarzem Leder bezogene Miniatur des Johnson Wax Chairs konnte ich vor einigen Wochen meiner Sammlung hinzufügen. Eine Miniatur des von Frank Lloyd Wright im Jahr 1939 entworfenen Stuhls mit rotem Stoffbezug wird seit 1998 vom Vitra Design Museum hergestellt und vertrieben.

Meinen Recherchen zufolge handelt es sich bei dieser mit schwarzem Leder bezogenen Miniatur entweder um eine Miniatur die vom Vitra Design Museum für einen Kunden in Kleinserie angefertigt wurde oder eine Einzelanfertigung. Bei Vitra gibt es keine Aufzeichnungen über die Miniatur, so daß eine Zuordnung nicht eindeutig möglich ist.

Maße der Miniatur: 90 x 102 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur stimmt in Konstruktion und Ausführung mit der vom Vitra Design Museum produzierten roten Miniatur überein.

Der Sitz und das Rückenkissen sind jedoch mit scharzem Leder bezogen und die Armauflagen aus Kirschbaumholz sind etwas dunkler gebeizt.

  

  

Marcel Breuer

Sonntag, 08. Oktober 2017

Miniatur „Isokon Dining Chair“

Während seines Englandaufenthaltes in den Jahren 1935 und 1936 entwarf Marcel Breuer eine Reihe von Schichtholzmöbeln für die gerade gegründete Isokon Furniture Company in London. Isokon hatte sich auf die Herstellung moderner Möbel aus Sperrholz spezialisiert und produzierte die von Marcel Breuer entworfenen Möbel, zu denen auch der hier abgebildete Dining Chair gehörte. Noch heute werden von Isokon einige Entwürfe Marcel Breuers produziert und angeboten.

Die Miniatur des Isokon Dining Chairs habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 69 x 90 mm, 125 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das zur Anfertigung der Miniatur erforderliche Plattenmaterial habe ich aus drei bzw. fünf Lagen 0,6 mm starkem Birkenfurnier kreuzweise verleimt. Um die formverleimten Elemente anfertigen zu können, habe ich entsprechende Formen aus MDF-Platten herausgeschnitten und die Formteile unter starkem Druck darin verpresst.

Die zugeschnittenen Einzelteile für das Untergestell, die formverleimten Elemente für Sitz und Rücken, sowie verschiedene Montageschritte bis hin zur fertigen Miniatur, zeigen die folgenden Bilder.

  

  

 

Gerrit T. Rietveld

Sonntag, 27. August 2017

Miniatur „Zig-Zag-Stuhl aus gebogenem Holz“

In den 1930er Jahren entwarf Gerrit Rietveld mehrere Varianten des Zig-Zag-Stuhls. In einer Reihe von Experimenten mit verschiedenen Materialien und Materialkombinationen entstand auch ein Zig-Zag-Stuhl aus gebogenem und lackiertem Holz. Der in der Ausstellung „Gerrit Rietveld – Die Revolution des Raums“ des Vitra Design Museums gezeigte Stuhl ist Vorbild für die von mir angefertigte Miniatur.

Da in der  Literatur keine Maße dieses Stuhles angegeben werden, habe ich für meine maßstäblichen Skizzen weitgehend die Maße der Zig-Zag-Miniatur des Vitra Design Museums übernommen. Auch die im Katalog abgebildete Zeichnung der Seitenansicht verhalf mir zu einem originalgetreuen Entwurf.

Maße der Miniatur: 56 x 70 mm, 123 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die folgenden Bilder zeigen Arbeitsschritte von der Skizze bis zur Fertigstellung:

Einige Skizzen, immer wieder mit kleinen Maßkorrekturen waren erforderlich, um zu einem authentischen Ergebnis zu kommen. Aus drei miteinander verleimten MDF-Platten habe ich eine Form geschnitten und darin sieben Lagen Buchenfurnier kreuzweise und unter Druck verleimt.

Die engen Radien machten mir beim Biegen der Furnierschichten doch sehr zu schaffen. Vier Versuche waren erforderlich um eine saubere und einwandfreie Verleimung der Miniatur zu erzielen.  Schließlich war ich nach dem Lösen des letzten Versuchs aus der Form und dem Zuschnitt auf der Bandsäge mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nach gründlichem Schleifen der Oberfläche habe ich die Miniatur in einem Lackierbetrieb grünbeige (RAL 1000) beschichten lassen und abschließend braune Filzgleiter angebracht.

Das wirklich gelungene Ergebnis zeigen die folgenden Bilder.

Gerrit T. Rietveld

Sonntag, 16. Juli 2017

Miniatur „End Table“

Diesen kleinen Beistelltisch entwarf Gerrit Rietveld im Jahr 1923. Die leichte und offene Form des Tisches wird durch die Verwendung nur weniger Elemente in quadratischer, rechteckiger und runder Form zusätzlich unterstrichen. Zwei unterschiedlich große rechteckige Platten verbinden die quadratische Tischplatte und die runde Bodenplatte miteinander. Die Lackierung in Primär- und unbunten Farben entspricht den Gestaltungsprinzipien der niederländischen De Stijl  Bewegung, der Gerrit Rietveld angehörte.

Die Miniatur des End Tables ist eine Anfertigung des Sammlers und Tischlermeisters Halil Hinz. Nicht nur das Sammeln ist seine Leidenschaft, sondern auch das Anfertigen verschiedener Rietveld Entwürfe im Maßstab 1:6. Und das mit einer Präzision, die manche Sammlerherzen höher schlagen lassen. In seinem Blog MiniaturStuhlDesign zeigt er seine Anfertigungen und informiert sehr ausführlich über jede Miniatur.

Und nun zur Miniatur des End Tables:

Maße der Miniatur: 83 x 83 mm, 100 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Der End Table im Maßstab 1:6 ist eine sehr genau Nachbildung des großen Originals. Das „Tischbein“ der Miniatur besteht aus zwei unterschiedlich großen, 3 mm starken Birke-Multiplex-Platten, einem 2 mm starken quadratischen Tischblatt und einer 3 mm starken, runden Fußplatte. Auch diese Platten bestehen aus Birke-Multiplex. Die knapp 3 x 3 mm starke Stützleiste ist aus massivem Birkenholz angefertigt. Die Elemente sind schwarz, rot, weiß, blau und gelb lackiert und werden durch die Kantenlackierung in Kontrastfarben besonders hervorgehoben.

Eine Besonderheit ist die Verbindung der rechteckigen Platten zum Tischblatt und zur Fußplatte. Hier hat Halil Hinz die Verbindung mit Fingerzapfen vorgenommen, wie es bei einigen Originalen gemacht wurde. Die mehrfache Verzahnung in diesem kleinen Maßstab erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch die Einhaltung von Maßen im Zehntel-Millimeter-Bereich.

Auch das Holzkistchen, in dem die Miniatur aufbewahrt wird, ist mit viel Liebe hergestellt. Die Seiten sind mit dem Ober- und Unterboden sauber auf Gehrung verleimt und nehmen vorne den Schieber auf, mit dem das Kistchen verschlossen wird. Eine kleine Griffleiste am oberen Ende des Schiebers läuft sauber in den zurückspringenden Oberboden ein und ermöglicht ein leichtes Öffnen und Schließen.

Ein Aufdruck auf der Oberseite des Kistchens sorgt für ein schnelles Auffinden einer bestimmten Miniatur und gibt einen Hinweis auf die limitierte Auflage.

Le Corbusier, P. Jeanneret, C. Perriand

Sonntag, 23. April 2017

Miniatur  “Chaise longue à réglage continu”


Auszug aus der Preisliste des Vitra Design Museums von 1992

Die Miniatur der von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entworfenen Liege “Chaise longue à réglage continu” sollte ursprünglich zu den ersten vom Vitra Design Museum aufgelegten Miniaturen gehören. Dem Vorhaben,  Originale aus der Sammlung des Museums hochwertig zu miniaturisieren, konnte die Corbusier-Stiftung in Paris wohl gedanklich nicht so richtig folgen. Deshalb entschied man damals, für „Puppenhausmöbel“ keine Lizenz zu vergeben. Bevor jedoch die bereits angelaufene Produktion und der Vertrieb der Miniatur gestoppt werden konnte, gingen einige Exemplare an Sammler, die sich heute glücklich schätzen können, diese kleine Rarität zu besitzen. Zu diesen Sammlern gehört auch Michele Brown aus den USA, die mir die folgenden Bilder zur Verfügung stellte.

Michele Brown zeigt auch die Bilder Ihrer sehr umfangreichen  Sammlung im Internetportal Flickr.

Im Jahr 1996 erhielt das Vitra Design Museum die Lizenz zur Produktion der Miniatur in schwarzer Lederausführung. Sie wurde bis 2014 sehr erfolgreich produziert und vertrieben.

  


Alle Fotos: Michele Brown

Charlotte Perriand

Sonntag, 09. April 2017

Miniatur „Lounge Chair / Bamboo Chair“


Foto: Thomas Bieber

Den Bamboo Chair – in einigen Veröffentlichungen auch als Lounge Chair bezeichnet – entwarf Charlotte Perriand 1941 während eines langjährigen Japanaufenthalts für eine Ausstellung im Takashimaya Kaufhaus in Tokyo. Das Gestell des oben abgebildeten Sessels ist in Eiche ausgeführt. Die 14 verformten Holzstreifen aus Bambusholz bilden die Sitz- und Rückenfläche und sind an den Querverbindungen und einer unter dem Sitz befindlichen Strebe befestigt. Beschläge aus Bronze sind im Bereich der Rückenlehne und der vorderen Traversen angebracht.

Einen Originalsessel entdeckte  Thomas Bieber aus Würzburg im Schaufenster des Antiquitätengeschäfts Markus in der Nürnberger Innenstadt. Schon seit einigen Jahren teilen wir unsere Vorliebe für ausgefallenes Design, Möbel aus Holz und natürlich Miniaturen historischer und zeitgenössischer Stuhlentwürfe. Thomas Bieber schickte mir das Bild mit dem Hinweis, diesen Sessel doch als Miniatur für meine Sammlung anzufertigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht mit dem Biegen und Verformen ganzer Holzgestelle beschäftigt. Da mir einfach der Mut fehlte, verschwand das Bild erst mal ganz tief in meinem Bildarchiv.

Nachdem ich die ersten Versuche mit dem Verformen von Holz erfolgreich durchgeführt hatte, wagte ich mich dann an die Anfertigung der Miniatur des Bamboo Chairs. Das Ergebnis zeigen die beiden folgenden Bilder.

Das Gestell habe ich aus mehreren Lagen Eichenfurnier verleimt und verformt; meine Versuche, die Holzstreifen aus Bambusholz herzustellen, waren leider nicht erfolgreich. Nach dem Verleimen und Biegen von zwei Lagen Bambusfurnier in einer Breite von 3 mm, brachen die unter Spannung stehenden Leisten im Bereich der Außenradien und bildeten regelrechte kleine „Pfeilspitzen“. Auch durch gründliches Schleifen erzielte ich keine glatte Oberfläche. Deshalb entschied ich mich, die Holzstreifen aus 1 x 3 mm starken Eichenleisten zu biegen. Nach Befestigung der Holzstreifen durch kleine Messingstifte habe ich die schon vorher gebeizte Oberfläche mit Klarlack lackiert.

Maße der Miniatur: 100 x 113 mm, 116 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Auf die Beschläge aus Bronze habe ich verzichtet, da sich die Beschaffung des Materials in der geringen Stärke und Mindermenge als problematisch herausstellte. Da Charlotte Perriand offensichtlich den Sessel auch ohne die Bronzebeschläge herstellen lies, sehe ich meine kleine Abweichung vom oben gezeigten Original als erlaubt an.

Die folgenden Bilder zeigen einige Schritte meiner Anfertigung: Zum Biegen und Verformen der Seitengestelle und der Streifen für Sitz und Rücken habe ich Formen aus MDF-Platten und Sperrholz geschnitten. Die Form für die Seitengestelle habe ich so breit gewählt, daß ich die Elemente für beide Seiten daraus schneiden konnte. So ist gewährleistet, daß beide Seitengestelle die gleiche Spannung haben und die Miniatur fest steht. Die schmalen Streifen für Sitz und Rücken habe ich einige Zeit in heißem Wasser „weich gekocht“ und konnte sie dann leicht vorgebogen in die Formen einlegen und verspannen.

  

  

Um die hintere und obere Querstreben passgenau einzuleimen, habe ich mir ein Hilfswerkzeug gebaut, welches für eine Rechtwinkligkeit und einen festen Stand der Miniatur sorgte. Die 14 verformten Holzstreifen habe ich dann an den Traversen und der Strebe unter dem Sitz befestigt und abschließend in die Nut der oberen Querstrebe eingeleimt. Einige Zwischenschritte wie das Beizen der Einzelelemente, das Einschlagen kleiner Messingstifte und verschiedene Teilmontagen waren natürlich erforderlich, um die Miniatur fertigzustellen.

Mart Stam

Sonntag, 06. November 2016

Miniatur „S 43“

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Nach dem experimentellen Gasrohrstuhl von 1926 und dem nicht federnden Kragstuhl W 1 von 1927 entwarf Mart Stam 1931 seinen ersten freischwingenden Stuhl aus Stahlrohr. Abweichend von den bisher verwendeten 20 mm starken Rundrohren und den sehr kleinen Radien konstruierte Mart Stam den Stuhl S 43 aus 25 mm starkem Material und erreichte so, auch durch das kalte Biegen des Stahlrohrs, die gewünschte Elastizität.

Der schon im Thonet Verkaufskatalog von 1933 unter der Bezeichnung B 43 aufgeführte Stuhl wird noch heute von Thonet hergestellt. Die Miniatur dieses Stuhls wurde 1994 in feinster Handarbeit von Thonet produziert.

Maße der Miniatur: 92 x 105 mm, 165 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:5

Das Gestell der Miniatur ist aus 5 mm starkem Eisendraht gebogen und verchromt. Die Sitz- und Rückenelemente sind aus drei Lagen Buchenfurnier dreidimensional verleimt, klar lackiert und mit Blindnieten am Gestell befestigt.

Zur Miniatur gehört eine undbedruckte Faltschachtel aus Karton und ein kleiner Papieranhänger mit Informationen zur Miniatur.

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Marcel Breuer

Sonntag, 30. Oktober 2016

Miniatur „Stuhl für Bryn Mawr College“

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Diesen stapelbaren Stuhl entwarf Marcel Breuer für das Bryn Mawr College, eine Privathochschule in Bryn Mawr, Pennsylvania/USA. Der Stuhl aus Birkenschichtholz mit einem Jutegeflecht, war Teil eines Einrichtungsprogramms, welches Marcel Breuer 1937 für die Privathochschule entwarf. Realisiert wurde der Stuhl jedoch mit einem Sitz und Rücken aus verformtem Sperrholz. Nach dem Vorbild des geflochtenen Stuhls habe ich die Miniatur für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 76 x 80 mm, 140 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Seitenteile der Miniatur bestehen aus fünffach verleimtem Birkensperrholz und sind durch 15 Buchenrundhölzer in zwei Längen miteinander verbunden. Die Rundhölzer bilden Sitz- und Rückenfläche und sind mit jutefarbiger Kordel umflochten. Alle sichtbaren Holzflächen sind klar lackiert.

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Die folgenden Abbildungen zeigen einige Produktionsschritte aus meiner „Miniaturenwerkstatt“.

Die Sperrholzplatten für die Miniatur habe ich aus fünf Lagen 0,6 mm starkem Birkenfurnier verleimt. Da die Seiten des Stuhls aus je zwei frei geformten Elementen bestehen, habe ich die Konstruktionszeichnung Marcel Breuers auf den Maßstab 1:6 kopiert und als Schnittmusterbogen verwendet.  Durch Aufkleben der ausgeschnittenen Bögen auf meine vorbereiteten Sperrholzplatten, konnte ich die Konturen ausschneiden und die Rundungen durch gründliches Schleifen herstellen.

Ich habe die Sperrholzplatten so vorbereitet, daß das Furnier beim Vorderfuß diagonal und beim Hinterfuß horizontal verläuft. Auch konnte ich die Bohrungen für die Rundhölzer übernehmen und erreichte so eine Übereinstimmung zum goßen Vorbild. Die Verbindung der Seiten erfolgte durch 15 Buchenrundhölzer mit einem Durchmesser von drei Millimeter, in zwei unterschiedlichen Längen.

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Nach dem Verleimen aller Teile habe ich die Oberfläche mit Klarlack lackiert und so für das Flechten vorbereitet.

Da das Geflecht des Originalstuhls aus Jute besteht, habe ich einen ersten Flechtversuch mit Jutegarn unternommen. Die vielen kleinen Fasern ließen aber die Oberfläche sehr flauschig aussehen. Auch ein weiterer Versuch mit starkem jutefarbigem Nähgarn fiel zu seidig aus.

Schließlich habe ich einfache Paketkordel verwendet, da die erreichte Oberfläche dem Originalstuhl am nächsten kam. Ich habe knapp 11 Meter Kordel für den Sitz und vier Meter für den Rücken verarbeitet.

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Gerrit T. Rietveld

Sonntag, 16. Oktober 2016

Miniatur „Zig-Zag-Stuhl“

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Gerrit Rietvelds Zig-Zag Stuhl entand im Jahr 1934. Vorbilder für diesen Stuhlentwurf waren vermutlich der 1926 von Mart Stam entworfene hinterbeinlose Stahlrohrstuhl und der von Heinz und Bodo Rasch im Jahr 1927 entworfene Sitzgeiststuhl.

Bereits 1927 versuchte Gerrit Rietveld einen stabilen, aus durchgängigem Sperrholz bestehenden Stuhl herzustellen. Wegen fehlender Stabilität unternahm er in den folgenden Jahren Versuche, Sperrholzplatten durch Eisenbänder oder Stahlrohre miteinander zu verbinden. Schließlich führte die Verbindung der spitzen Winkel durch eingeleimte und verschraubte Holzkeile, sowie eine Verzinkung von Sitz und Rücken zum Erfolg.

Unverändert in seiner Form wird der Zig-Zag Stuhl heute vom italienischen Möbelhersteller Cassina hergestellt. Die Miniatur dieses Entwurfs stellt das Vitra Design Museum seit 1992 her.

Maße der Miniatur: 60 x 75 mm, 122 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Artikelnummer der Miniatur: 20207101

Die Miniatur ist nach einem von Gerard van de Groenekan in den 1930er Jahren hergestellten Original angefertigt worden. Wie beim großen Original sind in die spitzen Winkel der Holzplatten durchgehende Holzkeile eingeleimt und zusätzlich mit Schrauben stabilisiert. Die Sitz- und Rückenfläche ist verzinkt miteinander verbunden und durch je zwei Schrauben und Schraubbolzen verspannt.

Wie zu jeder Vitra Miniatur gehört ein Holzkistchen und eine Informationsbroschüre dazu.

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