Archiv für die Kategorie ‘1919 – 1944’

Marcel Breuer

Sonntag, 13. Januar 2019

Miniatur „Long-Chair“

Marcel Breuer verbrachte die Jahre 1936 und 1937 in England und entwarf für Jack Pritchards Londoner Unternehmen Isokon Furniture Company verschiedene Möbel aus Sperrholz. Sein erster Entwurf war 1936 der Long-Chair, dessen Sitzschale aus verformtem Sperrholz besteht, dagegen die federnden Seitenteile aus Schichtholz angefertigt wurden. Breuer experimentierte in dieser Zeit mit gebogenem und geformtem Sperrholz und entwarf für Isokon weitere Möbel wie z.B. den Short-Chair, (dieser ist eine verkürzte Version des Long-Chairs) verschiedene Tische und Stühle.

Die Miniatur des Long-Chairs ist wieder eine Anfertigung von Halil Hinz, die, wenn ich sie für das Foto nicht auf Bücher gestellt hätte, vom großen Original nicht zu unterscheiden ist. In der Ausstellung Schichten… wurde neben der Miniatur auch ein Originalstuhl aus der Löffler Collection gezeigt und es war schon beeindruckend, wie genau sich Halil Hinz bei der Anfertigung seiner Miniatur an den Originalentwurf gehalten hat.

Maße der Miniatur: 112 x 238 mm, 144 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die zweiteiligen Seitengestelle der Miniatur hat Halil Hinz aus 7 Lagen Birkenfurnier verformt und verleimt. Zur Aufnahme der Sitzschale und der unter dem Sitz befindlichen Quertraverse, beide sind aus 3 Lagen Birkenfurnier verleimt, wurden die Seitenteile an den dafür vorgesehenen Stellen verdeckt geschlitzt. Um diese Verbindung herzustellen, erhielten die Sitzschale und die Traverse seitliche Verlängerungen, die als „Zapfen“ in die Schlitzung eingeführt und fest verleimt wurden.

Die Oberfläche der Miniatur ist leicht gebeizt und seidenmatt lackiert.                                                                                                

 

Gerald Summers

Sonntag, 16. Dezember 2018

Miniatur „Bent Plywood Armchair“

Den aus einem durchgängigen Stück Sperrholz gebogenen Bent Plywood Armchair entwarf Gerald Summers im Jahr 1934. In mehreren Lagen hochfestem Flugzeugsperrholz trennte Summers mit nur wenigen Schnitten die Armlehnen und die hinteren Beine von der Sitz- und Rückenfläche und bog und verleimte die so entstandenen Flächen in einer Form in unterschiedliche Richtungen. Bis zur kriegsbedingten Schließung seines Unternehmens ‚Makers of Simple Furniture‘ im Jahr 1940 produzierte Summers nur etwa 120 Stück dieses Sessels.

Als ich unserem Sammlerfreund und Miniaturenbauer Halil Hinz über die Ausstellung „Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne“ in Neuwied berichtete , erzählte er mir von einer Summers-Miniatur, die er einige Wochen zuvor als Prototyp (Bild oben) bereits angefertigt hatte. Zur Eröffnung der Ausstellung brachte er diese Miniatur und auch die Miniatur von Marcel Breuers Long-Chair mit (darüber berichte ich später) und stellte sie dem Direktor des Museums, Bernd Willscheid und dem Kurator der Ausstellung, Wolfgang Thillmann vor. Beide Miniaturen aus Schicht- und Sperrholz fanden große Anerkennung und wurden nachträglich in die Ausstellung aufgenommen und in einer Einzelvitrine ausgestellt.

Inzwischen hat Halil Hinz weitere Miniaturen von Summers bemerkenswertem Sessel angefertigt, deren Birkenholzoberfläche er teilweise beizt oder nur klar lackiert.

Maße der Miniatur: 104 x 144 mm, 112 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die folgenden Bilder zeigen einige Miniaturen aus der Miniaturenwerkstatt von Halil Hinz und auf dem oberen Bild links unten die mehrteilige Form, in der die Birkenfurniere für den Bent Plywood Armchair verleimt und verformt werden. Bis zur endgültigen Fertigstellung sind noch einige Arbeitsschritte wie z.B. die Höhenkürzung, aufwendige Schleifarbeiten und die Lackbeschichtung erforderlich.

Wenn Freunde meines Blogs Fragen zu den Miniaturen haben, schreiben Sie einfach an Halil Hinz. (joi738@aol.com) Gerne gibt er die gewünschten Informationen.


Fotos (2): Halil Hinz

Gerald Summers

Sonntag, 02. Dezember 2018

Miniatur „Cut Ply Chair (CPC)“

Der Cut Ply Chair, auch kurz CPC genannt, ist ein Entwurf des Designers Gerald Summers aus dem Jahr 1934.

Eine Besonderheit ist der geringe Materialeinsatz, denn der Stuhl besteht nur aus einem zum Halbkreis geformten Mantel aus Birkensperrholz und dem gepolsterten Sitzelement. Die für den Mantel verwendete Sperrholzplatte ist ca. 112 x 66 cm groß und mit zwei spiegelbildlich angeordneten Ausschnitten versehen. Die horizontalen, etwas gekürzten Mittelstege sind unter den Sitz gebogen und durch zwei  Schrauben miteinander verbunden. Sie tragen neben der drei am Mantel befestigten Holzwinkel die Last des Sitzes. Um eine leichte Neigung der oberen Rückenlehne zu erreichen, ist die senkrechte Mittelstrebe mit Spannung nach vorne am Sitz befestigt. Zur Befestigung der Holzwinkel, hat Gerald Summers Sechskantschrauben aus Messing mit den entsprechenden Gegenmuttern verwendet und diese wohl bewusst sichtbar gelassen.

Von Summers‘ Cut Ply Chair habe ich für meine Sammlung eine Miniatur angefertigt.

Maße der Miniatur: 71 x 73 mm, 110 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Für den Sperrholzmantel der Miniatur habe ich drei Lagen Birkenfurnier kreuzweise miteinander verleimt und die äußeren und inneren Konturen entsprechend einer vorher angefertigten Papierschablone ausgeschnitten. Den zweiteiligen Sitz, bestehend aus dem mit dem Mantel befestigten Sitzträger und dem etwas größeren Oberteil mit einem umlaufenden Polsterrahmen, habe ich mit Schaumstoff leicht gepolstert und mit Stoff bezogen.

Die folgenden Bilder zeigen einige Arbeitsschritte meiner Anfertigung: Nach im Internet gefundenen Fotos und der dort angegebenen Maße habe ich eine Papierschablone hergestellt und diese an einer zuvor ausgeschnittenen Holzplatte – in Größe des späteren Sitzes – befestigt. Nach einigen Korrekturen habe ich den Sperrholzmantel entsprechend der Schablone zugeschnitten, alle Kanten sauber geschliffen und in noch nicht gebogenem Zustand seidenmatt lackiert.

  

Mit 1,6 mm starken Sechskantschrauben aus Messing habe ich die vorher angefertigten Holzwinkel am Sperrholzmantel und später auch am Sitz befestigt.

Das Sitzelement besteht aus drei unterschiedlich starken Sperrholzplatten: Der Trägerplatte, die nach Anbringen der Holzwinkel den Stuhl „in Form“ hält und der eigentlichen Sitzplatte mit einem umlaufenden Polsterrahmen. Ausgeschnitten habe ich alles auf der Bandsäge und anschließend wie bereits erwähnt, mit Schaumstoff leicht gepolstert und bezogen.

  

  

  

Durch das Biegen der horizontalen Mittelstege formt sich der Mantel im vorderen Bereich schon leicht nach innen. Deshalb habe ich genau wie beim großen Original die Seiten des Polsterrahmens angepasst und den Sitz so ohne seitlichen Druck einbauen können.

Gerald Summers

Sonntag, 23. September 2018

Miniatur „High Back Chair“

Der von dem Briten Gerald Summers im Jahr 1934 entworfene High Back Chair ist einer von etwa einhundert Möbelentwürfen, die in den Jahren von 1931 bis 1940 in dem von Summers gegründetem Unternehmen Makers of Simple Furniture Ltd. hergestellt  wurden. Mit seinen sehr eigenständigen Möbelentwürfen aus Sperrholz war Summers in den 1930er Jahren der wohl innovativste Designer der britischen Moderne.

Der High Back Chair besteht aus zwei identisch zugeschnittenen Seitenteilen, einer quer verlaufenden vorderen Zarge und einer fest eingebauten Trägerplatte zur Aufnahme des Sitzpolsters. Der umhüllende Sperrholzmantel mit dem hoch ausgeschnittenen Rückenteil und ein aufgeschraubtes, mit Stoff bezogenes Sitzpolster, komplettierten diesen wunderschönen Stuhlentwurf.

Der in der Ausstellung „Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne“  im Röntgen Museum Neuweid gezeigte High Back Chair war Vorbild für die von mir angefertigte Miniatur.

Maße der Miniatur: 72 x 69 mm, 171 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Sperrholz für die Miniatur habe ich aus 0,6 mm starkem Birkenfurnier in zwei unterschiedlichen Stärken wieder selber hergestellt. Für Seiten, Zarge und Sitz habe ich fünf Lagen Furnier kreuzweise verleimt, dagegen besteht der dünnere Sperrholzmantel aus nur drei Lagen Furnier.

Das im Buch zur Ausstellung abgebildete Schnittmuster des Sperrholzmantels war sehr hilfreich beim Zuschneiden aller Einzelteile. Auch die angegebenen Maße gaben mir große Sicherheit, die Miniatur maßstabsgetreu anzufertigen. Eine große Herausforderung war die Schwalbenschwanzverbindung, welche die Seiten mit der vorderen Zarge verbinden. Aber auch das ist gelungen und gibt der gesamten Konstruktion eine große Stabilität. Das Sitzpolster, mit einem leicht gestreiften Stoffbezug und die seidenmatte Lackierung der Holzteile tragen dazu bei, daß die Miniatur vom Original kaum zu unterscheiden ist:-)

Die folgenden drei Bilder zeigen die bereits verleimte Innenkonstruktion mit und ohne Sperrholzmantel.

Walter Gropius

Sonntag, 22. April 2018

Miniatur „Armlehnstuhl D51“


Armlehnstuhl Modell D51 im Einrichtungshaus Biermann, Hagen,
Maßstab 1:1


Miniatur des Armlehnstuhls Modell D51,
Maßstab 1:6


Vestibül im Fagus-Werk

Mit diesem von Walter Gropius entworfenem Armlehnstuhl – damals jedoch noch ohne Sitz- und Rückenpolster  – wurde 1922/23 das Vestibül des Fagus-Werkes in Alfeld/Leine eingerichtet. Zur Einrichtung gehörten auch eine Bank und ein Tisch, die ursprünglich in naturfarbiger und gebeizter Eiche ausgeführt waren. Später wurde die Einrichtung im Fagus-Werk weiß lackiert, wie es auf dem historischen Foto zu sehen ist. Heute wird der Sessel und die dazu passende Bank von TECTA Bruchhäuser & Drescher KG in Lauenförde in massiver Esche hergestellt.

Vorbild für die von mir angefertigte Miniatur war ein TECTA-Armlehnstuhl, den ich im Einrichtungshaus Biermann in Hagen fotografieren und vermessen konnte. Ich danke Herrn Biermann, daß er mir die Möglichkeit gegeben hat. Für die Überlassung des historischen Fotos und der Entwurfs-Abbildung aus dem Buch „WALTER GROPIUS und das Faguswerk“ danke ich Frau Daniela Drescher und Herrn Axel Bruchhäuser.

Hier sind nun einige Informationen zur Miniatur:

Maße der Miniatur: 100 x 93 mm, 132 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur habe ich aus schichtverleimtem und massivem Eschenholz hergestellt. Das Sperrholz für die Sitzplatte und den Rücken habe ich aus drei, bzw. fünf Lagen 0,6 mm starkem Eschenfurnier kreuzweise verleimt. Die Leisten für das Gestell und den Sitzrahmen haben einen Querschnitt von 7 x 7 mm, sind teilweise zur Aufnahme der Rückenlehnenplatte ausgefräst, auf Gehrung verleimt und entsprechend dem großen Vorbild an den Ecken gerundet.

  

  

Nach einer Probemontage habe ich alle Oberflächen gründlich geschliffen, schwarz gebeizt, seidenmatt lackiert und verleimt. Die Polsterelemente sind mit einem anthrazit-weiß gestreiften Stoff bezogen und fest mit dem Stuhl verbunden.

  

Frankfurter Küchenstuhl

Sonntag, 25. März 2018

Miniatur „Frankfurter Küchenstuhl“

In den Jahren von 1925 bis 1930 entstand unter Leitung des Architekten Ernst May das Wohnbau- und Stadtplanungsprogramm Neues Frankfurt. Im Rahmen dieses Projekts entwarf die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 die Frankfurter Küche, den Urtyp der modernen Einbauküche.

Und dann ist da noch der Frankfurter Stuhl oder Frankfurter Küchenstuhl!!

Stoelcker, Hersteller des sogenannten Frankfurter Stuhls schreibt dazu: “ Im Jahre 1926 wurde von Bauhausarchitekten ein neuer Küchentyp entworfen, die Frankfurter Küche. Der Küchenarbeitsplatz wurde erstmals nach ergonomischen und praktischen Erwägungen gestaltet. Und in diesen Küchen stand auch dieser Stuhl.“

Historische Aufnahmen der Frankfurter Küche zeigen jedoch als Sitzmöbel einen Drehhocker, mit oder ohne Rückenlehne. In einem historischen Film über die Frankfurter Küche ist auf einer Texttafel zu lesen: „Der Drehstuhl, den sich jede Frau beliebig hoch einstellen kann, gewährt die Möglichkeit, die meisten Arbeiten in der Küche sitzend vornehmen zu können.“

Immer mit dem Gedanken, nicht ausreichend Material zum Frankfurter Stuhl und eine Verbindung zum Bauhaus zu haben, bat ich meinen Sammlerfreund Benedikt Georgi um eine Auskunft. Benedikt Georgi besitzt nicht nur eine sehr umfangreiche Miniaturensammlung und das Wissen zu jedem Stuhlentwurf, sondern ist auch ambitionierter Bauhausexperte mit einer sehr umfangreichen Bibliothek, in der es zum Frankfurter Stuhl Informationen hätte geben müssen. Hier nun seine Antwort:

„Auch Ich habe noch weiter bezüglich des Frankfurter Stuhls recherchiert. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass er weder mit der Frankfurter Küche noch mit dem Bauhaus zu tun hat. Es scheint ein anonymer Werksentwurf zu sein, der insbesondere in den fünfziger Jahren verschiedentlich kopiert bzw. leicht verändert produziert wurde und zum Inbegriff eines Stuhls wurde. Da die Frankfurter Küche als Ursprung aller Einbauküchen gilt, haben findige Marketingleute den Stuhl dann irgendwann als Frankfurter Stuhl vermarktet.“

Dessen ungeachtet habe ich mich mit dem Frankfurter Stuhl weiter beschäftigt und ihn als Miniatur für meine Sammlung angefertigt.

Maße der Miniatur: 66 x 71 mm, 135 mm hoch.

Maßstab der Miniatur:1:6

Die Miniatur habe ich aus massivem und teilweise schichtverleimtem Buchenholz angefertigt. Reduziert, so wie der heute noch von Stoelcker hergestellte Stuhl, besteht  auch meine Miniatur aus zwei geraden Vorderbeinen, zwei leicht geschwungenen Hinterbeinen, einem formverleimtem Sitz mit gerundeter Vorderzarge und einer leichten Sitzmulde sowie der gebogenen Rückenlehne.

Die folgenden Abbildungen zeigen einige Schritte meiner Anfertigung.

  

Um die Mulde in die Sperrholzplatte des Sitzes einzuprägen, habe ich aus dünnen Tischlerplatten zwei Schablonen geschnitten. Einen Zuschnitt habe ich in der Größe der Sitzmulde rund ausgeschnitten und das Gegenstück mit drei runden Furnierplättchen in unterschiedlichen Größen aufgefüttert. Um scharfe Kanten durch den Druck beim Verleimen der Sitzplatte zu vermeiden, habe ich Ausschnitt und Plättchen mit Schaumstoff aufgefüttert.

  

  

Den Sitzrahmen habe ich aus mehreren Lagen Buchenfurnier formverleimt und später mit der gefrästen und geschlitzten Vorderzarge und der Sitzplatte verbunden. Die mit einem Zapfen versehenen Vorderbeine und die später ausgeklinkten Hinterbeine geben der Miniatur nach dem Verleimen seine Stabilität.

Die Abbildungen oben und unten zeigen die Miniatur vor dem Verleimen, einfach nur probeweise zusammengesteckt.

  

Gerrit T. Rietveld

Sonntag, 11. März 2018

Miniatur „Stick Chair“


Foto: Halil Hinz

Den Stuhl aus Rundholz und gebogenem Sperrholz entwarf Gerrit Rietveld im Jahr 1924.

„Im Tragsystem dem »Rot-blauen« sehr ähnlich, unterscheidet sich dieser Stuhl durch die Verwendung des Rundholzes mit abgerundeten Enden und durch die nach anatomischen Bedingungen geformte Sitzfläche und Rückenlehne; verglichen mit dem berühmten Modell sind diese weniger geneigt und gestattet deshalb eine aufrechte Haltung. Der Stuhl wurde für das Schröder-Haus entworfen.“
Quelle: Ursprung des modernen Möbels – das Werk Rietvelds

Die Miniatur des Stuhles ist eine Anfertigung von Halil Hinz, der sich seit Jahren sehr intensiv mit den Entwürfen Gerrit Rietvelds auseinandersetzt.

Maße der Miniatur: 108 x 108 mm, 160 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Zur Herstellung der Miniatur(en) verwendete Halil Hinz 5 mm starke Rundhölzer und verleimte für die geschwungenen Sitz- und Rückenflächen drei Lagen 0,6 mm starkes Buchenfurnier in entsprechend vorbereiteten Formen. Die Miniaturen lackierte er rot und schwarz.

Eine Besonderheit ist die Schraubverbindung der Sperrholzplatten zum Gestell. Die kleinen Linsenkopfschrauben stellten noch kein Beschaffungsproblem dar; die gab es beim Lieferanten für Modellbauschrauben. Nicht zu beschaffen waren die miniaturisierten Vierkantmuttern. Deshalb fertigte Halil Hinz die Muttern selber an. Von einem massiven Vierkantstab aus Messing schnitt er Scheiben in der benötigten Stärke von ca. einem Millimeter ab, fixierte sie in einer vorbereitete Form um einen festen Halt für die weitere Bearbeitung zu bekommen. Das Bohren eines Loches, exakt ins Zentrum dieses kleinen Plättchens und das anschließende Schneiden eines Gewindes, in der Stärke passend zur Schraube, gelang Halil Hinz sehr gut und führte zum Erfolg. Und das machte er 16 mal für jede gebaute Miniatur!!

Wie immer, gehört zu jeder Miniatur aus der „Hinz Mini Manufaktur“ ein passendes, sehr wertig hergestelltes Holzkistchen.

Fred Forbat

Sonntag, 19. November 2017

Miniatur „Hocker für das Haus Sommerfeld“

Ein lieber Sammlerfreund schenkte mir das Taschenbuch bauhaus chairs • vom Experiment zur Massenproduktion: 50 Stühle, Sessel und Hocker.

Schon die zweite Abbildung in diesem interessanten Buch zeigt den von Fred Forbat um 1926 entworfenen Hocker für das Wohnzimmer im Haus Sommerfeld in Berlin. Fred Forbat, ein ungarisch-deutscher Architekt, arbeitete Anfang der 1920er Jahre im Büro von Walter Gropius und in den Jahren von 1925 bis 1928 als leitender Architekt im Bauunternehmen von Adolf Sommerfeld. Während seiner Tätigkeit bei Sommerfeld entwarf er den Hocker, dessen Gestell in schwarz gebeizter und lackierter Buche ausgeführt war. Das Schwarz-Weiß-Foto im Buch lässt leider keine Rückschlüsse auf die Farbe des Sitzpolsters zu.

Für meine Sammlung habe ich den Hocker als Miniatur nachgebaut.

Maße der Miniatur: Ø 69 mm, 75 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Den Sitzrahmen, die Hockerbeine und den Unterboden der Miniatur habe ich aus massivem und teilweise formverleimtem Buchenholz hergestellt. Die Oberflächen aller Holzteile habe ich schwarz gebeizt und anschließend seidenmatt, klar lackiert.

Für den Einlegesitz habe ich eine ca. 3 mm starke, gerundete Sperrholzplatte leicht gepolstert und mit einem fein gewebten roten Stoff bezogen.

Frank Lloyd Wright

Sonntag, 22. Oktober 2017

Miniatur „Johnson Wax Chair“

Diese mit schwarzem Leder bezogene Miniatur des Johnson Wax Chairs konnte ich vor einigen Wochen meiner Sammlung hinzufügen. Eine Miniatur des von Frank Lloyd Wright im Jahr 1939 entworfenen Stuhls mit rotem Stoffbezug wird seit 1998 vom Vitra Design Museum hergestellt und vertrieben.

Meinen Recherchen zufolge handelt es sich bei dieser mit schwarzem Leder bezogenen Miniatur entweder um eine Miniatur die vom Vitra Design Museum für einen Kunden in Kleinserie angefertigt wurde oder eine Einzelanfertigung. Bei Vitra gibt es keine Aufzeichnungen über die Miniatur, so daß eine Zuordnung nicht eindeutig möglich ist.

Maße der Miniatur: 90 x 102 mm, 147 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Die Miniatur stimmt in Konstruktion und Ausführung mit der vom Vitra Design Museum produzierten roten Miniatur überein.

Der Sitz und das Rückenkissen sind jedoch mit scharzem Leder bezogen und die Armauflagen aus Kirschbaumholz sind etwas dunkler gebeizt.

  

  

Marcel Breuer

Sonntag, 08. Oktober 2017

Miniatur „Isokon Dining Chair“

Während seines Englandaufenthaltes in den Jahren 1935 und 1936 entwarf Marcel Breuer eine Reihe von Schichtholzmöbeln für die gerade gegründete Isokon Furniture Company in London. Isokon hatte sich auf die Herstellung moderner Möbel aus Sperrholz spezialisiert und produzierte die von Marcel Breuer entworfenen Möbel, zu denen auch der hier abgebildete Dining Chair gehörte. Noch heute werden von Isokon einige Entwürfe Marcel Breuers produziert und angeboten.

Die Miniatur des Isokon Dining Chairs habe ich für meine Sammlung selber angefertigt.

Maße der Miniatur: 69 x 90 mm, 125 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das zur Anfertigung der Miniatur erforderliche Plattenmaterial habe ich aus drei bzw. fünf Lagen 0,6 mm starkem Birkenfurnier kreuzweise verleimt. Um die formverleimten Elemente anfertigen zu können, habe ich entsprechende Formen aus MDF-Platten herausgeschnitten und die Formteile unter starkem Druck darin verpresst.

Die zugeschnittenen Einzelteile für das Untergestell, die formverleimten Elemente für Sitz und Rücken, sowie verschiedene Montageschritte bis hin zur fertigen Miniatur, zeigen die folgenden Bilder.