Archiv für die Kategorie ‘1900 – 1918’

Pavel Janák

Sonntag, 26. März 2017

Miniatur „Janák Chair“

Diesen Stuhl im Stil des tschechischen Kubismus entwarf der Prager Architekt Pavel Janák im Jahr 1911. Schräg angeschnittene Flächen und kristalline Formen bestimmen Janáks kubistischen Möbelentwürfe genauso wie auch seine realisierten Bauten und  Keramikobjekte. Der ursprünglich in Eiche ausgeführte Stuhlentwurf wird heute von Modernista s.r.o. in Prag in der Kombination Buche/Nussbaum in Originalgröße und als Miniatur hergestellt.

Maße der Miniatur: 67 x 74 mm, 136 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:7

Das Gestell und die dreieckige Rückenlehne der Miniatur ist aus Buchensperrholz hergestellt, der Sitzrahmen mit eingesetztem Muldensitz besteht aus Walnussholz. Die Oberfläche des Stuhls ist komplett braun gebeizt und seidenmatt lackiert.

Zur Miniatur gehört die oben abgebildete,  im kubistischen Stil gestaltete Faltschachtel aus transparentem Kunststoff mit einem kleinen Sockel aus schwarzem Karton.

Für die „Edition Vitra Design Museum“ von 1995 entwarf Alessandro Mendini drei Varianten des Janák Chairs als Re-design. Die folgende Abbildung ist ein Auszug aus dem vom Vitra Design Museum aufgelegten Faltprospekt.

Josef Hoffmann

Sonntag, 27. November 2016

Miniatur „Klavierhocker“ aus meiner Miniaturenwerkstatt

Die in der vergangenen Woche vorgestellte Miniatur des Klavierhockers von Josef Hoffmann ist eine Eigenanfertigung für meine Sammlung. Das Gestell des Hockers – sowohl beim großen Original als auch bei der Miniatur – ist aus Nadelholz hergestellt und mit Kirschbaumholz furniert.

Die folgenden Fotos zeigen verschiedene Arbeitsschritte mit kurzen Informationen.

hoffmann_klavierhocker-1

Um den Rahmen für das Einlegepolster anzufertigen, habe ich einige Lagen Kirschbaumfurnier um ein Kunststoffrohr verleimt und nach dem Aushärten des Leims auf die richtige Höhe geschnitten. Dieses Kunststoffrohr diente schon bei der Anfertigung der Miniatur des Hockers Remida als Form. Mit festem Kreppband umwickelt wurde das Rohr soweit aufgefüttert, bis der für die Miniatur richtige Durchmesser erreicht war.

hoffmann_klavierhocker-2  hoffmann_klavierhocker-3

Die quadratischen Kiefernleisten sind allseitig mit 0,6 mm starkem Kirschbaumholz furniert und für das spätere Beizen gewässert und geschliffen worden. Nach dem Zuschnitt der runden Platten konnte ich den Polsterrahmen anbringen und in die untere feststehende  Platte eine Gewindemuffe zur Aufnahme der Spindel einbauen. Um den zum Einbau verwendeteten Zweikomponenkleber abzudecken, habe ich die Flächen anschließen furniert.  Die Spindel ist eine schwarze Gewindeschraube in der Stärke von 5 mm.

hoffmann_klavierhocker-4

Der Farbton der Furnieroberfläche ist mit Beize dem Originalhocker weitgehend angepasst. Nach dem kompletten Zusammenbau erfolgte eine Beschichtung mit Schellack-Streichlack.

hoffmann_klavierhocker-5  hoffmann_klavierhocker-6

Zum Verleimen der Gestellteile kam wieder meine Montagehilfe zum Einsatz, in der ich Verbindungen sehr einfach und vor allem im rechten Winkel herstellen kann.

Die folgende Abbildung zeigt die Miniatur und die Polstersitze teilmontiert und kurz vor der Fertigstellung.

hoffmann_klavierhocker-7

hoffmann_klavierhocker-8  hoffmann_klavierhocker-9

Josef Hoffmann

Sonntag, 20. November 2016

Miniatur „Klavierhocker“

hoffmann_klavierhocker-13

Josef Hoffmann entwarf um 1908 einen höhenverstellbaren Klavierhocker, der in den Wiener Werkstätten in verschiedenen Ausführungen hergestellt wurde. Vorbild für die von mir hergestellte Miniatur war der im Kunstportal MasterArt gezeigte Hocker mit einem gepolsterten Einlegesitz. Das Gestell dieses Hockers ist aus Nadelholz und allseitig mit Kirschbaumholz furniert, dunkel gebeizt und vermutlich mit Schellack glänzend beschichtet.

Maße der Miniatur: Ø 70 mm, von 76 bis 93 mm höhenverstellbar.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der Miniatur habe ich entsprechend dem großen Vorbild aus Kiefernholz hergestellt und mit Kirschbaumholz furniert. Der mit grünem Velloursstoff bezogene Polstersitz ist in den umlaufenden Sitzrahmen eingelegt und in der Höhe um 17 mm verstellbar.

Die folgenden vier von mir angefertigten Abbildungen zeigen die Miniatur im Maßstab 1:6.

hoffmann_klavierhocker-16  hoffmann_klavierhocker-17

hoffmann_klavierhocker-18  hoffmann_klavierhocker-19

In dem Buch Josef Hoffmann · Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen ist eine Variante des Hockers abgebildet. Der drehbare und höhenvestellbare Sitz ist komplett mit Stoff bezogen und schließt mit einer umlaufenden Bordüre ab. Das Gestell dieses Hockers aus Eichenholz ist teilweise massiv und furniert, schwarz gebeizt und die Poren weiß eingerieben.

hoffmann_klavierhocker-14  hoffmann_klavierhocker-15
Foto links: Kunstportal MasterArt.com (Das Foto zeigt den Originalhocker im Maßstab 1:1)
Foto rechts: Hocker in Eiche aus dem Buch Josef Hoffmann · Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen.

Josef Hoffmann und Koloman Moser

Sonntag, 14. August 2016

Miniatur „Purkersdorfer Tisch“

Hoffmann_Purkersdorfer-Tisch-01

Die Eingangshalle des von Josef Hoffmann gebauten Sanatoriums in Purkersdorf wurde mit Sesseln und Tischen ausgestattet, die er im Jahr 1903 gemeinsam mit Koloman Moser entwarf. Die Möbel sind in der damals neu gegründeten Wiener Werkstätte angefertigt worden.

Miniaturen der Sessel und Tische wurden von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt und ich hatte das Glück, die letzte Miniatur des Tisches kaufen zu können. Leider fehlen mir die Miniaturen der Sessel.

Maße der Miniatur: 100 x 100 mm, 110 mm hoch

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Gestell der  Miniatur ist aus massiven Holzleisten im Querschnitt von 6 x 6 mm hergestellt, die sechseckige Tischplatte und der Mittelboden bestehen aus 3 mm starkem Sperrholz. Mit Ausnahme der schwarzen Gleiter sind alle Oberflächen weiß lackiert.

Hoffmann_Purkersdorfer-Tisch-02

Hoffmann_Purkersdorfer-Tisch-04
Foto: Ausschnitt aus dem Buch Wiener Werkstätte des Taschen Verlages, Teilbereich der Eingangshalle des Sanatoriums.

Frank Lloyd Wright

Sonntag, 15. Mai 2016

Miniatur „Robie House 1“

Wright-Robie-001

Frank Lloyd Wright baute in den Jahren von 1908 bis 1910 das Haus Frederick C. Robie in Chicago, Illinois und entwarf für das Speisezimmer des Hauses einen Holzstuhl mit einer extrem hohen Rückenlehne und einem gepolsterten Sitz.

Der Stuhl wird seit 1986 vom italienischen Möbelhersteller Cassina unter der Bezeichnung 601 Robie 1 hergestellt. Die Miniatur des Stuhls wurde in den Jahren von 1996 bis 2011 vom Vitra Design Museum angeboten.

Maße der Miniatur: 68 x 78 mm, 232 mm hoch.
Maßstab der Miniatur: 1:6
Artikelnummer der Miniatur: 20232101

Das Gestell der Miniatur ist aus massivem Kirschbaumholz hergestellt, leicht gebeizt und seidenmatt lackiert. Wie beim großen Original sind die Stuhlbeine unten ausgestellt und mit Metallgleitern versehen. Das leicht gepolsterte Sitzelement ist mit rotem Stoff bezogen.

Zur Miniatur gehört ein Holzkistchen und eine kleine Informationsbroschüre.

Wright-Robie-006  Wright-Robie-005

 

Josef Hoffmann

Sonntag, 10. April 2016

Miniatur „Stuhl Dr. Salzer“

Hoffmann_Stuhl-Dr.-S-03

Josef Hoffmann entwarf 1903 einen Stuhl mit hoher Rückenlehne für die Einrichtung des Hauses Dr. Salzer in Wien. Der Stuhl mit seinem trapezförmigen Sitz und dem für Hoffmann typischen Gitterwerk an den Seiten, wurde als Miniatur durch die Galerie Ambiente in Wien hergestellt und unter der Modellbezeichnung „Stuhl Dr. Salzer“ angeboten.

Maße der Miniatur: 82 x 85 mm, 216 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: 1:6

Das Holzgestell der Miniatur ist schwarz gebeizt und seidenmatt lackiert. Das Sitz- und Rückenpolster ist leicht gepolstert und mit schwarzem Leder bezogen.

Hoffmann_Stuhl-Dr.-S-01

Hoffmann_Stuhl-Dr.-S-02

Josef Hoffmann

Sonntag, 20. März 2016

Miniatur „Quadratl Tisch“

Hoffmann_Quadratl-Tisch-01

Der Quadratl Tisch ist ein Entwurf Josef Hoffmanns aus den Jahren 1903/04. Die Miniatur in meiner Sammlung ist mit einer messingbeschlagenen Bodenplatte ausgestattet und stellt einige Fragen, da ein solcher Entwurf mit Bodenplatte in meiner Literatur nicht zu finden ist. Deshalb habe ich den Thonet- und Wiener Secession-Spezialisten Wolfgang Thillmann und Dr. Sebastian Hackenschmidt, Kurator Möbel und Holzarbeiten am MAK in Wien befragt.

Herr Thillmann fand in seiner Literatur einen solchen Tisch, jedoch auch ohne die Bodenplatte und schreibt folgendes dazu:

„Es handelt sich bei dem Tisch um ein Model, welches Hoffmann ähnlich für die Wohnung Herrmann Wittgenstein entworfen hat. Ich habe eine Abbildung in: „Josef Hoffmann, Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen“, Wien 1987, Seite 77, gefunden (siehe Scan). Die Miniatur wäre dann sozusagen im Stile Hoffmann, mit Elementen, welche er bei den Entwürfen um die Zeit 1904/5 verwendet hat.

In einer weiteren Publikation finden sich Abbildungen, die ähnliche Modelle zeigen, bei allen ist jedoch die Messingplatte nicht vorhanden. Daniele Baroni/Danile D‘Auria, „Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte“ DVA Stuttgart 1984, Seite 78, auch hier ein Scan. Der Tisch links außen (Zeichnung und Abbildung) kommt ihrem Modell sicher am nächsten, wobei die Messingplatte der einzig fehlende Teil ist. Vermutlich war dies aber kein großes Problem, dies auf Wunsch des Käufers zu ergänzen. Ob die Proportionen stimmen, lässt sich bei dem doch sehr kleinen Photo nicht genau sagen.“

Weiter schreibt Herr Thillmann:

„Zweifellos handelt es sich um eine sehr schöne Miniatur und dass man nun nicht den 100% großen Bruder der kleinen Miniatur kennt, dürfte nichts daran ändern, dass es eine außergewöhnliche Arbeit ist.“

Herr Dr. Hackenschmidt gab mir die nachstehende Information:

„Hinsichtlich Ihres sogenannten Quadratl Tischs bin ich allerdings etwas unsicher – in dieser Form bzw. Ausführung ist mir ein solches Tischchen nicht bekannt: Könnte es sein, dass der Hersteller, seine Miniatur durch die Messingplatte aufwerten wollte?“

Ich danke Herrn Thillmann und Herrn Dr. Hackenschmidt für ihre Recherchen und Informationen, die dazu beigetragen haben, etwas Klarheit in das „Geheimnis“ der Bodenplatte zu bringen.

Die Miniatur des Quadratl Tisches wurde von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt.

Maße der Miniatur: 100 x 100mm, 130 mm hoch.
Maßstab der Miniatur: 1:6

Die vier Tischbeine der Miniatur sind aus massivem Eichholz angefertigt und tragen die quadratische Tischplatte aus 4 mm starkem Sperrholz. Die Bodenplatte ist mit gehämmertem Messing belegt und allseitig abgeschrägt. Vier dekorative Sperrholzplatten, mit je 16 ausgeschnittenen Quadraten, verbinden die Tischbeine im oberen Bereich.

Alle Holzoberflächen der Miniatur sind schwarz gebeizt und seidenmatt lackiert.

Hoffmann_Quadratl-Tisch-02

Frank Lloyd Wright

Sonntag, 13. März 2016

Miniatur „Midway Gardens Chair“

Wright-Midway-001

In den Jahren 1913/14 entstand nach den Plänen Frank Lloyd Wrights das Kultur- und Unterhaltungszentrum Midway Gardens in Chicago, Illinois. Für das Gartenlokal des Projekts entwarf er einen leichten Stuhl mit abnehmbarem Sitz, der jedoch nicht realisiert wurde.

Neben wenigen in dieser Zeit produzierten Exemplaren wurde der Stuhl seit 1986 einige Jahre vom italienischen Möbelhersteller Cassina hergestellt. Die Miniatur des Midway Gardens Chairs wurde von 1998 bis 2009 vom Vitra Design Museum angeboten.

Maße der Miniatur: 67 x 78 mm, 146 mm hoch.
Maßstab der Miniatur: 1:6
Artikelnummer der Miniatur: 20250301

Das Gestell der Miniatur besteht aus ca. 1 mm starkem Eisendraht und dünnen ausgestanzten Blechelemente im Rücken. Der abnehmbare Sitz ist leicht gepolstert und mit rotem Stoff bezogen. Eine am Sitzrahmen angebrachte Metallplatte nimmt die unter dem Sitz befindliche Lasche auf und verbindet beide Stuhlelemente miteinander. Das Gestell ist rot lackiert, die Sitzunterseite ist schwarz lackiert.

Zur Miniatur gehört ein Holzkistchen und eine Informationsbroschüre des Vitra Design Museums.

Wright-Midway-002

Wright-Midway-003  Wright-Midway-004

Frank Lloyd Wright

Sonntag, 06. März 2016

Miniatur „Barell Chair“

Wright-Barrel-001

Frank Lloyd Wright entwarf den Barell Chair im Jahr 1904 für das Darwin D. Martin House in Buffalo, New York. Eine überarbeitete und wesentlich leichtere Version des Barrel Chairs schuf er 1937 für das Wingspread House von Herbert F. Johnson in Racine, Wisconsin.

Der Stuhl wird heute vom italienischen Möbelhersteller Cassina in der Kollektion „Cassina I Maestri“ produziert. Seit 2009 stellt das Vitra Design Museum die Miniatur dieses Stuhles her.

Maße der Miniatur: 100 x 98 mm, 141 mm hoch.
Maßstab der Miniatur: 1:6
Artikelnummer der Miniatur: 20256801

Das Gestell der Miniatur ist aus massivem Kirschbaumholz angefertigt und seidenmatt lackiert. Die gebogene und im oberen Bereich aufgeweitete Rückenlehne wird von schlanken Streben getragen, die im halbrunden Fußelement enden. Die runde Sitzfläche der Miniatur ist beidseitig mit rotem Veloursstoff bezogen.

Zur Miniatur gehört ein Holzkistchen und eine Informationsbroschüre.

Wright-Barrel-002

Wright-Barrel-004

Wright-Barrel-003

Josef Hoffmann

Sonntag, 14. Februar 2016

Miniaturen „Fledermaus-Stuhl und -Beistelltisch“

Hoffmann_Fledermaus-Gruppe-01

Bereits in meinem Beitrag vom 18. Januar diesen Jahres habe ich über den von Josef Hoffmann entworfenen Fledermaus-Stuhl und die vom Vitra Design Museum angefertigte Miniatur dieses Stuhles berichtet.

Die hier gezeigte Gruppe, bestehend aus zwei Fledermaus-Stühlen und einem Fledermaus-Tisch wurde von der Galerie Ambiente in Wien hergestellt. Die Stuhlminiaturen von Galerie Ambiente und Vitra unterscheiden sich nur unwensentlich, so wie es bei den Anfertigungen der großen Originale auch zu sehen ist.

Maße der Miniaturen:
Sessel: 87 x 82 mm, 121mm hoch,
Tisch: Ø 90 mm,  120 mm hoch.

Maßstab der Miniaturen: 1:6

Die Stuhlminiaturen sind aus Sperrholz und massiven Rundhölzern angefertigt, dunkelbraun gebeizt und seidenglänzend lackiert. Die kugelförmigen Eckstützen sind mit je einer Schraube zu den runden Fußelementen hin befestigt.

Die Kanten der Tisch- und Bodenplatte des Tisches sind seitlich umlaufend abgeschrägt und betonen die Leichtigkeit dieses wunderschönen Entwurfs. Die gerundete Zarge unter der Tischplatte nimmt genau wie die Bodenplatte die vier Doppelfüße aus Rundholz auf, die oben und unten durch eine eingeleimte Kugel miteinander verbunden sind. Die abgeschrägte Kante der Bodenplatte ist umlaufend mit einem dünnen Messingblech belegt. Alle Holzflächen sind gebeizt und lackiert.

Hoffmann_Fledermaus-Gruppe-02

Hoffmann_Fledermaus-Gruppe-03