Archiv für die Kategorie ‘1. Ausstellungen’

Röntgen-Museum Neuwied

Sonntag, 08. Juli 2018

Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne

Eine Ausstellung im Röntgen-Museum Neuwied.
Ausstellungsdauer: 17. Juni bis 4. November 2018.

In der Ausstellung werden Möbel aus der Zeit vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Moderne gezeigt, deren gebogene Möbelteile aus geschichtetem Holz oder Sperrholz hergestellt wurden. Anfertigungen des französisch-belgischem Kunsttischlers Jean-Joseph Chapuis und Michael Thonet begeistern ebenso, wie die Entwürfe von Alvar Aalto, Marcel Breuer und anderer Entwerfer. Stuhlminiaturen aus meiner Sammlung ergänzen diese interessante Ausstellung und werden sehr wirkungsvoll in verschiedenen Vitrinen gezeigt.

Im“Aalto/Breuer Raum“ sind neben den großen Originalen von Alvar Aalto und Marcel Breuer Miniaturen beider Architekten im Maßstab 1:5 und 1:6 aus meiner Sammlung zu sehen.

Sehr seltene Minia-turen, wie der Hocker E60, der Liegestuhl Nr. 43 und der Paimio Beistelltisch von Alvar Aalto, der Isokon Dining Chair und der Stuhl für das Bryn Mawr College von Marcel Breuer sind ausgestellt.

Die Miniaturen des End Tables oder des Zig-Zag Stuhls aus gebogenem Holz – nach den Entwürfen von Gerrit Rietveld – sind Einzelanfertigungen und kleine Raritäten.

In dieser Vitrine sind zwei meiner Stuhlminiaturen ausgestellt, die wie die großen Vorbilder komplett aus Sperrholz hergestellt sind. Links der aus dem damals neuen Material Sperrholz entworfene Plywood Chair von Isaak Cole aus dem Jahr 1873 und daneben der 74 Jahre später entworfene Sperrholzsessel von Herbert von Thaden. Die verwendeten Elemente und Grundformen beider Entwürfe sind nahezu identisch und es ist davon auszugehen, daß sich Herbert von Thaden an dem Entwurf von Cole orientiert hat.

Im Bereich dieser Vitrine ist eine Informationstafel zu den Miniaturen angebracht und eine weitere Tafel zeigt den von Isaak Cole gestellten Patentantrag aus dem Jahr 1874.

  

In einer dreiteiligen Wandvitrine befinden sich weitere aus geschichtetem Holz oder Sperrholz hergestellte Miniaturen, die maßstabsgetreu auf ein Sechstel der historischen Vorbilder verkleinert sind und in Konstruktion, Material und Farbgebung mit diesen übereinstimmen.

Beginnend mit dem Bopparder Sessel, dessen Gestell aus schichtverleimtem Holz und der Sitz aus Sperrholz hergestellt ist, werden weitere Thonet Entwürfe mit Sperrholzsitzen gezeigt, die nicht die bisher angebotenen Sitze aus Geflecht ersetzten, aber wirtschaftlicher hergestellt werden konnten und eine größere Stabilität aufwiesen.

Entwürfen der Wiener Architekten Hoffmann, Moser und Wagner aus der Zeit um 1905 folgen der Freischwinger ST 14 von Hans und Wassili Luckhardt, der Sitzgeiststuhl von Heinz und Bodo Rasch sowie der Freischwinger S 43 von Mart Stam.

Auch die schon neuzeitlicheren Entwürfe von Hans J. Wegner, Arne Jocobsen und Grete Jalk sind ausgestellt.

Grete Jalks Laminated Chair, Eddie Harlis‘ Stuhl S 664 (die Miniatur in blau ) und Hans Sandgren Jakobsens Gallery-Hocker stellten eine große Herausforderung an die Biegetechnik dar. Nach einigen Jahren Entwicklungsarbeit gelang es, mehrere Schichten Furniere für den Gallery-Hocker dreidimensional  zu verformen. Dagegen wurde die Sitzschale von Harlis‘ S 664 in zwei Segmenten verformt und anschließen miteinander verleimt. Auch von Grete Jalks Laminated Chair wurden das Sitz- und Rückenelement getrennt verformt und anschließend durch eine Schraubverbindung zusammengefügt.

Es folgen weitere interessante Miniaturen aus dem Werkstoff Sperrholz, zu denen auch der von Jasper Morrison im Jahr 1989 entworfene Ply-Chair gehört. Hier wird das anpassungsfähige Sperrholz genutzt um eine Sitzfläche nachgiebig zu gestalten. Die Oberkante des unter dem Sitz eingebauten Holzkreuzes nimmt zur Mitte hin ab und erlaubt bei Belastung ein Nachgeben der Sitzfläche.

Zur Ausstellung ist das begleitende Buch „Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne“ erschienen und im Röntgen-Museum erhältlich.

Isaac I. Cole

Sonntag, 17. Juni 2018

Miniatur “ Plywood Chair“

 „Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne“
Eine Auststellung im Röntgen-Museum Neuwied 
17.06.-04.11.18

Heute wird im Röntgen-Museum Neuwied die Ausstellung „Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne“ eröffnet. Bis zum 4.11.2018 werden Möbel, deren gebogene Möbelteile aus geschichtetem Holz oder Sperrholz hergestellt wurden, gezeigt.

Für die Ausstellung habe ich eine Miniatur des Plywood Chairs, einem Entwurf von Isaac I. Cole, angefertigt und sie dem Röntgen-Museum leihweise zur Verfügung gestellt. Bereits 1873 entwarf Isaac I. Cole aus New Jersey/USA diesen Stuhl aus dem damals neuartigen Material Sperrholz und meldete 1874 ein Patent auf diesen Stuhl an. Das von Cole hergestellte Patentmodell im Maßstab ca. 1:5 befindet sich heute im Besitz des Museum of Modern Art in New York.

Die folgenden Bilder zeigen die Miniatur und verschiedene Arbeitsschritte der Anfertigung.

Maße der Miniatur: 80 x 102 mm, 179 mm hoch.

Maßstab der Miniatur: ca. 1:6

Um die Konturen und Proportionen des von Cole entworfenen Stuhls möglichst genau wiederzugeben, habe ich zunächst Skizzen von der Sitzschale und den Einlagen im Maßstab 1:6 angefertigt. Eine Papierschablone der Sitz- und Rückenfläche, aufgeklebt auf eine ausgeschnittene Seitenkontur aus Sperrholz, ermöglichte mir nach einigen kleinen Korrekturen, die Rückenlehnenneigung und die Gesamthöhe festzulegen.

Die Einlagen in der Sitzschale habe ich mit einem Schaftfräser ausgeschnitten und später auf eine untergeleimte, quer verlaufende Furnier-Mittellage passgenau wieder eingeleimt. Um nun die Konturen der Sitzschale zu formen, habe ich aus einem zusammengeleimten MDF-Block eine Form geschnitten und die zwei bereits verleimten Furnierlagen mit einer dritten Lage Furnier unter hohem Druck dauerhaft verformt und verleimt. Die gleiche Vorgehensweise habe ich für die äußere Rückenplatte und das Verbindungselement unter der Sitzfläche angewendet. Nach gründlichem Schleifen aller drei Bauteile habe ich diese nach einem vorher festgelegten Farbton leicht gebeizt und matt lackiert. Der letzte Arbeitsschritt war das Verleimen aller drei Teile und eine leichte Nachbearbeitung der Kantenausbildung.

  

Zwischen allen Stühlen

Sonntag, 25. Juni 2017

Zwischen allen Stühlen – Kleine Geschichte der Sitzkultur

Heute wird die Ausstellung

Zwischen allen Stühlen – Kleine Geschichte der Sitzkultur

im Emschertal-Museum der Stadt Herne auf Schloss Strünkede eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 21. Januar 2018 und zeigt Sitzmöbel, vom Schemel bis zum Thron und vom Ohrensessel bis zum orientalischen Sitzkissen.

Unter den rund 100 gezeigten Objekten befinden sich auch einige Miniaturstühle aus meiner Sammlung, die ich dem Emschertal-Museum für die Dauer der Ausstellung überlassen habe.

Gerade zurückgekommen aus dem Emschertal-Museum im schönen Schloss Strünkede zeige ich hier nun einige Bilder der Ausstellung, die ich eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung aufnehmen konnte. Neben den vielen überaus interessanten Sitzmöbeln sind die Miniaturen in vier Vitrinen attraktiv angeordnet und ausgestellt. Es war nicht einfach zu fotografieren, da es keinen Hintergrund ohne auch nur einen einzigen Stuhl gab.

Nicht nur die interessante Ausstellung ist sehenswert, auch das Schloss mit seinem schönen Park lädt zum Verweilen ein.

Jasper Morrison

Sonntag, 16. November 2014

Maxiatur „Wingnut Chair“

Wingnut-Chair-01
Foto © Dirk Dowald

Wingnut-Chair-02
Foto © Dirk Dowald

Jasper Morrison entwarf den Wingnut Chair 1984 noch während seines Studiums am Royal College of Art in London. 1985 wurde der Stuhl aus Hartfaserplatten und Flügelschrauben in einer limitierten Auflage von acht Exemplaren produziert. Vorbild für die  Maxiatur war einer der Originalstühle aus der Sammlung des Vitra Design Museums.

Maxiatur
Ausstellungsort: Lindenplatz, Weil
Maßstab: 3:1
Gesamthöhe: 2,43 m
Aufgestellt am: 07. Juli 2000

Miniatur
Eine Miniatur des Wingnut Chair gibt es bisher nicht. Deshalb habe ich vor, eine Miniatur im Maßstab 1:6 anzufertigen.

Morrison_Wingnut-Chair-01

Es gibt leider nur sehr ungenaue Informationen über die verwendeten Materialien und über die genauen Maße des Stuhles. Da mir nur die Gesamthöhe bekannt ist, werde ich aus einer vorhandenen Abbildung die Längen und Flächen der einzelnene Bauteile herausgreifen um durch Umrechnen möglichst genaue Maße zu erhalten.

Aus sehr dünnem Sperrholz habe ich für einen Versuch bereits die Vorderbeine und Zargen des Stuhles ausgeschnitten und probeweise zusammengefügt. Es sieht alles schon ganz gut aus, die Maße stimmen zwar noch nicht, aber ich gehe davon aus, daß ich demnächst über die Miniatur berichten kann.

>  Zur Miniatur

Michael Thonet

Sonntag, 09. November 2014

Maxiatur „Thonet Nr. 14“

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Foto © Dirk Dowald

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Foto © Dirk Dowald

In Ötlingen, einem Stadtteil von Weil am Rhein, steht im Vorgarten eines Hauses in der Dorfstraße die Maxiatur des Thonet Nr. 14. Der 1859 von Michael Thonet entworfene Stuhl wurde in dieser enormen Größe detailgetreu nachgebaut und gehört wohl zu einer der bekanntesten Maxiaturen in Weil.

Maxiatur
Ausstellungsort: Dorfstraße 57, Weil-Ötlingen
Maßstab: 3:1
Gesamthöhe: 2,78 m
Aufgestellt am: 27. Januar 2000

Miniatur (Bild unten)
Maßstab: 1:6
Gesamthöhe: 0,153 m

Thonet-14-zur-Max-01
Foto © Dirk Dowald

Hans und Wassili Luckhardt

Sonntag, 02. November 2014

Maxiatur „Stuhl ST14“

ST14_01
Foto © Dirk Dowald

ST14_02
Foto © Dirk Dowald

Den Stahlrohr-Freischwinger ST 14 entwarfen die Brüder Hans und Wassili Luckhardt im Jahr 1931. Im gleichen Jahr stellten sie Ihren Stuhl auf der Berliner Bauausstellung im sogenannten „Desta Haus“ der Öffentlichkeit vor.
Auf einer Grünfläche im Friedlinger Schwarzenbachareal ist die Maxiatur dieses Stuhles aufgestellt.
Die Miniatur aus meiner Sammlung ist eine der wenigen, die für die Miniaturenausstellung „Designmaßstäbe“ hergestellt wurden.

Maxiatur
Ausstellungsort: Schwarzenbachareal, Weil-Friedlingen
Maßstab: 5:1
Gesamthöhe: 4,50 m
Aufgestellt: 12. Juli 2002

Miniatur (Bild unten)
Maßstab: 1:6
Gesamthöhe: 0,146 m

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Foto © Dirk Dowald

Ron Arad

Sonntag, 26. Oktober 2014

Maxiatur „Well Tempered Chair“

Arad_Well_Tempered-01
Foto © Dirk Dowald

Arad_Well_Tempered-02
Foto © Dirk Dowald

Auf einem Grünstreifen vor dem Gebäude eines Weingutes steht die Maxiatur des Well Tempered Chairs. Der schwere aber trotzdem nicht überdimensionierte Sockel und die weiße Fassade als Hintergund bieten der Maxiatur einen ruhigen und wirkungsvollen Standort.

Maxiatur
Ausstellungsort: Weingut Schneider, Lörracher Straße 4, Weil
Maßstab: 2:1
Gesamthöhe: 1,60 m
Aufgestellt am: 17. Juni 2000

Miniatur  (Bild unten)
Maßstab: 1:6
Gesamthöhe: 0,131 m

Arad_Well_Tempered-03
Foto © Dirk Dowald

Robert Mallet-Stevens

Sonntag, 19. Oktober 2014

Maxiatur „Der kleine Stuhl“ oder „Chaise“

Mallet_Stevens_Stapelstuhl-01
Foto © Dirk Dowald

Mallet_Stevens_Stapelstuhl-02
Foto Thomas Dix

Achtfach vergrößert steht „Der kleine Stuhl“, oder auch einfach „Chaise“ genannt, auf einer Grünfläche vor dem Sauna- und Freizeitpark Vier Jahrezeiten in Weil. Eine kleinere Variante steht auf dem Vordach eines Hauses in der Hauptstraße in Weil.

Die kleinere Maxiatur habe ich anläßlich meiner Fototour ganz einfach übersehen und deshalb den Fotografen Thomas Dix gebeten, mir eine Aufnahme aus seinem Archiv zu überlassen. Für seine spontane Bereitschaft und dieses wunderschöne Foto danke ich Thomas Dix sehr herzlich.

Maxiatur 1
Ausstellungsort: Sauna-Parc „Vier Jahreszeiten, Weil
Maßstab: 8:1
Gesamthöhe: 6,50 m
Aufgestellt am: 12. Juni 2001

Maxiatur 2
Ausstellungsort: MediaCenter, Hauptstraße 311, Weil
Maßstab: 3:1
Gesamthöhe: 2,43 m
Aufgestellt am: 05. Mai 2001

Miniatur (Bild unten)
Maßstab: 1:6
Gesamthöhe: 0,137 m

Mallet_Stevens_Stapelstuhl-03
Foto © Dirk Dowald

Michele De Lucchi

Sonntag, 12. Oktober 2014

Maxiatur „First“

DeLucchi_First-01
Foto © Dirk Dowald

DeLucchi_First-02
Foto © Dirk Dowald

Um diese Maxiatur zu finden, mußte ich schon wie Hans guck in die Luft durch die Gegend laufen. Hoch auf der Dachkante eines Wohn- und Geschäftshauses war die Maxiatur des First von Michele De Lucchi fast schwebend angebracht.

Direkt daneben ist der Stuhl zusätzlich auf die Fassade des Gebäudes aufgemalt. Dieses Foto zeigt beide Stühle in einer bestimmt nicht zufällig entstandenen Perspektive.

Maxiatur
Ausstellungsort: Rathausplatz 3, Weil
Maßstab: 3:1
Gesamthöhe: 2,70 m
Aufgestellt am: 18. November 1999

Miniatur (Bild unten)
Maßstab: 1:6
Gesamthöhe: 0,148 m

DeLucchi_First-03
Foto © Dirk Dowald

André Dubreuil

Sonntag, 05. Oktober 2014

Maxiaturen „Spine“

Dubreuil_Spine-01
Foto © Dirk Dowald

Dubreuil_Spine-02
Foto © Dirk Dowald

André Dubreuils Stuhl Spine steht als Maxiatur auf dem Flachdach der Firma Elektro-Radio Bucher in Weil-Haltingen. Eine weitere Maxiatur, allerdings in einem kleineren Maßstab, steht auf einer Litfaßsäule (Bild unten) vor dem Geschäft.

Ein Originalstuhl im Maßstab 1:1 befindet sich in den Geschäftsräumen der Firma Bucher und wird den Kunden als eine bequeme und außergewöhnliche Sitzgelegenheit angeboten.

Dubreuil_Spine-03
Foto © Dirk Dowald

Maxiatur (auf dem Dach)
Ausstellungsort:
Elektro-Radio Bucher, Freiburger Straße 94, Weil-Haltingen
Maßstab: 3:1
Gesamthöhe: 2,66 m
Aufgestellt am: 18. November 1999

Maxiatur (auf der Litfaßsäule)
Die Daten dieser Maxiatur liegen mir noch nicht vor, werden aber später ergänzt.

Miniatur (Bild unten)
Maßstab: 1:6
Gesamthöhe: 0,149 m

Dubreuil_Spine-05
Foto © Dirk Dowald